Donnersbergkreis Neun Mal geht es in den fünften Satz

HÖRINGEN. Das Adrenalin floss – und der ASV Höringen bekam das große Nervenflattern. Ein großartiges, ein hart umkämpftes Derby lieferte er sich mit den TTF Rockenhausen: An eigenen Platten verlor der ASV das Abstiegsdrama gegen den Mitaufsteiger – unglücklich – mit 5:9. Verrückt, dass neun von 14 Spielen über die volle Distanz gingen. Noch verrückter, dass die Höringer acht davon abgaben. Die TTF legten immer noch eine Schippe drauf. Sie halten die Bezirksliga.
Es kommt nicht oft vor, aber auch einem Günther Rutz fehlen manchmal beschreibende Worte. Als er völlig baff im kleinen Höringer Gemeindesaal stand, grinste er einfach vor sich hin. Seine Augen leuchteten. „Das ist unglaublich. Niemals hätte ich das gedacht“, war das Einzige, was Rutz – so kurz nach dem Spiel um 23.30 Uhr – vor sich hin stotterte. Ein dreieinhalbstündiges Drama lag hinter ihm. Mit Haken und Ösen hatten sich beide Lokalrivalen bekämpft – die TTF das bessere Ende gezogen. Zugegeben glücklich: Von neun Fünfsatz-Krimis holten sie acht. Nur zwei hätten kippen müssen, schon hätte es anders ausgesehen. „Rockenhausen war in den knappen Spielen immer etwas besser. Wir konnten unsere Vorsätze nicht umsetzen“, haderte ASV-Spielführer Wolfgang Frohs. Matchwinner der TTF: Rutz und – mal wieder – Niclas Bauer. Fünf Spiele gingen auf ihr Konto. Rutz, nach Wochen in schwacher Form, lief groß auf, knackte sogar Höringens Granate Marcel Dohmen. Natürlich mit 3:2. „Nachdem die Doppel gespielt waren, hatte ich schon Schlimmes befürchtet“, gab die TTF-Spitze mit Blick auf den 1:2-Start zu. Doch seine TTF behielten die Nerven. Sie halten die Klasse. Der ASV muss zittern...Punkte ASV: Haag/Dohmen, Denzer/Rubel, Dohmen, Denzer, Seib – Punkte TTF: Rutz/Bauer, Rutz (2), Bauer (2), Portz, Nehm (2), Kuntz. TV Alsenborn – TTC Winnweiler 3:9. Irgendwie mache er sich noch leise Hoffnungen, sagt Gunter Franck. Nicht auf den „Vize“-Titel – den hat sein TTC nach dem Kantersieg ohnehin eingetütet. Nein, auf die Meisterschaft. Unrealistisch, weiß Franck, aber nicht unmöglich. „Das klappt höchstens, wenn die TSG Kaiserslautern gegen Alsenborn und Bann verliert. Ich habe gehört, Bann spielt erstmals gegen die TSG komplett“, mutmaßt der Winnweilerer Kapitän. „Aber ich denke mal, dass wir Zweiter werden.“ Bei jetzt fünf Zählern Vorsprung kann da kaum was anbrennen – zumal der TVA das Rennen um die Relegation nicht so richtig ernst nimmt. Gegen den TTC lief er geschwächt auf, Arno Schultz und Mario Friedrich fehlten. Einzig Winnweilers hinteres Paarkreuz mit Franck und Thomas Pfannenstein schwächelte – sie verloren gegen Walter Bode und Anti-Top-Stratege Andreas Schneider. „Hinten hätte das nochmal verdammt eng werden können. Gut, dass wir zugemacht haben“, freute sich Franck – über einen wohl zweiten Platz.Punkte TTC: Pfannenstein/Wiegand, Haag/Böttger, Müller (2), Wiegand (2), Haag, Böttger (2).Bezirksliga Vorderpfalz NordVfR Hettenleidelheim – TSG Zellertal 8:8. Vor dem Spiel hätte Harald Zinser ein Remis gerne angenommen. Dankend, mit beiden Händen. „Wenn mir das einer gesagt hätte, hätte ich einen Haken dran gemacht“, sagte der TSG-Mannschaftsführer nach dem 8:8. Denn: Mit Walter Fromkorth fiel den Zellertalern die etatmäßige Nummer drei weg, sie reisten mit Ersatz an. Und das zum entscheidenden Kellerfight, beim VfR, der punktgleich, nur mit leicht schlechterem Spielverhältnis auf dem ersten Abstiegsplatz rangiert. Wenig beruhigend. Mittlerweile aber, da kann sich die TSG über das 8:8 auch ärgern. Erst führte sie 5:1, dann 7:5. Besonders dank eines überragenden Matthias Ermel, der zwei Einzel, das Auftaktdoppel mit Zinser und zur Krönung auch noch das Schlussdoppel einstrich. „Der Sieg lag schon halb in der Luft. Mit dem Punkt muss man aber zufrieden sein“, erklärte Zinser. Die Baustelle: ein hinteres Paarkreuz, das keine Zähler beisteuerte. Eng ist es, unten in der Bezirksliga. Jetzt geht es nicht mehr nur um Punkte – sondern um jedes gewonnene Einzel und Doppel, das letztlich Zünglein an der Waage spielen kann...Punkte TSG: Zinser/Ermel, Fischer/Peter, Müller, Ermel (2), Zinser, Fischer, Zinser/Ermel. (ppp)