Kirchheimbolanden
Römerplatz soll neu gestaltet werden
Selbst Corona bremste, wie Muchow sagte, die Arbeitsgruppe Stadtentwicklung nicht vollends aus. Traf man sich vorher manchmal jede Woche, um gemeinsam Vorschläge zu entwickeln, ging’s nun eben eingeschränkt mit Video-Kontakten weiter. Der Stadtbürgermeister sagte allen beteiligten Ehrenamtlichen Dank für Ideen, „die sich sehen lassen können“.
Noch kurz vor dem großen Lockdown hatten Architekt Christoph Groth und Rechtsanwalt Torsten Steinhaus von der AG Stadtentwicklung Anfang März das Konzept der Römerplatz-Umgestaltung öffentlich vorgestellt. Der Tenor ihrer damaligen Präsentation vor dem Stadtratsausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Tourismus und Kultur: Die Stadtpolitik könne es sich nicht erlauben, den zentralen Platz so liegen zu lassen, wie er nun einmal ist. Konkret: Sie müsse für eine Infrastruktur sorgen, die Bürgern und Gästen Lust macht, dorthin zu gehen, zu verweilen und, am wichtigsten, selbst was aus ihm zu machen. Die Worte hörten alle gern – übers veranschlagte Geld, 90.000 Euro, war noch zu reden. Das geschah jetzt im Stadtrat.
Platz soll gastlicher werden
Über allem steht ein Ausrufesatz: Der Platz muss gastlicher werden! Zum einen durch Bewirtung. Ein stabiler, voll ausgestatteter Pavillon auf der linken Platzseite soll nach den Vorstellungen der Arbeitsgruppe als Weinausschank regionaler Winzer an den Wochenenden von Mai bis Oktober dienen, in den übrigen Zeiten aber auch anderen Anbietern oder Vereinen offenstehen. Mit kalkulierten rund 40.000 Euro ist er der teuerste Einzelposten. Vorstellen können sich die Initiatoren ebenfalls, dass ein neuer Pächter der historischen „Hofschänke“ ein kleines Angebot auf dem Platz offeriert.
Im Umfeld des Pavillons denken sie an acht Tische, etwa 40 Stühle und Sonnenschirme. Und an mehr Grün. Ein gastlicher Römerplatz bedeutet jedoch nicht minder: Veranstaltungen jenseits der traditionellen Feste. Mangel an Ideen herrscht auch hierfür nicht: Eventkino im Sommer, Konzerte, Public Viewing für Sportevents, Spiele-Tage, Flohmärkte, Straßenkünstlerfeste, Präsentationen von Vereinen und ein regionaler Biomarkt sind nur einige Stichworte. Was bedeutet: Nicht um Profi-Aktionen geht es in erster Linie, sondern um Angebote von Bürgern für Bürger.
Keine Garantie für mehr Leben – aber eine Chance
90.000 Euro sind kein Pappenstiel, sahen jetzt mehrere Redner im Stadtrat. Aber ebenso, dass man nach jahrelangen Diskussionen um die Belebung der Innenstadt nun doch mal Nägel mit Köpfen machen müsse. Das Konzept Römerplatz sei keine Garantie, wohl aber eine Chance, etwas für mehr Leben in der Altstadt und besonders für die Geschäfte dort zu bewirken, hielt CDU-Fraktionssprecher Thomas Edinger fest. Alexander Groth (FWG) sprach ebenfalls eine „tot und toter“ werdende Innenstadt an. Jetzt müssten Pflöcke eingeschlagen werden, damit man vielleicht im Frühjahr 2021 mit der Umgestaltung loslegen könnte, drängte er und sah den Stadtrat auch deshalb in der Pflicht des Handelns, weil sich andernfalls „irgendwann keiner mehr in der AG engagiert“. Um den Platz mit Leben zu füllen, brauche es später nicht nur die Bevölkerung – Stephan Sauer (Grüne) rief die von den Initiatoren angekündigte Bürgerwerkstatt in Erinnerung –, sondern auch „verantwortliche Hände“ beim City-Management, meinte Groth.
Auch Anwohner sollen ins Boot
Bei den Planungen auch die Anwohner des Platzes mitzunehmen, war Siegfried Groß (SPD) wichtig. Lieber hätte er vor einer Mittelbewilligung im Rat allerdings die Rahmenbedingungen geklärt sehen wollen. Denn da ist in der Tat, wie Architekt Christoph Groth bestätigte, noch eine Hürde zu nehmen: „Wir brauchen eine Baugenehmigung.“ Die Gelder gab der Rat bei Enthaltung von Groß dennoch schon frei. Vorausgehen soll eine Prüfung der Kostenschätzung durch die Verwaltung und das Einholen von Angeboten.