Fußball
Rüssingens Trainer fehlen nach der 2:6-Niederlage gegen Steinbach die Worte
Verbandsligist TuS Rüssingen bleibt nach der 2:6-Niederlage gegen den TuS Steinbach ohne einen einzigen Punkt am Tabellenende. Dass die Partie so enden und so torreich sein würde, war zunächst nicht klar. Beide Seiten begannen sehr kontrolliert, waren bemüht, in der Defensive keine Fehler zu machen. Nach vorne ging deshalb bei Beiden nicht viel, das Spiel wirkte in der Anfangsphase zerfahren. Und dann passierte das, was den Rüssingern in der bisherigen Saison fast immer passiert. Fehler, Gegentor.
Steinbachs Kapitän Hendrik Schwab verlängerte einen weiten Ball per Kopf, das defensive Zentrum der Hausherren war entblößt, Cedrik Fischer hatte freie Bahn und wenig Mühe, zum 0:1 einzuschießen (12.). Wenig später landete ein Eckball über mehrere Köpfe an der Latte des Rüssinger Tores (16.). Auch die nächste Chance gehörte den Gästen, die jetzt im Offensivspiel konzentrierter wirkten. Dominick Schwarz setzte sich energisch durch und zimmerte die Kugel an den Außenpfosten (24.).
Eine Premiere
Und die Gastgeber? Die wiesen zunächst mal wieder eindrucksvoll nach, warum sie bis dahin erst vier Tore erzielt hatten. Viel zu harmlos und durchsichtig waren die Offensivaktionen und stellten die Gästeabwehr vor keine großen Probleme. Doch dann, wie aus dem berühmten Nichts, der Ausgleich. Torhüter Klaus Siebecker ließ eine Flanke fallen und Arbnor Pacaj schoss aus kurzer Entfernung zum 1:1 ein (38.). Damit konnten die Rüssinger zum ersten Mal in dieser Saison einen Rückstand aufholen. Und der Treffer zeigte Wirkung.
Nur fünf Minuten später konnte Siebecker im Rückwärtslaufen einen Schuss von Markus Schmitt gerade noch so über die Latte lenken. Der anschließende Eckball kam scharf auf den kurzen Pfosten und Eray Öztürk traf zum umjubelten 2:1 (43.). Rüssingen lag damit zum ersten Mal in dieser Saison in Führung und nahm sie mit in die Pause. Zweite Premiere.
Haarsträubende Fehler
„Ich habe der Mannschaft in der Halbzeit gesagt, dafür haben wir wochenlang gearbeitet, das lassen wir uns jetzt nicht mehr nehmen. Dann nach ein paar Minuten Elfmeter, kann passieren. Aber was danach passiert ist, dafür habe ich keine Erklärung. Da fehlen mir echt die Worte“, ist Rüssingens Spielertrainer Behcet Öztürk nach Spielschluss fassungslos. Die Führung der Einheimischen und der Traum von den ersten Punkten hielt nicht allzu lange, Schwab glich per Strafstoß zum 2:2 aus (53.). Was danach passierte, ließ nicht nur Öztürk sprachlos, sondern auch viele Zuschauer staunend oder verwundert zurück. Binnen sechs Minuten stellten die Gäste auf 2:5 und profitierten dabei von haarsträubenden Fehlern der Hausherren, bei denen der Ausdruck Slapstick nicht weit hergeholt ist. Beim 2:2 (55.) spielte Pacaj einen hohen Rückpass auf den Torwart, der wollte die Hände nicht nehmen, verlor das Kopfballduell, Fischer bedankte sich und schob ins leere Tor. Vor dem 2:4 (58.) wieder Rückpass von Pacaj, Torhüter Jakub Kownacki ließ sich von Fischer abdrängen, Robin Metz schob ins leere Tor. Beim 2:5 (61.) war die linke Abwehrseite total offen und Jonas Krautschneider, gerade Mal eine Minute auf dem Feld, konnte den Rückpass in der kurzen Ecke unterbringen. Auch da sah der Keeper nicht glücklich aus.
Regelkunde
Und dann die angesprochene Regelkunde. Elfmeter für Rüssingen, Eray Öztürk verwandelte sicher zum vermeintlichen 3:5 (76.). Schiedsrichter Tim Schmöller gab den Treffer aber nicht, stattdessen gab es an der Strafraumgrenze indirekten Freistoß für Steinbach. Fragende Gesichter nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz. Nach Spielschluss erklärte Schmöller, dass ein Rüssinger vor der Ausführung in den Strafraum gelaufen sei und dies einen Freistoß zur Folge hatte. Praktisch im Gegenzug das 2:6, als sich Torhüter Kownacki ins Dribbling mit Krautschneider wagte, den Kürzeren zog und den Endstand hinnehmen musste (78.).
„Nicht schön, aber erfolgreich“, war die erste Reaktion von Steinbachs Spielertrainer Daniel Ghoul. „Wir hatten schon in der ersten Halbzeit die größeren Spielanteile, deshalb ist der Sieg auch verdient. Bei den Gegentoren waren wir nicht richtig am Mann, das müssen wir besser machen. Wir hatten eine gute Energie auf dem Platz und haben als Kollektiv funktioniert.“