Donnersbergkreis Nachtflatterer fühlen sich in der Region wohl

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Damit hatten die fünf Fledermausschützer der NABU-Kreisgruppe Donnersberg nicht gerechnet, als sie Fledermaushöhlen im Nordpfälzer Wald kontrollierten: In vier Stunden purzelte ein Rekord nach dem anderen. Insgesamt fanden sie 54 Fledermäuse. Im bisherigen Rekordjahr 2014 waren es 36.

Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass es nun mehr Fledermäuse in der Region gibt. Die größere Zahl kam durch häufigere Kontrollen zustande. Das ist möglich, weil die Höhlen seit einem Jahr in Griffhöhe hängen. So gab es elf Kontrollgänge zu 18 Kolonien. Erfreulich: 14 Kolonien waren bewohnt. Zwei Kolonien, erst in diesem Frühjahr aufgehängt, waren schon als Nachtquartier angenommen. Gleich 28 Mal wurde dabei das Braune Langohr entdeckt, leicht zu erkennen an seinen Riesenlauschern und mit einer neunköpfigen Schlafgemeinschaft auch die stärkste Gruppe. Die besetzten Kolonien reichten von Dielkirchen im Norden bis Sippersfeld im Süden und von Höringen im Westen bis Steinbach im Osten. Die Nabu-Fledermausschützer freuten sich über diese guten Ergebnisse ihrer Schutzbemühungen. Die 54 Nachtflatterer hatten sichere und dauerhafte Sommerquartiere im Wald gefunden. Weil Höhlen im Wald als Unterschlupf sehr begehrt sind, waren noch andere Untermieter eingezogen: drei Haselmäuse, ein Gartenschläfer, sieben Meisenpaare, drei Kleiber, zehn Nachtfalter, ein Tagfalter, drei Hornissenvölker, zwei Gehäuseschnecken, vier Spinnen und mehrere Tausendfüßer. Die meisten Unterkünfte waren nur von einem Nachtschwärmer bewohnt. Fledermaus-Experte Hans König aus Kirchheimbolanden erklärt: „Im Herbst ist die Paarungszeit der Fledermäuse. Die Männchen besetzen eine Höhle und warten auf Damenbesuch. Mit einem zwitschernden Gesang und einem starken Duftstoff locken sie heiratswillige Partnerinnen an, um dann Hochzeit zu halten. Besonders begabte, gut riechende Fledermaus-Herren dürfen mit mehreren Besucherinnen rechnen.“ „Vielweiberei“ gab’s bei den Braunen Langohren: ein Herr – drei Damen. Bei den Zwergfledermäusen kuschelten zwei Paare. Fledermäuse mussten schon seit dem Altertum unter abergläubischer Verfolgung leiden. Was die Verfolgung durch Jahrtausende nicht geschafft hat, scheinen die heutigen Veränderungen der Umwelt zu schaffen: die Fledermäuse auszurotten. Der Einsatz von Giften in den 1960er und 70er Jahren hatte katastrophale Auswirkungen. Heute sind alle 17 im Donnersbergkreis lebenden Fledermausarten in ihrem Bestand gefährdet und vom Aussterben bedroht. Deshalb brauchen sie menschliche Hilfe und Schutz. Darum haben die nordpfälzer Naturschützer in den Laubwäldern des westlichen Kreisteils 90 Höhlen als mietfreie Unterkünfte aufgehängt. Oliver Helf aus Neuhemsbach und Karl-Heinz Seib aus Höringen, zwei der NABU- Fledermausschützer, sagen: „Es wäre schön, wenn wir mit unserer Arbeit bei anderen Menschen Verständnis und Wohlwollen für die ,Kobolde der Nacht’ wecken könnten.“ |as

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