Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Nach 100 Tagen: Noch Luft nach oben beim Schlosshotel

Noch bleiben im Schlosshotel oft zu viele Betten leer. Der Pächter hofft nun auf mehr Firmenkunden.
Noch bleiben im Schlosshotel oft zu viele Betten leer. Der Pächter hofft nun auf mehr Firmenkunden.

Pächter im Rockenhausener Wahrzeichen sucht nach schwierigem Start noch nach dem richtigen Weg für sein Hotel und hat eine Zielgruppe im Blick. Das angrenzende Restaurant läuft indes sehr gut.

Vasilis Ntemiris macht gar keinen Hehl daraus. Er ist noch nicht zufrieden damit, wie das Hotel am Schloss bislang läuft. Seit September ist er als Pächter an Bord, eröffnete wenig später, Mitte Oktober, auch das angrenzende Restaurant „Mykonos“, bietet dort griechische Küche an. „Das Restaurant läuft gut, wir sind eigentlich immer sehr gut besucht“, sagt er. Gerne würde er so auch über das Hotel sprechen. Hier lief aber schon der Auftakt alles andere als optimal, sagt Ntemiris selbstkritisch.

Leugnen kann man den Stotterstart des Schlosshotels aber ohnehin nur schwer. Ein Blick ins Internet genügt, um einige Berichte unzufriedener Gäste zu finden. Auf den üblichen Hotel-Portalen schreiben Besucherinnen und Besucher aus den ersten Wochen im September von erheblichen Service-Mängeln. „Ja, wir haben uns zu der Zeit viel zu sehr um die bevorstehende Eröffnung des Restaurants gekümmert und so das Hotel ein wenig vernachlässigt“, gibt Ntemiris zu. Seitdem habe sich das aber gebessert. Und tatsächlich finden sich aus den späteren Monaten kaum noch ähnliche Bewertungen im Internet.

Der Fokus liegt ganz klar auf den Firmenkunden

Zufrieden ist Ntemiris dennoch nicht. Weiterhin stimmt die Nachfrage nicht, zu viele Betten bleiben unbelegt. „Wir haben immer wieder Gäste, die hier arbeiten und ein paar Tage unterkommen“, erklärt er. Touristen oder Wanderer gebe es aber in dieser Jahreszeit kaum. „Es ist hier in der Stadt und der Region aktuell eben auch nichts los“, sagt er. Das mag über die Sommermonate, wenn auch Veranstaltungen in Rockenhausen Menschen anlocken, ein wenig anders sein. Ntemiris setzt für das Hotel aber generell mehr auf Firmenkunden. „Da muss der Schwerpunkt liegen, da wollen wir auch gezielt Werbung machen“, sagt er. Die anfänglichen Schwierigkeiten des Hotels, wo wiederholt fehlender Service bemängelt wurde, habe man nun besser im Griff, versichert er. Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt lobt Ntemiris, hebt hier besonders den früheren Stadt-Beigeordneten Werner Dietz hervor. „Ihn kann ich immer anrufen und er hilft sofort“, sagt er.

Nach Stotterstart hagelt es schlechte Bewertungen

An der Stadtspitze will man noch nicht voreilig urteilen, ob das Schlosshotel unter dem neuen Pächter nun ein Erfolg wird oder nicht. „Natürlich sehen wir auch, dass da noch viel Luft nach oben ist“, erklärt Bürgermeister Michael Vettermann. Auch er stehe fast täglich im Austausch mit Ntemiris, weiterhin gebe es viele Nachfragen, viele Dinge, die geklärt werden müssten. Auch in der Verwaltung habe man den Start im September mit Sorgen beobachtet, sieht ihn im Nachhinein als eine etwas überhastete Eröffnung an. „Aber warten wir mal noch weitere 100 oder gar 200 Tage, ehe wir sehen, wie sich das wirklich entwickelt“, meint Vettermann. Aufkommende Kritik oder offene Fragen diskutiere er jedenfalls regelmäßig mit Ntemiris und arbeite gemeinsam mit dem Pächter an Lösungen, auch um gerade die Akquise und Pflege von Firmenkunden zu optimieren.

Bei aller Kritik und Geduld hebt aber auch Vettermann hervor, wie positiv bislang das Restaurant „Mykonos“ gestartet ist. „Wir sehen auch, dass die Tische sehr regelmäßig belegt sind und die Reaktionen vor allem auf die Qualität des Essens sehr gut sind“, betont der Bürgermeister. Was er dem Pächter noch als Idee mitgegeben habe, sei die Idee einer kleinen, günstigen Mittagskarte, um vielleicht nochmal ganz andere Besucherinnen und Besucher anzusprechen. „Wir sind auch hier im Austausch“, so der Bürgermeister.

Restaurant ohne Hotel ist für Pächter keine Option

Ntemiris zeigt sich selbst auch zufrieden, erhofft sich allerdings eine bessere Resonanz in der Stadt. „Wir haben viele Gäste von außerhalb“, erklärt er. Zu den Rockenhausenern bestehe noch kein richtiger Bezug. Woran das liegt, kann er nicht benennen, lädt aber alle ein, sich doch selbst von der Qualität des „Mykonos“ zu überzeugen. Kleinere Startschwierigkeiten will Ntemiris aber auch im Restaurant noch in den Griff bekommen, sucht beispielsweise weiteres Service-Personal. Was von Gästen ebenfalls noch bemängelt wurde, war die fehlende Möglichkeit, im Restaurant mit Karte zu bezahlen.

Nach den ersten drei Monaten der neuen Pächter ist die Stimmung also noch etwas gedrückt. Dennoch scheint es schon ein Gewinn für die Stadt zu sein, dass die Räume des Schlosses und des Hotels wieder mit Leben gefüllt sind. Vasilis Ntemiris stellt auch klar, dass er das Projekt nicht aufgeben wird und auch nur als Ganzes sieht. „Entweder Hotel und Restaurant oder gar nichts“, macht er deutlich. Er möchte sich durchbeißen, das scheint unmissverständlich. Dafür braucht er aktuell aber noch die Unterstützung der Stadtspitze und auch die seiner Gäste und denen, die es vielleicht noch werden wollen.

Einen deutlich besseren Start hat das Restaurant „Mykonos“ hingelegt, das bislang sehr gut besucht ist.
Einen deutlich besseren Start hat das Restaurant »Mykonos« hingelegt, das bislang sehr gut besucht ist.
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