Donnersbergkreis Not-Helfer unter „Zug“-Zwang

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Im Sommer wartet schon die „Grüne Hölle“ mit all ihren wahrlich höllischen Auswüchsen, die Helfern in der Not so einiges abverlangt. Gerüstet für die „Grüne Hölle“ – das Musik-Ereignis am Nürburgring – aber sind die in Rot gedressten Notfall-Spezialisten vom DRK Winnweiler bereits jetzt: Das haben sie bei einem nicht minder anspruchsvollen Einsatz gerade erst unter Beweis gestellt. Die Einsatzgruppe des nordpfälzischen DRK-Ortsvereins hat am Rande des Rosenmontagszugs in Mainz wieder ein gehörig Teil zu Sicherheit und Hilfeleistung im Fall der Fälle beigetragen.

Die Winnweilerer Rot-Kreuzler zählen schon zu den bewährten „Stammkräften“, wenn in der Landeshauptstadt Abertausende Narren toben und den Sicherheitskräften so einiges abverlangen. seit einigen Jahren schon ist die Einsatzgruppe alljährlich mit von der Partie. Am Montag war die Helfer-Delegation neun Kräfte stark – und hatte so einiges zu tun. Wirklich Schlimmes hat Ortsvereins-Chef Sven Lang nicht zu berichten: „Zum Glück“, es sei bei den üblichen Einsätzen geblieben. Da mussten Leute versorgt werden, die allzu tief ins Glas geschaut hatten. „Wenn es gegen Abend kälter wird und der Alkohol seine Wirkung zeigt, gibt’s da schon einiges zu tun“, sagt Lang. Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz: Sven Lang, Einsatzgruppenleiter Siegfried Nurmuhamed und dessen Stellvertreter Martin Dahlem, sie betrachten solche Auftritte wie beim Rosenmontagszug denn immer auch als willkommenen Praxistest, als Übungs- und Lerneinheit gerade für die jüngeren, noch weniger erfahrenen Mitstreiter. „Junge Sanitätshelfer haben dabei die Chance, erste Erfahrungen bei größeren Sanitätsdiensten zu sammeln und den Betrieb eines Behandlungsplatzes kennenzulernen“, erläutert Lang. Was macht die Truppe da in Mainz? Sie läuft sozusagen Patrouille, schaut innerhalb des ihr zugewiesenen Einsatzgebiets auch mal in Seitenstraßen nach, ob da nicht jemand kompetenter Hilfe bedarf. Die Sanitätsstreife versorgt Hilfsbedürftige dann gleich vor Ort oder bringt sie zum Behandlungszelt. Die potenziellen Retter halten vor allem die Zugteilnehmer im Blick – und selbstredend besonders die vielen Zuschauer, die die Strecke säumen. Braucht jemand Hilfe, so steht für die Versorgung besagtes Behandlungszelt bereit: „Dort werden nicht nur Verletzungen versorgt, dort werden auch stark Betrunkene betreut“, verdeutlicht Lang. Dabei gilt es etwa, die sogenannten Vitalfunktionen – Bewusstsein, Atmung, Kreislauf – zu kontrollieren. Das sei Standardaufgabe; doch die unter realistischen Bedingungen zu erfüllen, das sei eben vor allem für den DRK-Nachwuchs doch eine wichtige Erfahrung. „Sie müssen unter Druck das Wissen und die Fertigkeiten, die ihnen in der Bereitschaftsausbildung vermittelt worden sind, auch umsetzen“, sagt Sven Lang. Mit Rat und Tat zur Seite stehen dabei stets die „alten Hasen“, erfahrene Rettungssanitäter und -Assistenten. Die sind bei solchen Großeinsätzen aber ohnehin stark gefordert. Nicht nur zu Ausbildungszwecken... Am Montag in Mainz gab’s auch „Unterricht“ in einem anderen Fach, in dem Helfer wie die Rot-Kreuz-Kräfte fit sein müssen: Direkt vor ihren Augen war eine Schlägerei ausgebrochen. „Da meinen gerade die Jüngeren, sie müssten unbedingt dazwischen gehen und schlichten“, stellt Lang fest. Gerade in solchen Fällen aber müssten die Einsatzkräfte besonders besonnen reagieren: Wie man mit Aggressionen, aber auch mit allzu distanzlosem Verhalten umzugehen habe, wie man „deeskalierend“ wirken könne, auch das müsse der Bereitschaftsdienst-Nachwuchs unter realen Gegebenheiten lernen. Die Hilfsmaschinerie bei stetig wiederkehrenden Großereignissen wie dem Rosenmontagszug läuft nach bewährtem Muster. Da muss schon ein Rad ins andere greifen, dank der Erwahrungswerte aber sei dies auch gewährleistet. Die Winnweilerer indes sind durchaus froh, dass sich ihnen bei derartigen Einsätzen immer wieder eine Bewährungsprobe eröffnet. Die nächste kommt bei der „Grünen Hölle“, dem Nachfolge-Ereignis von „Rock am Ring“, auch dabei sind die Winnweilerer seit Jahren gefordert, betreuen an der zum Open-Air-Gelände umfunktionieren Rennstrecke sogar ihre eigene Einsatz-Station. Als zum Teil auch hauptamtlich tätige Rettungsassistenten, als Sanitäter, auch als „First Responder“ sind die Katstrophenschutz-Mitstreiter aus Winnweiler ohnehin das ganze Jahr über im Training. Echte Belastungsproben aber schultern die Mitglieder der Einsatzgruppe des 20 aktive Mitstreiter starken DRK-Ortsvereins in Winnweiler immer wieder gerne. Und dies stets ehrenamtlich, wie Ortsvereins-Chef Sven Lang sagt. „Das versteht sich doch wohl von selbst.“

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