KAISERSLAUTERN RHEINPFALZ Plus Artikel Mit spielerischer Schaffenskraft

Der Schöpfer und sein Werk: Bildhauer Gernot Rumpf vor dem von ihm gestalteten Kaiserbrunnen. Das Foto wurde 2012 aufgenommen.
Der Schöpfer und sein Werk: Bildhauer Gernot Rumpf vor dem von ihm gestalteten Kaiserbrunnen. Das Foto wurde 2012 aufgenommen.

Mehr als alle anderen Denkmäler und Bauwerke in Kaiserslautern besitzt der Kaiserbrunnen eine unwiderstehliche Anziehungskraft als Blickfang und Treffpunkt. Geschaffen wurde das plätschernde Standbild aus Bronze und Sandstein vom Bildhauer Gernot Rumpf, der in diesen Tagen 80 Jahre alt geworden ist. Auch im Donnersbergkreis hat Rumpf seine Spuren hinterlassen.

Besucher wie Einheimische können im wahrsten Wortsinn eintauchen ins vielgestaltige Erscheinungsbild der Wasserspiele des Kaiserbrunnens am Eingang zur Kaiserslauterer Altstadt. Dargestellt sind Sinnbilder, Besonderheiten und Querverweise zu Geschichte und Lebensart, Kultur und Wirtschaft, Identität und Selbstverständnis der Stadt: der Burgenbauer Barbarossa und Rudolf von Habsburg als Stifter der Stadtrechte, der Jäger von Kurpfalz und die Gräfin Eleonore, der Hut Napoleons und die Eule als Symbol für Forschung und Lehre, ein Auswandererschiff und die Pfaff-Nähmaschine, ein Schmelztiegel und ein Opelmotor, dazu ein Fußball, Pferde und Esel, ein Elefant und ein Bienenkorb – und natürlich kleine Mäuschen, wie sie Gernot Rumpf in alle seine Brunnenanlagen einfügt.

Vor 40 Jahren hat er einmal einen Bronzealtar für den Dom zu Xanten entworfen. Als Symbol der Bescheidenheit platzierte er eine Maus, die bei der Montage einem zufällig anwesenden Knaben ins Auge sprang. „Daraus ist die wiederkehrende Maus als eine Art Unterschrift entstanden“, sagt Gernot Rumpf, der damit vor allem, aber nicht nur Kinder zur Entdeckungstour durch seine Figurengruppen einlädt.

Im Donnersbergkreis in mehreren Orten präsent

Aus der Werkstatt des pfälzischen Bildhauers stammen – unter anderen! – der Weinbrunnen in Bergzabern und der Geißbockbrunnen in Deidesheim, der Tabakbrunnen in Hayna und der Lutherbrunnen in Ludwigshafen, der Lederstrumpfbrunnen in Edenkoben sowie der Ochs- und Esel-Brunnen in Dannstadt-Schauernheim.

Auch im Donnersbergkreis finden sich Spuren seines Schaffens, zum Beispiel das bronzene Biedermeier-Brautpaar mit „Napoleonsbank“, das auf dem Rockenhausener Marktplatz ein beliebtes Foto-Motiv ist und das er gemeinsam mit seiner Frau Barbara gestaltet hat, ein Ehrenmal-Relief auf dem Friedhof in Eisenberg oder die Plastik „Vögel“ auf dem Hof der Nordpfalzschule in Alsenz.

Nicht zu vergessen natürlich die Elwetritsche-Darstellungen am Brunnen vorm Pfarrhaus in Obermoschel sowie in Neustadt – oder jenes Einhorn, das seit 1993 in Lauterns japanischer Partnerstadt Bunkyo-ku auf die Mythologien im alten Europa verweist. Auch in Duisburg, Essen, Fürth, Geislingen an der Steige, Heidelberg, Konstanz und Mainz sind Werke des detailverliebten Skulpteurs zu bestaunen, ganz zu schweigen von einem 1989 eingeweihten Löwenbrunnen in Jerusalem.

Ein Pfälzer in der Welt also, der rund um den Globus von pfälzischer Kreativität und Humorigkeit kündet. Geboren wurde er in Kaiserslautern, aufgewachsen ist er in der Erlenstraße. Während des Kriegs ging er mit seiner Mutter und den Geschwistern zu den Großeltern nach Lachen-Speyerdorf, während der Vater im Feld stand. Auch der – Otto Rumpf mit Namen – war Künstler und entstammte einer Kaiserslauterer Bildhauerfamilie, Mutter Martha widmete sich demselben Metier. Im Donnersbergkreis ist Otto Rumpf mit der Steinskulptur „Frau“ vor der Kirche in Obermoschel vertreten.

„Die Verbindung zu Kaiserslautern war also immer da und immer recht eng“, sagt Gernot Rumpf. „Meine Familie ist verstreut, denn mein Vater hatte vier Brüder.“ Ebenso wie die Eltern studierte er an der Münchner Akademie der Bildenden Künste, wo damals Erich Koch aus Roßbach (Kreis Kusel) die Gießerei leitete. Schließlich errichteten auch Vater und Sohn Rumpf daheim in Lachen einen Schmelzofen. 1973 erhielt Gernot Rumpf einen Lehrauftrag an der Kaiserslauterer Uni, der später in eine Professur umgewandelt wurde. Zeitweilig arbeitete er in Salzburg und der römischen Villa Massimo.

Obwohl er auch mit sakralen Plastiken und Medaillen hervorgetreten ist, sind die staunenswert facettenreichen Brunnenanlagen längst das etablierte Markenzeichen des zurückhaltend-freundlichen Traumbildners und Geschichte(n)erzählers. Bei vielen seiner Werke geht ihm seine Frau Barbara zur Hand, mit der er vier Kinder hat.

Nach seinen Zukunftsplänen gefragt, antwortet Gernot Rumpf: „Ich will schon immer mal ein Porträt meiner Frau machen. Es wäre schön, wenn wir das endlich zusammen angehen könnten.“

Detailverliebt: Die Figuren regen zum genauen Hingucken an.
Detailverliebt: Die Figuren regen zum genauen Hingucken an.
Eine Maus als „Signatur“ des Künstlers.
Eine Maus als »Signatur« des Künstlers.
Gemeinsam mit seiner Frau Barbara schuf Gernot Rumpf dieses bronzene Biedermeier-Paar mit der „Napoleonsbank“ (nicht im Bild), d
Gemeinsam mit seiner Frau Barbara schuf Gernot Rumpf dieses bronzene Biedermeier-Paar mit der »Napoleonsbank« (nicht im Bild), das Ulrich Putsch der Stadt Rockenhausen geschenkt hat und dort seit 2002 auf dem Marktplatz zu finden ist.
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