Donnersbergkreis
Nach 50 Jahren hat Förderverein für Körperbehinderte erstmals neuen Vorstand
Kein Druckfehler – beim „Verein zur Förderung Körperbehinderter im Donnersbergkreis und Umgebung“ wurde nach fünf Jahrzehnten ein neuer Vorstand gewählt. Die Vereinsgründerin und bis dato erste und einzige Vorsitzende, Erika Sunckel, verabschiedete sich nach 50 Jahren in den Ruhestand und trat nicht mehr an. Neuer erster Vorsitzender ist Wolfgang Rempel. Sein Stellvertreter ist Gunter Heilmann, Ursula Heilmann ist Kassenwartin. Ergänzt wird der Vorstand durch Gisela Rempel und Jürgen Sossong. Die Familien Rempel und Heilmann sind bereits viele Jahre im Verein engagiert, Jürgen Sossong ist neu dabei.
Der „Verein zur Förderung Körperbehinderter im Donnersbergkreis und Umgebung e.V.“ wurde auf Erika Sunckels Initiative im Jahr 1970 gegründet. Sie hat selbst einen beeinträchtigten Sohn und suchte damals nach Gleichgesinnten. Daraus entstand erst ein Zusammenschluss von Eltern behinderter Kinder, von behinderten Mitbürgern und dem Freundes- und Förderkreis als Selbsthilfegruppe in Steinbach, 1990 erfolgte dann der Umzug in das Heilpädagogisch-Therapeutische Kinderzentrum (HTK) nach Göllheim, das bis heute vom Verein getragen wird. Im selben Jahr wurde außerdem eine Außenstelle für Frühförderung in Alzey gegründet.
Zentrum Göllheim war das erste in Rheinland-Pfalz
Das Kinderzentrum in Göllheim ist ein sogenanntes SPZ, ein Sozialpädiatrisches Zentrum. Bei seiner Gründung gehörte es zu den ersten in Deutschland und war das erste in Rheinland-Pfalz, bis heute gibt es nur sieben Zentren im ganzen Bundesland. Hier werden beeinträchtigte und entwicklungsgestörte Kinder auf verschiedene Art und Weise bedarfsgerecht therapiert: Neben einer Kinderärztin gibt es im Haus eine Psychologin, auch verschiedene Therapien wie Ergotherapie und Logopädie werden angeboten. „Diese Interdisziplinarität zeichnet uns aus, wir bieten hier alles unter einem Dach“, sagt Markus Harz, der das HTK in Göllheim leitet.
Auch ein Förderkindergarten und eine Tagesförderstätte gehören dazu. Im Kindergarten werden momentan 32 zum Teil schwerbeeinträchtigte Kinder betreut, in der Tagesförderstätte sind es zwölf Erwachsene. Dazu kommen in der Regel 550 ambulant betreute Kinder. „In diesem Jahr waren es mit 450 Kindern deutlich weniger als sonst“, sagt Markus Harz, „unsere Therapeutinnen haben durch die Pandemie einfach mehr Zeiten zum Desinfizieren gebraucht, das beeinflusst natürlich auch die Anzahl der Behandlungen.“
Besonders bedauerlich findet er, dass die für 2020 geplante Jubiläumsfeier der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen ist: „Eigentlich hätten wir in diesem Jahr gerne doppelt gefeiert: die 50 Jahre Vereinsgründung und außerdem 30 Jahre Kinderzentrum in Göllheim.“
Der Einzugsbereich des HTK ist groß: Er umfasst heute den Donnersbergkreis, den Landkreis Alzey-Worms, Teile des Landkreises Bad Dürkheim sowie Randgebiete der Landkreise Kaiserslautern, Kusel und Mainz-Bingen.
Zur Erfüllung seiner vielfältigen Aufgaben ist der Verein als Träger des Heilpädagogisch-Therapeutischen Kinderzentrums nach wie vor auf Unterstützung seiner Mitglieder und Spenden aus dem Freundeskreis und der Öffentlichkeit angewiesen.