Donnersbergkreis Nun „funkt’s“ auch in Albisheim

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Wer in Albisheim beispielsweise zur Sauna geht, hat es vielleicht schon bemerkt: Dort klebt seit einiger Zeit ein Freifunk-Sticker an der Eingangstür, der auf einen kostenlosen, drahtlosen Internetzugang hinweist. Ein Klick auf das Smartphone, bei den W-Lan-Einstellungen „westpfalz.freifunk.net“ ausgewählt und schon ist man drin. Denn wie schon in Kirchheimbolanden oder Rockenhausen „funkt“ es jetzt auch in Albisheim.

Aber auch anderswo gibt es in Albisheim freies W-Lan. Sei es im Supermarkt, Elektrofachgeschäft, beim Blumenladen oder beim Friseur, viele Gewerbetreibende bieten diesen Service mittlerweile für Kunden und Mitbürger an. Den Anstoß dazu gab Nicole Marsenger, die eine medizinische Fußpflege betreibt und durch das Freifunkprojekt in Kirchheimbolanden inspiriert wurde. Dort ist es der privaten Initiative „Freifunk Westpfalz“, die auf den Chaos-Computer-Club in Kaiserslautern zurückgeht, innerhalb kürzester Zeit gelungen, im gesamten Stadtzentrum das kostenlose Bürgernetz auszubauen (wir berichteten mehrfach). Anfänglich haperte es in Albisheim jedoch an einer schnellen Umsetzung. Dann machte Jamill Sabbagh auf die Situation der Flüchtlinge im Dorf aufmerksam. Als Sohn einer christlich-arabischen Familie in Israel geboren und seit über 30 Jahren in Albisheim zuhause, versteht er die Flüchtlinge bestens. Deren großes Problem war oftmals ein fehlender Internetzugang. Schnell mal über das Internet die Sprache übersetzen, sich über Behördengänge informieren, die neusten Nachrichten lesen oder den Kontakt zu Angehörigen in der Heimat, blieb den Flüchtlingen verwehrt. Die Bereitstellung eines festen Telefonanschluss in den Unterkünften der Flüchtlinge war äußerst bürokratisch, sehr kompliziert und nur schwer auf behördlichen Weg zu realisieren. Die Albisheimer Gewerbegemeinschaft kaufte die benötigten Geräte, die anschließend kostenlos an einige Gewerbetreibende verteilt wurden. Wie wichtig das Internet ist, zeigte sich insbesondere an den Neuankömmlingen, die teilweise notgedrungen vor den Geschäften standen, um den freien Internetzugang nutzen zu können. Das Angebot wurde dankbar angenommen, doch das Freifunknetzwerk in Albisheim soll weiter wachsen. Hierfür werden nach wie vor Leute zum Mitmachen gesucht, die ihre Bandbreite des eigenen Internetanschlusses teilen oder einfach nur einen Router als Erweiterung (Repeater) aufstellen möchten. Einzelne Geräte gibt es ab 20 Euro. Unterstützung gab es in Albisheim beim Aufbau des Freifunknetzes auch von Ortsbürgermeister Friedrich Strack. Neben dem Rathaus wird demnächst auch im Dorfgemeinschaftshaus ein Router aufgestellt, um die flächendeckende W-Lan-Versorgung in der Dorfmitte voranzutreiben. Pläne, ein Außengerät am Kirchturm zu befestigen, wurden allerdings auf Eis gelegt. Bei einigen Gesprächen sei man auf Vorbehalte gestoßen, erzählt Christoph Lachmann, zweiter Vorsitzender der Gewerbegemeinschaft. Inge Baumbauer findet das Freifunk-Projekt klasse. In ihrem Gästehaus „Villa Wernz“ habe sie sich früher immer mit dem Telekommunikationsanbieter auseinandersetzen müssen, nun sei mit Freifunk alles ganz einfach. Und so freuen sich nicht nur die Flüchtlinge, die mit den Familien in ihrer Heimat in Kontakt treten können, über das freie Netz in Albisheim, sondern auch die Touristen in der Ortsgemeinde. (dra)

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