Donnersbergkreis „Probleme erst gar nicht entstehen lassen“
«WINNWEILER.» Die Albert-Schweitzer-Realschule plus in Winnweiler kann sich glücklich schätzen: Sie verfügt über einen Schulsozialarbeiter – eingestellt vom Schulträger, dem Donnersbergkreis. Seit Anfang des Monats hat diese Stelle nun Roland Kummetz übernommen.
Kummetz ist noch in der Einarbeitungsphase. Doch mit Beginn seines Amtes als Schulsozialarbeiter hat er auch sofort konkrete Aufgaben übernommen: Er leitet die Brettspiel-AG. „Die AG fördert das kommunikative Miteinander“, erklärt er. Brettspiele seien heutzutage ein Nischenprodukt, viele Kinder und Jugendliche beschäftigten sie lieber mit digitalen Spielen. Dabei könne durch Brettspiele der Umgang mit Sieg und Niederlage trainiert werden, fügt er hinzu. Roland Kummetz ist eine Art Quereinsteiger. Ursprünglich hatte er eine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker gemacht. Anfang der 90er holte er dann am Wirtschaftsgymnasium Kaiserslautern sein Abitur nach – Hauptfächer: BWL, Mathe, Deutsch. „Eine vielleicht etwas ungewöhnliche Kombination für einen Schulsozialarbeiter“, kommentiert er. Doch er fand schnell seinen Weg: An der Berufsakademie Stuttgart hat er Soziale Arbeit studiert, arbeitete lange im Bereich Maßnahmen der beruflichen Bildung, eher er dann erstmals als Schulsozialarbeiter in Lauterecken-Wolfstein anfing. „Ich mag die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“, so der Mann, der über eine sehr ruhige Ausstrahlung verfügt. Als Schulsozialarbeiter habe man die Möglichkeit, eigene Erfahrungen in die Schule einzubringen, fügt er hinzu. Als er erfuhr, dass in Winnweiler eine Stelle frei war, besuchte er den Donnersbergkreis, um sich ein Bild der Realschule plus zu verschaffen. Ihm wurde klar, dass in seinem Alter jetzt der beste Zeitpunkt sei, falls er sich noch einmal eine Veränderung wünscht, so Kummetz. Und so bewarb er sich in Winnweiler und überzeugte beim Vorstellungsgespräch mit dem Schulträger, der Kreisverwaltung Donnersberg. Dies auch sehr zur Freude von Rektor Torsten Edinger: „Ein Schulsozialarbeiter ist sehr wertvoll für uns“, betont er zufrieden. Er sei dankbar, dass der Donnersbergkreis als Schulträger es ermöglicht, eine solche Person an einer Schule zu haben. Das Amt sei wie eine Schnittstelle: Sollten Eltern Hilfen zur Erziehung suchen, ist der Schulsozialarbeiter derjenige, der die Kontakte mit Behörden und Hilfsinstitutionen herstellen kann, so Edinger. Und Kummetz soll zukünftig nicht nur den Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern Unterstützung geben: Er verfüge über eine sozialpädagogische Sichtweise, mit der er auch den Lehrkräften mit fachmännischem Rat beiseite stünde. Bei Lehrern stünde oftmals das Fach im Vordergrund, dazu kommt, dass diese durch ihre streng getakteten Stundenpläne eventuell auftretende Probleme nicht direkt, sondern erst am Ende des Tages lösen können. In solchen Fällen sei Kummetz eine Unterstützung für alle. Zudem arbeite der Schulsozialarbeiter präventiv, was vor allem in der Orientierungsstufe fokussiert wird: Hier bekommt Kummetz einen festen Platz im Stundenplan. Soziale Trainings sollen hier so manche Probleme gar nicht erst entstehen lassen. Roland Kummetz hat in Winnweiler viel vor: Das Schülercafé wieder zum Laufen bringen und ein Anti-Mobbing-Training sind nur zwei seiner geplanten Projekte. Zudem absolvierte er an der saarländischen Landesmedienanstalt eine Multiplikatoren-Schulung und will sich im kommenden Schuljahr verstärkt um das Thema Medienkompetenz kümmern. Es sollen Medienscouts ausgebildet werden, die den „schwer durchschaubaren Mediendschungel“, wie Kummetz es beschreibt, sicher durchqueren und somit Gefahren erkennen und vermeiden können. Zur Person: —Abitur am Wirtschaftsgymnasium Kaiserslautern. —Diplom an der Stuttgarter Berufsakademie, Studiengang: Soziale Arbeit. —2001: Multiplikatoren- Schulung an der Landesmedienanstalt Saarland, Schwerpunkt: PC- und Videospiele. —Seit Mai: Schulsozialarbeiter an der Albert-Schweitzer-Realschule plus in Winnweiler.