Kirchheimbolanden
Residenzfest 2021 fällt endgültig ins Wasser
„Nach intensiver Prüfung und vielen Gesprächen mit Aufsichtsbehörden, Experten und den teilnehmenden Vereinen“ sei die Entscheidung gefallen: Das Residenzfest 2021 wird nicht stattfinden. Das haben Kirchheimbolandens Stadtbürgermeister Marc Muchow und die Beigeordneten Michael Ruther, Birgit Dall sowie Jamill Sabbagh am Montagnachmittag mitgeteilt.
Zuletzt hatte die neue Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes ganz großen Optimisten etwas Mut gemacht: Immerhin darf seit Freitag wieder mit Großveranstaltungen bis zu 5000 Besuchern geplant werden – „aber nur unter sehr, sehr engen Voraussetzungen“, wie Muchow festgestellt hat. Zu eng seien diese Voraussetzungen, zu groß der logistische Aufwand, zu groß auch die Einschnitte in den Charakter des Festes. Sämtliche Szenarien seien durchgespielt worden, erfahrene Berater zur Unterstützung gehört worden, berichtet Muchow.
Abgesperrte Innenstadt
Das Ergebnis: Der Aufwand „hätte in keinem Verhältnis gestanden“ zu dem, was am Ende tatsächlich möglich gewesen wäre, wie Muchow sagt. Die Zahl von 5000 Besuchern sei ohnehin utopisch für ein Fest mitten in der Stadt. Denn „wir können die Leute in der Stadt ja nicht rausschicken“ – sprich: Alle Anwohner müssen eingerechnet werden, unabhängig davon, ob sie das Fest besuchen oder nicht. Und sie müssen großzügig mitberechnet werden, denn dass nicht wenige von ihnen zum Resifest Besuch empfangen, dürfte ebenfalls klar sein, weiß der Stadtbürgermeister.
Die Vorgaben und Einschränkungen, unter denen die neue Corona-Bekämpfungsverordnung Weinfeste zulasse, seien in der Kleinen Residenz nicht umzusetzen, teilen Stadtbürgermeister und Beigeordnete mit. So wird beispielsweise ein „abgegrenzter Veranstaltungsort“ gefordert, um die Besucherzahl zu kontrollieren. Dies würde laut den Stadtverantwortlichen „das Umzäunen der gesamten Innenstadt inklusive strikter Zugangskontrollen“ voraussetzen – ein nicht zu stemmender logistischer wie finanzieller Aufwand.
Suche nach Alternativen
Es sei ja auch „nicht mit Kontrollen getan, wie man sie sonst von Festen kennt“, schildert Muchow. Beim Einlass müsste auf Impfung, Genesung oder Testung geprüft werden. Zudem müssten die Besucherströme gesteuert werden. 100 bis 150 Sicherheitsmitarbeiter würden benötigt, um im Jahr 2021 ein Residenzfest auf die Beine zu stellen.
Nicht zuletzt die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen würden dem Fest „den unbeschwerten Charakter“ nehmen, befinden Muchow, Ruther, Dall und Sabbagh. Da könne „von einem Residenzfest, wie wir es kennen und lieben, nicht mehr die Rede sein“. Problematisch wären zudem die Abstandsregelungen, „die die Plätze in den Hoflauben auf eine sehr geringe Zahl reduzieren würden“.
Klar sei allerdings auch, dass das Residenzfest für die teilnehmenden Vereine eine wichtige Einnahmequelle sei. Mit diesen will die Stadt im Gespräch bleiben und gemeinsam nach Alternativen suchen. Und im August 2022 soll’s dann endlich wieder so weit sein mit einem Residenzfest ...