Donnersbergkreis Nur Petrus spielt beim Jubiläum nicht mit
Improvisationstalent war von den Verantwortlichen gefragt beim Fest zum 50-jährigen Bestehen des protestantischen Kindergartens Winnweiler. Hatte doch Petrus den Planungen für eine schöne Feier auf dem Außengelände der Kita einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber der notwendige Umzug ins nahe gelegene Festhaus hat der guten Stimmung keinen Abbruch getan – wenn auch die kleinen Gäste eine gehörige Portion Geduld mitbringen mussten, ehe sie nach Herzenslust herumtoben durften.
Denn im morgendlichen Gottesdienst in der protestantischen Kirche zum Auftakt sowie anschließend im Festhaus standen eine Reihe von Reden auf dem Programm. Wobei manche Laudatoren dann doch Erbarmen hatten und ihre Ansprachen abkürzten, um die Kleinen nicht länger als notwendig auf die Folter zu spannen. Presbyterin Regina Mayer-Oelrich legte ihren Worten das bekannte Bibelzitat „Lass die Kinder zu mir kommen“ zugrunde, mit dem Jesus seine Jünger ermahnt hat. „Kinder werden von Erwachsenen oft für störend gehalten“, sie sollten still sein und sich ruhig verhalten, so Mayer-Oelrich. Dabei könne man von ihnen doch vieles lernen: Sie seien unermüdlich beim Lernen, sagten, was sie denken, und seien nicht nachtragend. „Nehmen wir uns wirklich Zeit für die Bedürfnisse der Kinder?“ Diese Frage stellte die Kita-Leiterin Ute Knobloch in den Raum. Im protestantischen Kindergarten in Winnweiler habe man deshalb ein „Kinderparlament“ gegründet, das den Kleinen im Kindergarten die Möglichkeit zur Mitbestimmung gebe. Knobloch forderte die Erwachsenen auf, genauso unbefangen und vorurteilsfrei wie Kinder zu sein. Gemeindediakonin Heide Plattner hatte zusammen mit den Kindern das „Vater unser“ mit Bewegungen einstudiert – und alle Gäste in der protestantischen Kirche machten eifrig mit. Pfarrer Friedrich Schmidt stellte daraufhin die Gegenfrage: „Sollen wir nun kindisch werden?“ Seine Antwort lautete nein: Erwachsene sollten aber im Kleinen denken, spontan sein und sich freuen. Und ebenso herzlich wie Jesus sein, lautete Schmidts Fazit. Im Festhaus folgten vor dem leckeren Mittagessen weitere Grußworte. Der ehemalige Ortsbürgermeister, Presbyter und Kita-Vater Robert Simon erzählte aus der Anfangszeit des Kindergartens. Geplant hatte er eine längere Rede, die er jedoch mit Verweis auf das deutlich geringere „Sitzfleisch“ der Kinder deutlich reduzierte. Gleich taten es ihm der Winnweilerer Orts- und Verbandsbürgermeister Rudolf Jacob, der Landespfarrer der rheinland-pfälzischen Diakonie Albrecht Bähr und Kreisbeigeordneter Hugo Paul. Letzterer würdigte die Arbeit der Erzieher mit einem Zitat von Marcel Proust: „Lasst uns dankbar sein gegenüber Menschen, die uns glücklich machen. Sie sind liebenswerte Gärtner, die unsere Seele zum Blühen bringen.“ Im Verlauf des Nachmittags durften die Kinder das Stück „Der Regenbogenfisch“ nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Marcus Pfister aufführen. Monika Steller, Christiane Bolzer-Simon, Jasmin Keim, Thommy Schade und Praktikantin Nicole Schmieder hatten mit den Kindern die Vorführung einstudiert und waren in den enthusiastischen Applaus der Gäste eingeschlossen. Zusätzlich hatten Jutta Geissler und Anke Porz in ihrem Atelier die kleinen Künstler zu grandiosen Exponaten motiviert. In einem Raum der Kita gab es als Dauerschleife eine Powerpoint-Präsentation, in der alte Fotos aus der Kita-Historie gezeigt wurden. Und trotz Nieselregens durften sich die Kinder dann bei vielen lustigen Spielen nicht nur in der Kita, sondern doch noch auf dem Außengelände verausgaben.