Fußball
Nach dem Pokalsieg peilt der SV Gundersweiler den Aufstieg an
Schafft der SV Gundersweiler den zweiten Bezirksliga-Aufstieg in seiner Vereinsgeschichte? Nach der A-Klassen- Meisterschaft 2018 könnte nun der Weg über die Aufstiegsspiele gehen. Am Donnerstagnachmittag (16 Uhr) gastiert die Mannschaft von Spielertrainer Michael Hammerschmidt zum Auftakt der Dreierrunde beim SV Lemberg in der Südwestpfalz.
Für beide Teams ist es die erste Bezirksliga-Aufstiegsrelegation überhaupt – die Gastgeber feierten mit der Vizemeisterschaft gar den größten Erfolg in der Vereinshistorie. Wirklich kennen tun sich der SVG und der SVL, die mehr als 90 Kilometer und eine Stunde Autofahrt trennen, nicht. „Wir schauen nur auf uns. Wenn wir mit voller Kraft unsere Grundtugenden abrufen und unser Spiel auf den Platz bringen, bin ich davon überzeugt, dass wir gegen beide Mannschaften bestehen“, appelliert Michael Hammerschmidt an die Stärken seiner Truppe.
Urlaub in Dubai
Der Spielertrainer selbst, der sich mit 29 Toren in nur 17 Partien die Torjägerkrone der A-Klasse Kaiserslautern/Donnersberg schnappte, kommt am Mittwoch erst aus seinem Dubai-Urlaub zurück. Beim Kreispokaltitel vergangene Woche fehlte und gratulierte er vom Persischen Golf. „Mit diesem Sieg im Rücken und der Feier zum 50-jährigen Bestehens des Vereins im vergangenen Jahr wäre der Aufstieg doch eine feine Sache“, betont der 33-Jährige, der personell aus dem Vollen schöpfen kann.
Doch mit wem hat es der SV Gundersweiler am Donnerstag eigentlich zu tun? Lemberg, in der Nähe von Pirmasens nur elf Kilometer entfernt zur französischen Landesgrenze gelegen, zählt rund 4000 Einwohner. Der dort ansässige Sportverein wurde 1920 gegründet und spielte nie höher als A-Klasse. „Unserer Meinung nach ist das auch genau die richtige Liga für uns. Hier hast du viele Derbys. Hier musst du nicht so weit fahren“, verweist SVL-Coach Fabian Roesinger auf die geografisch gesehen doch sehr unattraktive Bezirksliga Westpfalz. Gleichwohl habe man als Sportler den Ehrgeiz, jedes Spiel zu gewinnen. „Vielleicht macht uns das auch stark. Wir müssen nicht aufsteigen, wir dürfen“, so der 30-Jährige, der 2020 als Trainer nach Lemberg kam, von der zweiten zur ersten Mannschaft befördert wurde. „Wir wissen, wie schwer diese Aufgaben sein werden. Wir wollen guten Fußball zeigen und hoffen auf eine super Heimkulisse. Und wenn es am Ende so sein sollte, dann nehmen wir den Aufstieg auch an.“
Lemberg kommt übers Kollektiv
Anders als Gundersweiler verfügt der SVL nicht wirklich über einen herausragenden Knipser. Julian Koch (15) und Lukas Kilian (14) führen die interne Schützenliste an. „Wir haben noch nie wirklich einen Top-Torjäger gestellt und kommen über das Kollektiv. Die 77 Saisontore sind gut verteilt“, so Roesinger, der sich selbst nur sporadisch einsetzt – und wenn, dann in der Schlussphase. Ferner setzt er auf eine richtig junge Mannschaft. Ein Sonderlob erntet Alexander Becker, der vor zwei Jahren noch in der A-Jugend spielte und fortan durch seine Zweikampfstärke glänzt. Im zentralen Mittelfeld zieht Dennis Siewert, neben Roesinger gleichberechtigter Trainer, die Fäden. In der Innenverteidigung sind Torben Lemke und Christian Schumacher nicht wegzudenken.
Gewinnt der SVG die Auftaktpartie in der Südwestpfalz am Donnerstag, gastiert der SV Lemberg am Sonntag (16 Uhr, Rothenfelsstadion) beim Dritten im Bunde, dem Vizemeister der A-Klasse Kaiserslautern/Kusel, dem VfB Waldmohr. Die (wahrscheinlich) letzte Partie steigt dann am Donnerstag (6. Juni, 19 Uhr) in Gundersweiler. Verliert Lemberg allerdings die Auftaktpartie nicht, empfängt Gundersweiler zunächst am Sonntag Waldmohr, ehe der VfB dann am Donnerstag Lemberg zu Gast hat.