Donnersbergkreis Per Smartphone-App zur Mitfahrgelegenheit

Die Verbandsgemeinde Göllheim nimmt gemeinsam mit der Nachbar-VG Eisenberg am auf drei Jahre ausgelegten Pilotprojekt „Digitale Dörfer“ des Fraunhofer-Instituts in Kaiserslautern teil (die RHEINPFALZ berichtete). Am Montag stellte Nicole Spanier-Baro, Leiterin Unternehmenskommunikation und Technologiemarketing, den Mitgliedern des VG-Rats die Eckpunkte vor.
Das Projekt Digitale Dörfer ist Teil des strategischen Forschungsprogramms „Smart Rural Areas“. Es zielt darauf ab, eine Kombination aus realer und virtueller Testregion aufzubauen. Dabei hatten Verbandsgemeinden und Landkreise aus Rheinland-Pfalz die Möglichkeit, sich als Digitale Dörfer zu bewerben. Im Grunde geht es darum, durch digitale Technologie, sprich: die Möglichkeiten, die das Internet bietet, Menschen im ländlichen Raum Vernetzungsmöglichkeiten zu geben, die die Standortnachteile gegenüber der Stadtbevölkerung ausgleichen können. Weniger abstrakt: Menschen, die beispielsweise Einkäufe nicht selbst erledigen können, soll ermöglicht werden, Verbindung mit anderen Menschen aufzunehmen, die bereit sind, diese Besorgungen mitzumachen. Oder Menschen, die Mitfahrgelegenheiten suchen, sollen mit anderen, die solche anbieten, vernetzt werden. Auch Pakete könnten auf diese Art transportiert oder in leicht erreichbaren Zwischenstationen, sogenannten Hubs, gelagert werden. Es soll aber auch zum Beispiel möglich sein, die Körperfunktionen von Menschen digital zu überwachen und bei Überanstrengung vor den Folgen für Herz und Kreislauf zu warnen. Die Vernetzung soll über eine App auf dem Smartphone oder Tablet-Computer möglich sein. Vor allem ältere Menschen sollen dadurch in die Lage versetzt werden, weiterhin ein selbstständiges Leben zu führen, aber auch Jüngere will man auf diese Weise im ländlichen Raum halten. Im kommenden Jahr soll in der VG Betzdorf und in den Verbandsgemeinden Göllheim und Eisenbahn das Pilotprojekt starten, das vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software-Engineering (IESE) entwickelt wurde. Voraussetzung für die Teilnahme war unter anderem eine Einwohnerzahl von mindestens 12.000 in der Region – und flächendeckendes mobiles Internet sowie guter Handyempfang. In zunächst zwei jeweils vierwöchigen Testphasen – im Mai und im September – soll nach Aussage von Nicole Spanier-Baro eine „virtuelle Region“ aufgebaut werden. Sie betont, dass es sich dabei um ein Forschungsprojekt handelt, bei dem während des Verlaufs neue Erkenntnisse gewonnen werden sollen. Freiwillige Testpersonen werden übrigens noch gesucht. 15 Betriebe in beiden VG, darunter Supermärkte, aber auch Einzelhandelsbetriebe, haben ihre Teilnahme bereits zugesagt. Weil die Federführung des Pilotprojektes bei der Verwaltung der VG Eisenberg liegt, wo auch eigens für die Umsetzung eine neue Stelle geschaffen wurde, hat der VG-Rat dem Abschluss eines Kooperationsvertrages zwischen beiden Verbandsgemeinden zugestimmt. Die Umsetzungskosten für das Gesamtpaket betragen 200.000 Euro und werden zu 90 Prozent vom Land getragen. Die verbleibenden zehn Prozent teilen sich die beiden Verbandsgemeinden. (ajh)