Donnersbergkreis Neuer Treppenlift für Kirchgänger

Ein lange gehegter Wunsch der protestantischen Christen in Winnweiler ist endlich in Erfüllung gegangen: ihre Kirche ist jetzt auch mit einem Treppenlift zu erreichen. Bereits im August 2011 wurde mit ersten Planungen zur Schaffung eines speziellen Zugangs für gehbehinderte Personen begonnen. Dass sich aus diesem zunächst finanziell überschaubaren Vorhaben ein 203.000 Euro teures Bauprojekt entwickeln würde, das erst nach drei Jahren seinen Abschluss finden würde, ahnte damals noch niemand.
Als im Dezember 2011 im Bereich des Lorenz-Steinbrückner-Weges ein Teilstück der Stützmauer aus Sandstein, die den kleinen Hügel, auf dem der 265 Jahre alte Sakralbau thront, umschließt, eingestürzt war, wurde auch der vordere Mauerabschnitt an der Kirchstraße genauer in Augenschein genommen. Und siehe da, auch dort gab es schon deutlich sichtbare Ausbuchtungen, zum Teil wohl auch verursacht durch das Wurzelwerk der vier alten Lindenbäume auf dem Vorplatz der Kirche oberhalb der Mauer. Schnell war den Mitgliedern des Presbyteriums klar, dass die Erneuerung der Mauer der geplanten Innenrenovierung der Kirche vorgezogen werden musste. Und wenn man schon dabei war, sollte auch der Vorplatz eine Verschönerungskur erfahren, zumal dessen Planierung für einen behindertengerechten Eingangsbereich ohnehin erforderlich war. So geriet das ursprüngliche Projekt „Treppenlift“, wofür sich die Verantwortlichen als der preiswertesten Variante aus verschiedenen Planungsentwürfen, entschieden hatten, fast zur Nebensache. Im Sommer 2013 begannen die Arbeiten mit dem kompletten Abtragen der Mauer entlang der Kirchstraße. Die Sandsteine wurden zur Wiederverwendung gekennzeichnet und gelagert, eine Betonmauer errichtet, und mit den vorhandenen Steinen verblendet, sodass die ursprüngliche Optik wieder hergestellt ist. Das Gelände oberhalb wurde angehoben, beide Treppenaufgänge erneuert. Die Seitentreppe am Lorenz-Steinbrückner-Weg musste für die Montage des Aufzugs verbreitert und verlängert werden. Eine Stahlbetonplatte in der Seitenwand der Treppe gewährleistet die Stabilität und Sicherheit des von der Firma Hiro-Lift in Bielefeld gelieferten Aufzugs. Mittels Schließmechanismus kann zur Inbetriebnahme eine Plattform abgeklappt werden, auf der es dann per Sitz oder mit dem Rollstuhl sicher und bequem nach oben geht. Auf dem entsprechend neu gestalteten Vorplatz wurden die unansehnlichen und teilweise schadhaften Waschbetonplatten durch hellen Granit ersetzt, den gleichen Belag erhielten auch die beiden Treppen. Eine kleine Grünanlage, bepflanzt mit niedrigen Sträuchern, grenzt den Vorplatz zur Mauerkrone hin ab. Zwei Feuerahorn, eine Steinweichsel und eine Hainbuche ergänzen die Anlage. Vier neue Lampen beleuchten die mit Handläufen versehenen Treppen und selbstverständlich flankieren auch die beiden imposanten Pfeiler wieder den Hauptaufgang. Sämtliche Arbeiten wurden von ortsansässigen Handwerkern oder Betrieben aus der Region ausgeführt, wie Bauingenieur Reiner Dedores, der für Planung und Bauleitung zuständig war, betont. Laut Dekan Michael Pernt-Weigel belaufen sich die Gesamtkosten auf 203.000 Euro, die, bis auf einen geringfügigen Zuschuss vom Kirchenbezirk, die protestantische Kirchengemeinde Winnweiler aufbringen muss. An Spenden seien bis jetzt 23.000 Euro eingegangen. Der Abschluss der Maßnahme wird nun am kommenden Sonntag um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst gefeiert, dem sich ein Sektempfang anschließt. Eingeladen sind alle am Projekt beteiligten Geschäftsleute und Handwerker, Vertreter der Spardabank Mainz und der Sparkasse Donnersberg als Sponsoren, sowie die Mitglieder der protestantischen Kirchengemeinde und interessierte Mitbürger. (rm)