Donnersbergkreis „Noch Luft nach oben“
«Jettenbach.»Die Ansprache geriet gestern Abend kurz und knackig. Klar: Christian Bauer hatte kurz nach Spielschluss im Mannschaftskreis nicht viel loszuwerden – außer Lob. „Tolle mannschaftliche Leistung“, bescheinigte der Coach seinen Kickern nach deren Auftaktsieg in der Relegationsrunde. Mit dem 2:0-Triumph über den FV Kusel gestern in Jettenbach ist das Aufstiegsticket zur Bezirksliga für den TuS Bolanden in greifbare Nähe gerückt.
Redebedarf aber gab es später doch noch. „Ich hab’s selbst nicht gesehen, ich werde jetzt gleich mal mit ihm sprechen“, sagte Bauer nachdenklich, als er quer über den Platz Richtung Kabine schlenderte und sich dabei nicht zu schade war, den „Wasserträger“ zu geben. Bauer schleppte die Sprudelkiste, stellte sie aber mal eben ab, um seinem herbei geeilten Trainerkollegen die Hand zu schütteln. Johan Steuers Gratulation nahm er erfreut entgegen – das Gespräch, das er dann noch suchen sollte, war wohl weniger erfreulich. Es betraf den einzigen Wermutstropfen, der sich in den Freudenbecher des A-Klassen-Vizemeisters gemogelt hatte. Die 96 Minuten, die Schiedsrichter Felix Zwirbel die Akteure am heißen Nachmittag hatte brummen lassen, waren gerade vorbei. Schlusspfiff. In dem Moment kreuzen sich die Wege von Kusels Top-Torjäger Patrick Clos und TuS-Verteidiger Andreas Ruppert. Der Nordpfälzer soll nun Clos einen Schlag verpasst haben. Schiri Zwirbel jedenfalls zückte Rot. Unerklärlich dieser Ausraster direkt nach dem Erfolgserlebnis. Clos, der während der Saison satte 55 Mal getroffen hatte, blieb gestern ohne echte Chance. Er leidet seit Beginn der Saisonverlängerung unter Ladehemmung. So beim vergeigten Kreispokal-Finale, so auch beim Titel-Endspiel, das Kusel ebenfalls gegen den FC Queidersbach versemmelt hatte. Statt Meisterfeier Verlängerung in der Relegationsrunde: Bei Clos wäre Frust verständlich gewesen. Bei Ruppert nicht. Dass der Top-Goalgetter der Region mit seiner Elf gestern nichts riss, daran hatte aber die Bauer-Equipe erklecklich Anteil. Die machte dem Favoriten das Kicken gewaltig schwer. Die Defensiv-Reihe stand, dahinter agierte Kapitän und Keeper Michael Hahn als großer Rückhalt. Die stärksten von Hahns starken Szenen: In Minute 34 war er gegen Kevin Berger zur Stelle, in der 82. reagierte er grandios im Eins-zu-Eins gegen den über links durchgebrochenen Daniel Schröck. Der FVK hatte klare Feldvorteile, agierte spielerisch besser. „Aber wir haben dagegengehalten, haben echt gut gespielt“, freute sich Kevin Bär. Er war es, der in Minute 17 die erste Weiche gestellt hatte. Bär wuselte entlang der Strafraumlinie, bis er die Lücke erspähte – und schloss gekonnt ab. „Jetzt freuen wir uns über eine freie Woche“, stellte indes sein Trainer voller Zuversicht fest. Kann Bolanden in der Bezirksliga bestehen? „Bei uns ist noch Luft nach oben“, ist Bauer überzeugt. Regionalsport