Sippersfeld
Naturstellplätze und Eco-Konzept: Neue Betreiber haben viele Ideen für Campingplatz
Denn mit dem Bus – besser gesagt mit vielen verschiedenen Bussen – hat das Paar zahlreiche Urlaubsreisen quer durch Europa absolviert. „Wir haben insgesamt mehr Zeit in der Natur als in der Stadt verbracht“, erzählt Silke Alischer. Auf einer dieser Touren sei die Idee geboren worden. „Wir haben uns die Frage gestellt, wo wir in zehn Jahren sein wollen“ – die Antwort sei gewesen: nicht in der Stadt. „Wir wollen nachhaltiger leben“, erklärt der 37-Jährige, der im digitalen Sektor arbeitete. „Die Werte, die uns wichtig sind, konnten wir mit den Jobs, die wir hatten, nicht mehr vereinbaren“, betont Pfenning.
Auf weiteren Trips habe sich dann der Wunsch manifestiert, einen eigenen Campingplatz zu führen. „Wir haben uns dabei viele Ideen und Inspirationen geholt, viel recherchiert, Statistiken geführt und Finanzpläne geschrieben.“ Daraus sei ein Herzensprojekt entstanden. Im Vorjahr haben die beiden dann kurzerhand ihre Jobs in München gekündigt und sich auf die Suche nach einem naturverbundenen Campingplatz begeben. Einen solchen haben sie schließlich im Pfrimmtal gefunden: Die jahrzehntelangen Betreiber Walter Hetsch, Karin Kaufeld und Hans Walter Hetsch hatten beschlossen, sich aus dem Camping-Geschäft zurückzuziehen und einen Nachfolger gesucht – Silke Alischer und Daniel Pfenning haben zugegriffen. „Wir haben alles auf eine Karte gesetzt“, sagt die 28-Jährige, die zuvor in der Fitnessbranche tätig war.
2022 soll Landgasthof wieder öffnen
Übernommen hat das Paar den acht Hektar großen Campingplatz im August und damit in der Hochsaison. „Da war schon sehr viel los“, erinnert sich Pfenning. „Aber es hat funktioniert und wir haben sehr positives Feedback von den Campern bekommen.“ Unverändert werden zu dem an einem Naturschutzgebiet gelegenen Campingplatz das weitläufige Gelände sowie die Vinothek gehören; im kommenden Jahr soll auch der Landgasthof wieder eröffnet werden.
Gegenüber herkömmlichen Campingplätzen soll es einen gravierenden Unterschied geben: Angeboten werden keine engen Parzellen, sondern Naturstellplätze, auf denen sich die Gäste frei entfalten können. „Das ist unser größtes Aushängeschild“, betonen die neuen Betreiber. Sie möchten, dass auf diese Weise ein Gefühl von Wildcampen entsteht. „Wir werden zudem noch mehr Wert auf außergewöhnliche Übernachtungen und Naturerlebnisse legen“, berichtet Pfenning weiter. Angedacht ist etwa die Schaffung von Räumen mit vielen Glasflächen und offenen Dächern, „durch die man die Sterne beobachten und in den Wald schauen kann“. Angedacht sind außerdem Stellplätze, auf denen Besucher künftig eine eigene kleine Sauna vorfinden.
Ziel: „Wir wollen uns Eco Campingplatz nennen“
Ein weiteres Ziel formuliert das Duo: „Wir wollen uns Eco Campingplatz nennen.“ Das heißt konkret: keine Chemiezusätze für Toiletten, saubere Mülltrennung und eine Umstellung auf LED. Auch das Energiekonzept soll überdacht und die Nachhaltigkeit noch mehr in den Mittelpunkt gestellt werden. Solarzellen seien zum Beispiel schon vorhanden.
Beim Foodkonzept in der Vinothek und im Landgasthof lege man Wert auf regionale und saisonale Produkte. Die „Biokiste“ wird vom Biohof um die Ecke beliefert, regionalen Wein gibt es auch weiterhin. „Wir werden einen Hofladen etablieren, in dem sich die Gäste unsere eigenen Bio-Eier holen können.“ Einige weitere Ideen seien noch in der Planung. Vor allem eines ist den beiden aber wichtig: „Wir wollen eine naturverbundene Wohnzimmeratmosphäre erschaffen“, erklärt Alischer. „Und wenn das rüber kommt, sind wir glücklich.“