Donnersbergkreis Mozarts „Krönungsmesse“ krönt den Orgelsommer
KIRCHHEIMBOLANDEN. Für das kulturelle Leben im kommenden Jahr sind zum Teil schon im alten die Weichen längst gestellt worden. Worauf man sich 2015 freuen und seinen Terminkalender richten kann, wollen wir in einer kleinen Serie in Gesprächen mit den jeweiligen Machern vorstellen.
Mit Bachs „Magnificat“ und Mendelssohns „Vom Himmel hoch“ hat die Bezirkskantorei Kirchheimbolanden-Winnweiler kürzlich das Jahr ausklingen lassen. Am 16. Januar aber beginnt schon wieder die Probenarbeit für die Auftritte des kommenden Jahres - neue Sängerinnen und Sänger sind dazu immer willkommen. Vorgenommen hat sich der Chor mit seinem Leiter, Bezirkskantor Martin Reitzig, zum einen Mozarts „Krönungsmesse“, die am 3. Oktober als Höhepunkt des Orgelsommers gemeinsam mit Mozarts „Exsultate, jubilate“ und Haydns Sinfonie Nr. 89 erklingen soll. Die Brahms-Motette „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz“ plant Reitzig für den Karfreitag, während zum Advenzskonzert am 13. Dezember die „Weihnachtshistorie“ von Heinrich Schütz auf dem Probenplan steht. Die „Krönungsmesse“ nimmt sich die Bezirkskantorei bereits zum zweiten Mal vor, allerdings liegt die erste Einstudierung schon 21 Jahre zurück, wie Reitzig anmerkt. Wie in jedem Jahr wird der Chor passende Auszüge daraus in der Passionszeit vorab vorstellen (3. April). Auch die anspruchsvolle, fünf- und stellenweise sechsstimmig angelegte Brahms-Motette habe die Kantorei bereits vor vier Jahren einstudiert, aber nicht in allen Teilen. „Die Probenzeit hat damals nicht ausgereicht“, so Reitzig. Fest steht das Programm des Orgelsommers, und wartet auch mit Überraschendem auf. Eröffnet wird der Musikreigen am 31. Mai von Martin Sander, Professor an der Musikhochschule in Detmold. Weitere Solo-Konzerte bestreiten Reitzig selbst (9. August, 20. September) und die italienische Organistin Liza Mazzanti (26. Juli). Ungewöhnliches wird für 14. Juni und 5. Juli angekündigt. Zunächst gilt ein Konzert unter anderem Werken des in Falkenstein lebenden Komponisten Peter Michael Braun, von dem schon in früheren Jahren in der Paulskirche Stücke in sehr zeitgenössischen Tonsprache zu hören waren. Dieses Konzert im Juni, in dem etwa Brauns „Jericho“ für Posaune und Orgel erklingen wird, bestreiten der Stuttgarter Posaunist Armin Rosin, der „Jericho“ laut Braun bereits ein gutes Dutzend mal aufgeführt hat, und der Freiburger Organist Michael Felix. Im Juli heißt es dann „Chattin’ with Bach - jazzige Plaudereien mit Bach“ mit Daniel Schmahl (Trompete) und Johannes Gebhardt (Orgel). Abgerundet wird das Programm der Kirchengemeinde durch eine Abendmusik am Reformationstag, ein Konzert mit dem Bläserkreis Nordpfalz (15. November) und Advents- und Silvesterkonzerte. Der erste Termin im neuen Jahr ist am 8. März die Barockmusik zur Passionszeit für Sopran, Cembalo und Cello in der Peterskirche. Zuvor setzt heute Abend das Silvesterkonzert in der Peterskirche den musikalischen Schlusspunkt unter das ausklingende Jahr. Heinz-Günter Nuck (Trompete) und Martin Reitzig ab 22 Uhr werden sich in der Peterskirche neben Albinoni, Telemann, Guilmant oder Händel auch weniger bekannten Komponisten wie dem Ukrainer Valery Kikta (geb. 1941), Jeremiah Clarke (1674-1707), Jacques-Nicolas Lemmens (1823-1881) und Jean-Joseph Mouret (1682-1738) widmen. (bke)