Donnersbergkreis „Rüsten Sie auf, zu Ihrem eigenen Schutz“
Die Fensterbohrer sind unterwegs! Immer wieder haben Einbrecher mit der lautlosen Methode in den vergangenen Monaten im Donnersbergkreis zugeschlagen (wir berichteten). Innerhalb von sechs Tagen verzeichnete das Polizeipräsidium Westpfalz etwa in verschiedenen Ortschaften 18 Einbrüche durch Fensterbohrer, so auch in Steinbach, Alsenbrück-Langmeil, Börrstadt und Sippersfeld – teilweise in mehrere Häuser in einer Straße. Die Ortsgemeinde Steinbach und die Polizei luden zu einer Veranstaltung ins Bürgerhaus, um über Schutzmöglichkeiten zu informieren.
Die Einbrecher haben es laut Polizei vorrangig auf Bargeld abgesehen – in einzelnen Fällen nahmen sie auch Tablets oder Handys mit. Zuvor war eine Serie in Hessen und im Großraum Mainz zu verzeichnen. Die Polizei geht deshalb davon aus, dass es sich um überörtliche Täter oder professionelle Gruppen handelt. Mit Fotos schilderte Bernhard Arnold, Leiter der zentralen Präsentation im Polizeipräsidium Westpfalz, die möglichen Einbruchsstellen und die Schwachstellen bei Fenster und Türen. „Ein einfaches Schloss lässt sich im Handumdrehen knacken“, erklärte der Experte, der einige Modelle zeigte und auf die schwachen Stellen deutete. Für einen geübten Einbrecher lasse sich der Griff schon nach wenigen Sekunden drehen und somit Tür und Tor öffnen. Anders bei modernen, einbruchssicheren Fenstern und Türen. Dort ist im Griff ein Schloss eingebaut, so dass sich dieser nicht drehen lässt. Der schnelle Weg des Einbrechers in die Wohnung ist damit verwehrt. Neben den verschiedenen Schließanlagen kann eine Sicherung der eigenen vier Wände auch in elektronischer Form erfolgen. Dies beginne ebenfalls bei einer Schließung durch Knopfdruck bis hin zu akustischen Signalen. Neben den Fenstern und Türen sind auch die Lichtschächte an den Wohngebäuden ein Schwachpunkt. Da sei es ratsam, so der Polizeibeamte, sich über feste, in die Wand eingelassene Gitterstäbe den nötigen Schutz zu verschaffen. Ein weiterer Tipp des Experten: „Nie den Eindruck entstehen lassen, dass zur Zeit niemand im Haus ist.“ Ein Zeichen dafür sei der überfüllte Briefkasten. Im Urlaub sollten Freunde oder Nachbarn gebeten werden, regelmäßig Briefkasten und Zeitungsrohr zu leeren. Auch im und am Haus sollte Leben dargestellt werden. Etwa durch Öffnen und Schließen der Rollläden oder zeitweisen Einschalten der Innenbeleuchtung. „Die Einbrecher kommen auch am helllichten Tag“, berichtet Arnold. Sie nutzen auch eine kurze Abwesenheit aus, um einzubrechen. Deshalb sollen immer die Fenster und Türen verschlossen werden. Gekippte Fenster seien für einen geübten Einbrecher in Sekundenbruchteilen geöffnet. Die Aufbewahrung eines Zweitschlüssels war ebenfalls ein Thema im Bürgerhaus von Steinbach. „Nie unter der Fußmatte oder im Blumenkasten deponieren“, sagte der Polizeibeamte. Dort wird der Schlüssel zuerst vermutet. Allgemein sollte überhaupt kein Schlüssel außerhalb der Wohnung hinterlegt werden. Da biete sich ein in das Mauerwerk eingebauter Safe geradezu an, der über eine Zahlenkombination geöffnet werden kann. „Es ist der sicherste Weg“, betonte Arnold. Die Polizei bietet Hausbesitzern die Möglichkeit einer kostenlosen Sicherheitsberatung direkt bei sich Zuhause an. „Rüsten sie auf, zu ihrem eigenen Schutz“, gab der Polizei-Experte den aufmerksamen Zuhörern mit auf den Weg. (llw)