Donnersbergkreis „Prägnante Stelle“ ein Stück natürlicher gemacht
Ein ohnehin schon schöner Flecken Natur im Donnersbergkreis ist nun noch natürlicher geworden: Der Quellbereich der Appel am Pfälzer Höhenweg zwischen Marienthal und Falkenstein ist renaturiert worden. Die über 11.000 Euro teure Maßnahme ist Teil des Projektes „Wasserläufer“, an der sich die BUND-Kreisgruppe beteiligt hat. Am morgigen Donnerstag findet um 15 Uhr eine Einweihungsfeier an der Quelle statt.
Zufrieden schauen Siglinde Gramoll, Walter Thiekötter und Gerno Grüner auf den kleinen Bachlauf. Gleichmäßig sprudelt das Wasser heraus. „Quellwasser hat die Besonderheit, dass es das ganze Jahr über die gleiche Temperatur hat und auch im Sommer kühl ist“, erklärt Gramoll. Sie koordiniert das Projekt „Wasserläufer“ in Rheinland-Pfalz und hat ihr Büro in Kaiserslautern. „Das hier ist fast ein Heimspiel“, sagt Gramoll mit einem Lächeln. Und das hier ist ein wunderbarer Platz. Würden nicht ab und zu ein paar Kühe aus dem oberhalb der Quelle gelegenen Falkenstein muhen, dann wäre nur das Zwitschern der Vögel zu hören. Natur pur. Und trotzdem kein verlassener Ort. „Dadurch, dass der Pfälzer Höhenweg hier vorbeiläuft, kommen auch immer wieder Menschen an dieser Stelle vorbei“, erzählt Walter Thiekötter, Mitglied der BUND-Kreisgruppe und schwer aktiv, als es an die Umgestaltung der Quelle ging. Dabei wurde unter anderem ein in den 1960er Jahren errichtetes Pumpenhaus zurückgebaut. „Von hier wurde Wasser nach Falkenstein gepumpt“, berichtet Thiekötter. Dabei wurde auch ein vier Meter tiefer Brunnenschacht mit Schotter aufgefüllt. Das Pumpenhäuschen diente früher zur Trinkwasserförderung. Das überschüssige Wasser wurde dem Appelbach zugeführt. „Bei den Untersuchungen zeigte sich, dass sich am Rohraustritt im Laufe der Jahre sekundär Quellenlebensräume gebildet hatten und sich hier Organismen wie die Quellschnecke Bythinella dunkeri und die Quellköcherfliege Crunoecia irrorata angesiedelt haben“, berichtet Siglinde Gramoll. Der Bereich um den Wasseraustritt am Rohr sei schützenswert. Sie lobt die Firma Lutz aus Imsweiler, die den Rückbau des Häuschens äußerst „schonend“ gemacht habe. Die Verrohrung wurde bei den Arbeiten so umgestaltet, dass weiterhin kühles, sauerstoffarmes Wasser aus dem Rohr austritt. Das Gelände, an dem die Appel aus der Erde kommt, ist im Privatbesitz und sei bereits in der Vergangenheit von der Pollichia hergerichtet worden, berichtet der BUND-Kreisgruppenvorsitzende Gerno Grüner. Besitzerin Reinholde Kurtz sei zudem Mitglied im BUND und hatte auch nichts dagegen, dass neben der Quelle auch eine Tafel über das Projekt informiert. Grüner zeigt sich erfreut, dass die Renaturierung der Appelbachquelle geklappt hat, zumal die über 11.000 Euro teure Maßnahme zu 100 Prozent gefördert wurde. „Von Seiten der Kreisgruppe hätten wir uns das nicht leisten können“, so Grüner. Er ist froh, dass sich Siglinde Gramoll dafür eingesetzt hat, dass die Umgestaltung in das Projekt „Wasserläufer“ eingebunden wurde. „Das Projekt baut auf Freiwillige vor Ort. Es ist ein echter Mehrwert. Hier wird das Gedankengut Quellschutz gefördert“, sagt Gramoll. Auf „100 Stunden Minimum“ schätzt Thiekötter den ehrenamtlichen Einsatz für das Projekt. „Da waren auch etliche Begehungen vorab notwendig.“ Grüner zeigt sich erfreut, dass es bei der Planung und Beantragung des Projektes keine Probleme, sondern Unterstützung gab. „Es ist wirklich wunderschön geworden“, schiebt Gramoll ein Lob an die Kreisgruppe hinterher. Rund um den Donnersberg befinde sich ohnehin ein ganzes Quellgebiet. Die Appel jedoch ist das einzige größere Flüsschen, das am Fuße der höchsten Erhebung der Pfalz entspringt, wie eine weitere Tafel an der Quelle informiert. Ein großer Stein mit der Inschrift „Appelbrunnen“ verweist dort zudem auf das Jahr 1910. Appelbrunnen deswegen, weil dort das Wasser in die Appel gelangt. Diese fließt in nördliche Richtung ab. Nach einer Strecke von knapp 40 Kilometern mündet sie bei Bretzenheim in die Nahe. „Das hier ist eine prägnante Stelle für die Nordpfalz“, weiß Walter Thiekötter. Und sie ist auch eine, an der sich ein kleines Päuschen bei einer Wanderung lohnt, zumal im Sommer dort auch Bäume Schatten spenden. (ssl) Info —Am morgigen Donnerstag findet um 15 Uhr an der Appelquelle bei Marienthal eine Einweihung des umgestalteten Quellenmundes mit dem Enthüllen einer Infotafel statt. Treffpunkt ist um 14.45 Uhr am Parkplatz der Blockhütte Marienthal. Wer den Weg bis zur Quelle nicht zu Fuß bewältigen möchte, kann mit einem kleinen Shuttleservice dorthin fahren. —Um 19.30 Uhr findet am Donnerstag im Hotel Bastenhaus die Jahresmitgliederversammlung der BUND-Kreisgruppe Donnersberg mit Vorträgen zur Appelquelle und Quellökologie statt. Dort wird auch Holger Schindler, der BUND-Landesvorsitzende, über die Quellökologie im Allgemeinen und die Situation der Appelquelle im Besonderen reden.