Donnersbergkreis Nach 25 Jahren: Fister zeigt sich amtsmüde

Die nächste Kommunalwahl, die voraussichtlich im Mai 2019 stattfinden wird, wirft schon erste Schatten voraus, zumindest in Morschheim: „Eigentlich ein idealer Zeitpunkt zum Aufhören“ äußerte Ortsbürgermeister Joachim Fister beim traditionellen Neujahrsumtrunk in der Mauritiushalle. Nach einem Rückblick auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres hat sein Ausblick ins neue Jahr mit dieser Aussage für überraschte Gesichter gesorgt.
Dem Gemeinderat gehört Fister seit 30 Jahren an, davon 25 Jahre als Ortschef, und der Neujahrsumtrunk im nächsten Jahr wäre sein 25. Genügend Gründe zum Feiern, meinte er, zumal auch sein 70. Geburtstag in nicht allzu weiter Ferne liege. Seine klare Ansage: Wenn sich ernsthafte Interessenten fürs Amt des Ortsbürgermeisters meldeten, werde er auf eine erneute Kandidatur verzichten. Für Informationen dazu stehe er gern zur Verfügung. Den Blick zurück ins Jahr 2017 richtete Fister auf die Bereiche, die die Gemeinde am meisten bewegten. So habe man auf dem Friedhof die komplette Überarbeitung ohne Fördermittel geschafft, lediglich für 20.000 Euro, aber alles mit sehr viel Eigenleistung. Die langwierige Maßnahme umfasste unter anderem Baumfällungen, Entfernung alter Grabfundamente und abgelaufener Gräber und das Anlegen neuer Urnengräber. Dennoch gebe es noch Restarbeiten wie das neue Anlegen der Wege. Über das meistdiskutierte Thema seit 2015, den Kindergarten, gab der Ortschef einen umfassenden Überblick, ließ auch die finanzielle Seite nicht unerwähnt. So seien von den veranschlagten 250.000 Euro rund 175.000 Euro abzüglich 49.000 Euro Zuschüsse für die energiesparenden neuen Fenster verbraucht. Innen und außen sei alles frisch gestrichen, und die Beleuchtung des Gebäudes sei gegen eine Energie einsparende ausgetauscht, berichtete er unter anderem. Eine logistisch gelungene Maßnahme sei die Verlagerung des Kindergartenbetriebs in die Mauritiushalle während der Bauarbeiten gewesen. Ein großer Schritt sei auch mit der Einrichtung der Naturgruppe gelungen, für die ein Holzhaus unter großem Einsatz vieler Helfer gebaut wurde. Durch den Weggang von Kindergarten-Leiterin Andrea Züfle notwendig geworden war eine personelle Änderung. Als Nachfolgerin stellte Fister den Morschheimern Sabrina Held vor und kündigte an, dass voraussichtlich im Mai das 20-jährige Bestehen der Kita gefeiert werden soll. Im Rahmen des Dorfwettbewerbs hat die Spiel- und Raststation in der Kategorie „Kinder- und jugendfreundliche Dorferneuerung“ die Kommission so sehr überzeugt, dass sie mit dem mit 5000 Euro dotierten Sonderpreis belohnt wurde. Fister kündigte an, diese Summe zusammen mit Spendengeldern für Restarbeiten am Wasserhaus zu verwenden, die aus finanziellen Gründen zurückgestellt werden mussten. Hinsichtlich der 2017 ausgefallenen Kerwe motivierte der Ortschef dazu, in diesem Jahr einen neuen Versuch zu starten. Noch keinen Termin konnte Fister für den Ausbau der Donnersbergstraße nennen. Nachdem der Antrag auf Zuschuss aus dem Investitionsstock des Landes gestellt sei, könnten erst nach einer Zusage die Bürgersteige neu angelegt werden, die Fahrbahn werde nicht erneuert. Über die wichtigsten Aktivitäten der Verbandsgemeinde hatte der Beigeordnete Hermann Braun die Morschheimer informiert und Grüße von VG-Chef Axel Haas übermittelt. „Brandgefährlich“ sei im vergangenen Jahr der Mai gewesen, sagte Braun unter anderem und berichtete ausführlich über mehrere Einsätze der Feuerwehren im Bereich der VG. Er sparte auch nicht mit Dank für den ehrenamtlichen Einsatz der Wehrleute. Speziell zu den Morschheimern sagte Braun: „Sie können ruhig schlafen, Sie haben eine sehr gute Wehr“. Stilvoll und ansprechend wie in jedem Jahr war auch diesmal die musikalische Umrahmung des Neujahrsumtrunks durch Claus Hoffmann mit seiner Gitarre.