Kriegsfeld RHEINPFALZ Plus Artikel North Point: Baubeginn am Munitionsdepot mit deutlicher Verzögerung

Eine der Bunkerstraßen im Munitionsdepot.
Eine der Bunkerstraßen im Munitionsdepot.

Erst zwei Jahre später als geplant werden die Bauarbeiten am Munitionslager North Point beginnen. Dennoch hält die Bundeswehr an ihrem Zeitplan zur Wiederinbetriebnahme des Depots fest – und gibt ein Versprechen.

Noch im Jahr 2022 sollte es losgehen mit den Bauarbeiten am Munitionsdepot Kriegsfeld, das die Bundeswehr zum 1. April 2026 wieder in Dienst stellen will. So zumindest lautete der Plan vor Jahresfrist, als die damalige Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer über die Stationierung entschieden hatte. Nun aber gibt es deutliche Verzögerungen beim Baubeginn, wie ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr auf RHEINPFALZ-Anfrage mitgeteilt hat.

Gelände bekommt neuen Zaun

Grund sei die Umweltverträglichkeitsprüfung, die vor Baubeginn abgeschlossen sein muss. Das sollte ursprünglich 2022 der Fall sein, dieser Zeitplan aber hat sich deutlich verschoben. Man rechne mit dem Abschluss der Studie „nach derzeitiger Einschätzung nicht vor 2024“, sagte der Sprecher. Dennoch halte die Bundeswehr an ihrem Plan fest, das Munitionsdepot schon 2026 wieder nutzen zu wollen.

Bis dahin sei noch „eine Vielzahl von Infrastrukturmaßnahmen“ notwendig. Unter anderem wird ein Büro- und Unterkunftsgebäude gebaut, ebenso verschiedene Werk- und Abstellhallen. Auch müsse die Zaunanlage erneuert werden. Nicht mehr benötigte Bauwerke würden zurückgebaut. Die Munitionslagerhäuser und das Munitionsarbeitshaus müssten saniert werden.

Keine Investitionen außerhalb

Ebenfalls saniert werden sollen Straßen – allerdings nach derzeitigem Stand lediglich auf dem Gelände des Depots. Aus Sicht der Bundeswehr sind in der Umgebung des Areals keine Investitionen nötig, um das Munitionslager wieder nutzen zu können. Viele lokale Akteure hoffen, dass sich an maroden Straßen in der Nähe von North Point durch die Reaktivierung etwas tut.

Wie viel Geld am Ende tatsächlich in das Depot investiert werden muss, das lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend abschätzen, schilderte der Sprecher. Zuletzt war von einer Investitionssumme von rund 70 Millionen Euro ausgegangen worden. Das ursprünglich in den 1950er Jahren vom amerikanischen Militär angelegte Gelände mit seinen 155 Bunkern diente von 1995 bis 2010 schon einmal der Bundeswehr. In diesem Zeitraum hatte es sich auch einen Namen als Tagungsstätte der Bundeswehr mit 25.000 Übernachtungen gemacht. In den zurückliegenden Jahren lag es brach.

Ortsbürgermeister hofft auf engere Abstimmung

Ein wenig nach unten korrigiert wurde indes die Anzahl der Dienststellen, die wieder entstehen sollen. Statt von 89 – wie vor Jahresfrist – geht die Bundeswehr jetzt noch von 84 Dienstposten aus, sieben militärischen und 77 zivilen. Kriegsfelds Ortsbürgermeister Albert Ziegler erhofft sich, dass die Geschäfte im Ort profitieren werden, womöglich auch der eine oder andere seinen Wohnsitz nach Kriegsfeld verlegen wird. Und selbstredend sei er auch schon vielfach darauf angesprochen worden, ab wann und wie viele Arbeitsmöglichkeiten sich in North Point bieten werden.

Kontakt zur Bundeswehr besteht allerdings derzeit nicht. Das bis dato letzte Gespräch datiere vom September 2020, berichtet Ziegler, der sich über diese Situation alles andere als glücklich zeigt. „Die Ortsgemeinde war zuletzt 2020 in Besprechungen eingebunden“, bestätigte der Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr. Gleichzeitig sicherte er zu, „die Kommunikation mit den Kommunen wird in den nächsten Wochen wieder aufgenommen“.

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