Winnweiler
Photovoltaikanlagen: 690 Hektar mit Potenzial
Wo gibt es in der VG Winnweiler Flächen, auf denen Photovoltaikanlagen errichtet werden können? Mit dieser Frage haben sich Peter Riedel und Carolin Faber vom Fachbüro BBP beschäftigt und sind dabei etwas anders vorgegangen als bei früheren Studien. Denn normalerweise konzentrieren sie sich bei der Suche auf Vorrangflächen für Landwirtschaft. „Wenn wir dann noch die anderen Restriktionen heranziehen, gäbe es quasi keinen Platz für Photovoltaikanlagen“, war das Ergebnis.
Da in Gesellschaft und Politik bereits ein Umdenken in Sachen Energie und Standorte für Photovoltaikanlagen stattfindet, hat das Fachbüro andere Merkmale herangezogen. Illustriert wurde dies anhand einer Karte von der VG Winnweiler, auf der die Flächen farbig markiert waren.
Ungeeignete Flächen aussortieren
Als Erstes wurde die Konzentration auf Bahnflächen und die Autobahn gelegt – mit einem Abstandskorridor von 200 Meter – sowie auf wenig ertragreiche Ackerflächen. Da war die Karte noch ziemlich bunt. Hinzu kam als Nächstes die Hangausrichtung der Flächen. „Der Norden macht natürlich keinen Sinn, da sind einige Flächen weggefallen“, sagte Faber. Vor allem an der Autobahn macht sich das auf der Karte bemerkbar.
Im letzten Schritt wurden Flächen aussortiert, die für eine Photovoltaikanlage keinen Sinn machen, weil sie zum Beispiel zu verwinkelt waren.
Viel Potenzial in Wartenberg
Herausgekommen sind am Ende 70 Potenzialflächen verteilt auf die 13 Ortsgemeinden in der VG. Nur eine Gemeinde ist leer ausgegangen: Falkenstein. Das Gebiet rund um den Donnersberg ist geschützt, deswegen dürfen dort keine Photovoltaikanlagen gebaut werden.
Insgesamt sind von der VG, die 11.100 Hektar Fläche hat, 690 Hektar Potenzialfläche, also 6,2 Prozent. Die meisten Auswahlmöglichkeiten zur Ausweisung von Flächen für Photovoltaik haben prozentual gesehen die Ortsgemeinden Wartenberg-Rohrberg (12,4 Prozent), Steinbach (12), und Höringen (11,7). Etwas eingeschränkter ist zum Beispiel Sippersfeld, mit 2,9 Prozent Potenzialfläche, was dort aber dennoch 37 Hektar sind. Börrstadt hat sogar insgesamt 130 Hektar für mögliche Photovoltaikanlagen.
Kommunale Eigenregie
Im nächsten Schritt sollen jetzt die Flächen eingegrenzt werden. „Jede Ortsgemeinde entscheidet, ob man die Flächen in den Flächennutzungsplan übernehmen soll oder lieber streicht“, berichtet Bürgermeister Rudolf Jacob. Manche Flächen würden vielleicht auch wegen der fehlenden Möglichkeit zur Einspeisung des gewonnenen Stroms wegfallen.
Wenn dieser Anschluss zu weit weg ist, lohne es sich eventuell nämlich nicht, entsprechende Leitungen zu verlegen. Parallel zur Ausweisung der Flächen könnten entsprechende Bebauungspläne mit auf den Weg gegeben werden. Auf jeden Fall soll „viel im kommunaler Regie umgesetzt werden“.