Donnersbergkreis Neustart für Keltengarten
Der Kreisausschuss unterstützt einen Neubeginn beim Keltengarten in Steinbach. Für den Themenpark, der vor elf Jahren sehr erfolgreich anlief, inzwischen aber nicht mehr regulär geöffnet ist, bewilligte das Gremium 30.000 Euro aus den Ausgleichsmitteln für den Bau von Windradanlagen, um erste Sanierungsschritte zu fördern.
Kreisdezernent Albert Graf erinnerte daran, dass der als Ergänzung zum Keltendorf angelegte Keltengarten in den ersten Jahren Tausende Besucher angezogen hat. Das sei indes deutlich zurückgegangen. In den letzten zwei Jahren sei der Garten nur noch zu etwa 20 Aktionstagen jährlich geöffnet gewesen. Etwa eine Viertelmillion Euro seien damals in das Projekt geflossen, elf Stationen waren geplant, wovon nicht alles fertig geworden sei wie etwa der Triskell-Spielplatz, manches wie etwa die Station zum keltischen Ackerbau sei durch den Rückzug der Macher „ein Stück weit eingeschlafen“. Inzwischen geht es um eine Neukonzeption mit einem neuen Betreiber: Die Aufgabe soll der Verein Keltendorf Steinbach von der Kreisgruppe des Naturschutzbundes „Nabu“ übernehmen, der Eigentümer des Geländes sei. Eine Bewilligung von 30.000 Euro sei mit dem Landespflegebeirat, der sich die Situation vor Ort angeschaut habe, abgesprochen worden, und er sei mit dieser Verwendung der Mittel einverstanden, so Graf. Im einzelnen gehe es darum, das Eingangsgebäude wieder durch Solar-Module mit Strom zu versorgen, das durch Vandalismus beschädigte Eingangstor zu erneuern, Info-Tafeln aufzustellen, die Wegeführung zu verbessern, ebenso die Raststationen, Sitzgelegenheiten und den Spielplatz. Darüber hinaus steht auch ein Anschluss an die Wasserversorgung im Raum. Auf die Frage Rudolf Jacobs (CDU), wovon die 30.000 Euro die Anschubfinanzierung seien, nannte Graf eine Summe von 80.000 bis 100.000 Euro, die benötigt werde, wovon auch die Sparkasse 11.000 Euro bereitgestellt habe (wir berichteten). Jacob mahnte, dass eine solche Investition nur sinnvoll sei im Rahmen eines schlüssigen Betriebskonzeptes. Zu überlegen sei auch, ob man die Anlage nicht grundsätzlich offen lasse, wenn der Personaleinsatz für das Kassieren von Eintritt eventuell teurer ausfalle als die Einnahmen. Dazu informierte Graf, dass der Keltendorf-Verein mit dem Büro Entra ein Konzept entwickeln möchte. Büroleiterin Judith Schappert berichtete, dass man auch mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und den Gästeführern im Gespräch sei, im Sommer möchte man dazu auch ein öffentliches Treffen anbieten. Zur Frage einer Öffnung der Anlage verwies sie auf den gerade erst erneuerten Zaun sowie die Gefahr von Vandalismusschäden. Gegen diese Verwendung der Ausgleichsmittel spreche nichts, beschied Graf eine Frage Uli Kolbs (FWG), der gebotene Bezug zu Umweltschutz und Naturpädagogik sei gegeben. Zweifel am künftigen Betreiberverein ließ Christian Ritzmann (FDP) anklingen. Könne der das stemmen, wenn mit dem Nabu eine der mitgliederstärksten Organisationen im Kreis davon Abstand nehme? Diese Sorge teilte Landrat Winfried Werner nicht. Der Nabu habe gleichzeitig viele Projekte im Kreis zu betreuen und sei auch im Keltengarten nur mit einigen Akteuren präsent gewesen. Zudem habe der Verein in der Betreuung des Keltendorfes bewiesen, dass er eine solche Aufgabe stemmen kann. Für die groben Arbeiten könne er auf die Beschäftigungsgesellschaft des Kreises zurückgreifen. Nach Grafs Worten stünden aus den Windkraft-Ausgleichsmitteln gegenwärtig rund 939.000 Euro für Projekte im Umwelt- und Naturschutz zur Verfügung. Rund 57.000 Euro seien ausgegeben worden für Amphibientümpel oder Schutzeinrichtungen für Fledermäuse und Uhus. Rund 300.000 Euro seien zurückgestellt worden für die Amphibienleitanlage, die am Kahlenbergweiher entstehen soll und momentan in der Planung sei (wir berichteten). Michael Cullmann (SPD) wies darauf hin, dass hier Mittel etwa für Spielplatzausstattungen eingesetzt würden. Auf die Frage, wie man mit Wünschen der Gemeinden nach Unterstützung von Spielplatzsanierungen aus diesem Topf umgehen solle, empfahl Werner, sich im Einzelfall mit dem Kreis zu beraten. „Wir schauen, wie es geht, nicht wie es nicht geht“, sicherte Werner zu.