Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Wanderweg bietet Rätsel speziell für Kinder

Wegweiser mit „Rocki“, der immer wieder entlang des Weges zu sehen ist.
Wegweiser mit »Rocki«, der immer wieder entlang des Weges zu sehen ist.

Das erste Rätsel hatten die vier Kinder der Grundschule Rockenhausen schnell gelöst. Aus einem kurzen Text ergab sich die erste Nummer des Codes, der am Ende der Schlüssel zur Belohnung sein sollte. Sechs Stationen gibt es entlang des neuen Rätselwanderwegs für Kinder durch den Rockenhauser Stadtwald zu entdecken.

Um die 20 Stunden habe das Organisationsteam für den Weg im Wald verbracht, schätzt Kathrin Spieß, die im September den Antrag für das Projekt im Stadtrat eingebracht hatte. Die Grundschullehrerin war nun auch mitverantwortlich bei der Organisation. Der 1,8 Kilometer lange Weg durch den Rockenhauser Wald richtet sich speziell an Kinder und ihre Familien.

Alle Objekte, die jetzt Teil des Wegs sind, wurden selbst angefertigt und im Wald installiert. Einige Zeit habe es auch gedauert, bis der endgültige Weg feststand, berichtet Spieß: Denn Stadtförster Lothar Burkhart habe zuerst grünes Licht geben müssen, dass die Route auch wirklich sicher ist.

Das Ergebnis der Mühe des Teams ist entlang des Weges zu beobachten. Neben den regelmäßig auftauchenden Wegweisern – die teilweise von Schülern der Grundschule hergestellt worden sind – fallen auch die angelegten Wege zu den einzelnen Stationen auf. Um besser zu den Rätseln zu gelangen, wurden unter anderem kleine Treppen angelegt. „Sehr praktisch“ sei daher gewesen, dass zum Organisationsteam auch ein Schreiner gezählt habe, betont Kathrin Spieß.

Zufällige Entdeckung im Baumarkt

Zu den Rätseln gehört auch eine Konstruktion aus Drehscheiben, mit der die Kinder die Abkürzung „ROK“ im Morsecode bilden müssen, um so an eine Zahl des Lösungscodes zu gelangen. Bei einem Testlauf mit Kindern der Anne-Frank-Grundschule zeigt sich: Es macht Spaß, die Lösungen liegen nicht sofort auf der Hand, sind aber gut machbar.

Station zwei: die Drehscheibe mit Morsecode. Schulsozialarbeiterin Simone Diel hilft den Grundschülern beim Testlauf.
Station zwei: die Drehscheibe mit Morsecode. Schulsozialarbeiterin Simone Diel hilft den Grundschülern beim Testlauf.

Erste Probleme sind mit Hilfe von Schulsozialarbeiterin Simone Diel beseitigt worden, ein Selbstläufer ist der Weg aber dennoch nicht. Wer am Ende eine falsche Zahl notiert hat, kommt auch nicht an die Belohnung. „Das kann natürlich frustrierend sein“, weiß Spieß, dennoch: Alles ist so ausgelegt, dass es für Kinder zu bewältigen ist.

Viele Ideen für Rätsel seien quasi von selbst entstanden, in anderen Fällen habe man sich auch Inspiration von außen geholt, schildert Kathrin Spieß. So müssen die Kinder bei einer Station zunächst ein Seil, an das ein Sandsäckchen befestigt ist, durch einen Ring werfen. Ist das geschafft, können sie das Rätsel über einen Federzug zu sich ziehen. Zufällig sei man auf diese Möglichkeit in einem Baumarkt gestoßen, erinnert sich Spieß.

Öffnet sich am Ende der Briefkasten?

Auch bei den weiteren Stationen wird die Kreativität der Arbeitsgruppe sichtbar – und ebenso die Kreativität der Kinder beim Lösen der Aufgaben. Schon wartet die nächste Lösungszahl: Um sie zu bekommen, müssen die Kinder vier Puzzleteile unter einer Bank hervorholen, die dort mithilfe von Magneten befestigt sind. Zwar habe es oft gedauert, bis die Umsetzung der Ideen geklappt hat, doch „es hat auf jeden Fall Spaß gemacht“, sagt Spieß.

Am Ende gibt es für die Kinder der Anne-Frank-Grundschule dann die verdiente Belohnung. Zwei Zahlenschlösser sichern den Briefkasten, der eine kleine Überraschung enthält. An dieser Stelle zeigt sich, ob man den richtigen Code notiert hat – das haben die Grundschüler offensichtlich geschafft.

Nein, zu schwierig seien die Rätsel nicht gewesen – da legen sich die Grundschüler nach dem Testlauf fest. Die Sache mit der Drehscheibe war wohl die größte Herausforderung, sagen sie – habe aber auch mit den meisten Spaß bereitet. Und ganz wichtig: „Ich find’s toll, dass da gar keine Umweltverschmutzung war“, lobt eines der Kinder den Zustand des Rätselwanderwegs.

Einweihung am Sonntag

Das soll auch so bleiben: „Wir hoffen, dass gut damit umgegangen wird, damit viele daran Spaß haben“, betont Kathrin Spieß. Man habe außerdem versucht, die Rätsel so wetterfest wie möglich zu gestalten, sodass der Weg im Idealfall für zwei Jahre halten werde. Dann könne man schon wieder neue Rätsel installieren – schließlich dürften die meisten die Lösungen bis dahin kennen.

Wer wissen will, welche Belohnung am Ende des Weges wartet, der kann sofort loslegen. Eine offizielle Einweihung gibt es aber auch: am Sonntag, 26. Juni, von 14 bis 17 Uhr. In dieser Zeit gibt es am Start- und Zielpunkt, dem Wanderparkplatz Hintersteinerhof, neben weiteren Infos auch Essen und Trinken.

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