Kirchheimbolanden
Rechtsextreme und Gegendemonstranten: Polizei in der Kreisstadt gefordert
Ein größeres Polizeiaufgebot flankierte am Samstagnachmittag in Kirchheimbolanden den Fackelmarsch rechtsextremer Gruppierungen. Bis zu 20 Teilnehmer hatten die „Kameradschaft Rheinhessen“ und die Kleinstpartei „Die Rechte“ für den Marsch vom Bahnhof zum Römerplatz angemeldet, laut einem Sprecher des Polizeipräsidiums in Mainz waren am Ende 15 zusammengekommen. Zeitgleich hatte der Arbeitskreis „Aktiv gegen Rechts“ eine Gegendemonstration abgehalten.
Am Mozartbrunnen riefen die vom Arbeitskreis zur Gegenveranstaltung eingeladenen Redner und Vertreter verschiedener politischer Parteien einstimmig zum Einsatz für die Demokratie und gegen Hass und Hetze auf. Zur Kundgebung in der Vorstadt hatten sich nach Schätzung der Veranstalter gut 60 bis 70 Gegendemonstranten eingefunden. Der Begrüßung durch den Sprecher des Arbeitskreises, Winfried Werner, folgten Aufrufe von SPD und Grüner Jugend. Musikalisch begleitet wurde die Demo von Pit Kaiser mit bekannten Hymnen aus der Friedensbewegung.
Es kommt nur zu verbalen Protesten
Landrat Rainer Guth betonte in seiner Ansprache, „dass der Kreis keinen Platz für Rechtsradikale hat“. Auch in den Schulen solle dafür gesorgt werden, dass dort „die Saat auf den richtigen Boden“ falle. Ludger Grünewald, ebenfalls im Arbeitskreis aktiv, verwies auf das zentrale Motto der Veranstaltung: „Für eine gerechte und solidarische Gesellschaft“. Er zeigte sich nach Abschluss der knapp einstündigen Versammlung zufrieden mit der Resonanz auf die Kundgebung.
Auch aus Sicht der Polizei ist der Nachmittag zufriedenstellend verlaufen – „sehr unspektakulär, aber das ist in dem Fall ja gut“, sagte der Sprecher. Es gebe von „keinerlei Vorkommnissen“ zu berichten. Durch den räumlichen Abstand, der zwischen den Gruppen gewährleistet war, habe keine Gefahr bestanden. Es sei lediglich zu einem „verbalen Protest“ gekommen: durch eine angereiste zwölfköpfige Gruppe, die sich unangemeldet eingefunden hatte. Die Polizei verortet sie im Bereich der Antifa.