Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Rehkitzretter suchen händeringend Helfer

Die Hilfe kommt aus der Luft: David Fischer (rechts) mit seiner Drohne. Sie verfügt über eine Wärmebildkamera und spürt so die i
Die Hilfe kommt aus der Luft: David Fischer (rechts) mit seiner Drohne. Sie verfügt über eine Wärmebildkamera und spürt so die im hohen Gras liegenden Tiere auf. Diesen bleibt ein qualvoller Tod erspart.

Ihr Engagement ist so lobens- wie bewundernswert – doch nun sucht die Rehkitzrettung Donnersberg händeringend Hilfe bei ihrer Aufgabe, im hohen Gras liegende Jungtiere vor der Verstümmelung oder Tötung durch Mähmaschinen zu bewahren. Zwar verfügt die Initiative mittlerweile über fünf Drohnen zum Aufspüren der Rehkitze, doch es fehlt bislang an personeller Unterstützung.

Die Verantwortlichen möchten gerne ein Pool aus Helfern bilden – schließlich ist der Einsatz ehrenamtlich und nicht jeder hat täglich Zeit. Ideal wäre dabei ein Kreis von zehn bis 20 Personen pro Drohne, um alle Landwirte und Jagdpächter in unserer Region während der Mahd unterstützen zu können. „Im letzten Jahr war die Nachfrage von Landwirten und Jagdpächtern so groß, dass wir nicht alle bedienen konnten“, erinnert sich David Fischer vom Lions Club Winnweiler, der das Vorhaben von Beginn an unterstützt. „In diesem Jahr können wir mehr auf die Beine stellen.“ Und es hat sich mittlerweile einiges getan – wie zum Beispiel die offizielle Gründung der Initiative „Rehkitzrettung Donnersberg“.

In diesem Zusammenhang betont Fischer: „Nach der Weiterführung unserer eigenen Kitzrettung-Aktivitäten mit den Mitgliedern des Lions Club Winnweiler haben wir uns aktiv um den Aufbau eines lokalen Netzwerks mit gleichgesinnten Drohnenteams im Donnersbergkreis bemüht.“ Zwar sehe die Initiative den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit im Donnersbergkreis, helfe bei Bedarf aber auch in angrenzenden Landkreisen – schließlich gelte: „Kitz ist Kitz, egal wo es ist.“

Drei Organisationen arbeiten mit

Die Rehkitzrettung Donnersberg ist jetzt ein gemeinsames Projekt des Lions Club Winnweiler, der Kitzrettung Nordpfälzer Bergland und der Kreisgruppe Donnersberg des Landesjagdverbands (LJV). Die drei Organisationen nutzen gemeinsam die Website rehkitzrettung-donnersberg.de als Informations- und Kommunikationsportal. Sie haben sich auf ein gemeinsames, abgestimmtes Vorgehen verständigt und unterstützen sich gegenseitig.

„Unser Ziel ist, dass in Zukunft möglichst jeder interessierte Landwirt und Jagdpächter auf dem Höhepunkt der Mahd optimale Unterstützung bekommt“, erläutert Fischer. Auch für den Erstkontakt soll die Homepage genutzt werden, so müssten Landwirte und Jagdpächter nicht jeweils bei einzelnen Drohnenteams anrufen. Weiterhin soll die Internetseite auch den Bekanntheitsgrad des Hilfsangebots bei Landwirten und Jagdpächtern steigern. „Viele wissen noch nicht, dass es unser Hilfsangebot gibt.“ Insgesamt sei die Präsenz im Netz ein großer Fortschritt gegenüber dem Vorjahr.

Pro Drohne zwei bis vier Helfer nötig

„Trotzdem ist es weiterhin eine Herausforderung“, so Fischer. Zwar seien genügend Drohnenpiloten verfügbar, es mangele aber an Helfern, die für die Sicherung der gefundenen Kitze benötigt werden. „Wir brauchen pro Drohne mindestens zwei Personen, besser wären vier.“ Oder im optimalen Fall der genannte größere Personenkreis. Er glaubt, dass vielen Menschen nach wie vor die Problematik nicht wirklich bekannt oder bewusst ist. „Die in Wiesen abgelegten Rehkitze sind für den mähenden Landwirt nicht zu erkennen und fallen daher oft dem Mähwerk zum Opfer“, weist Fischer nochmals nachdrücklich darauf hin.

Mit den Drohnen verfüge man nun allerdings über „eine neue, leistungsfähige Werkzeugkiste“. Das vereinfache die Suche immens. „Vorher sind Landwirte und Jäger auch durch die Wiesen gelaufen, aber ohne Anhaltspunkt.“ Da sei es extrem schwierig gewesen, die gut getarnten Rehkitze im Gras zu finden.

Kitze werden in Korb „geparkt“

Die Suche mit der Drohne kostet die Landwirte übrigens nichts – schließlich soll unnötiges Tierleid auf diese Weise verhindert werden. Dabei werden die Wiesen am Morgen vor der Mahd – je nach Wetter zwischen Mai und Juni – mit Drohne und Wärmebildkamera abgeflogen. „Ist der erste Schnitt schon im April, ist das Risiko nicht ganz so groß“, sagt Fischer. Die Suche findet am frühen Morgen – zwischen sechs und acht Uhr – statt. Die gefundenen Kitze, die noch nicht flüchten können, werden für die Dauer des Mähvorgangs in einem Korb in Sicherheit gebracht. „Nach der Mahd lassen wir sie in unmittelbare Nähe wieder frei.“

Das bisherige Ergebnis der Aktion kann sich mehr als sehen lassen: 2021 ist es den Rehkitzrettern des Lions Club Winnweiler mit nur einer Drohne gelungen, an 13 Tagen auf rund 280 Hektar Fläche insgesamt 81 Kitze zu finden. Gemeinsam hoffen die Donnersberger Kitzretter, dieses Ergebnis im laufenden Jahr zu übertreffen – sofern sich genügend Helfer finden.

Infos

www.rehkitzrettung-donnersberg.de

Wird ein Kitz vor den Maschinen gerettet, ist die Freude groß – wie hier bei Jost Haneke.
Wird ein Kitz vor den Maschinen gerettet, ist die Freude groß – wie hier bei Jost Haneke.
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