Donnersbergkreis Mit Römerblut ins neue Keltenjahr

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Stockbrot, irische Klänge und Feuerschein – das alljährliche Samhain-Fest im Keltendorf Steinbach erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Dazu trägt wesentlich das sich alljährlich ändernde Programm bei, das immer die Interessen der Besucher trifft.

Mehr als 700 Besucher zählten die Organisatoren am letzten Tag im Oktober. Ausrichter des Festes ist der Donnersberger Touristik-Verband (DTV). Seit Bestehen der Einrichtung oberhalb der Jugendherberge gibt es neben den allgemeinen Öffnungszeiten immer wieder Sonderaktionen. Der Nachmittag an diesem Tag galt zunächst der Jugend. Gut besucht war das Arbeiten mit Leder. Mit geringen Mitteln und wenig Material gestalteten die Kinder einen Beutel, in dem sie ihr Kleingeld oder kleinere Wertsachen verstauen können. „Wann gibt es das Stockbrot“, wollte schon frühzeitig eine junge Dame wissen und schaute sich suchend um. „Es kann nicht mehr lange dauern, das Feuer brennt schon“, so die beruhigende Antwort. Und kaum war es dann soweit, war das Rund um die Feuerstelle auch schon bis zum letzten Platz gefüllt. „Der Teig wird um den Holzstab gewickelt und dann über das Feuer gehalten“ – so lauteten die Anweisungen für die vielen Kinder, die bis spät in den Abend ihren Spaß daran hatten ihr Nachtessen über dem Feuer schmoren zu lassen, und die dabei jede Menge Geduld aufbrachten. „Ich habe schon drei Brote gegessen“, verkündete eine junge Dame stolz und schaut schon nach dem nächsten Teig. Ihre Eltern hatten sich ganz in der Nähe für einen kräftigen Schluck „Römerblut“ entschieden. „Er wird warm ausgeschenkt“, erklärte die Dame, die ihn zubereitet hat. Eigentlich sei es ja ein Geheimnis, aber sie verriet die Zutaten dann doch gerne. „Heidelbeertee, Vanilleschote, Zimtstangen, Apfelsaft und Johannisbeerzucker“, das seien die Bestandteile für dieses alkoholfreie Getränke, das an diesem Abend viele Liebhaber fand. Zwischenzeitlich war die Dunkelheit über das Keltendorf hereingebrochen. Zeit, um den Druiden zu suchen, der sich im erleuchteten Skulpturenkreis im Keltengarten aufhielt. Die Fackeln wurden angezündet und schon setzte sich die lange Menschenschlauch in Bewegung. Nach rund 1,5 Kilometer war der Keltengarten erreicht, wo der Druide schon sehnsüchtig auf die zuvor im Keltendorf hergestellten Opfergaben wartete. Die überließ er in einer Zeremonie den Göttern, damit die guten Wünsche für das neue Jahr auch in Erfüllung gehen mögen. Nachdem die Götter die Wünsche und Opfergaben angenommen hatten, ging es wieder zurück zum Keltendorf, wo die Festlichkeiten am Vorabend zu Allerheiligen fortgesetzt wurden. Die Besucher stärkten sich mit einer kräftigen Suppe, ganz im Zeichen des keltischen Festes. Hannah, eine junge Dame, die von der Kultur der Kelten ergriffen ist, hatte im Vorfeld mehr als 20 Kilogramm Zutaten vorbereitet. Für die „geröstete Grießsuppe“ schüttete sie Grieß, Graupen, Kartoffeln, Lauch, Sellerie und Kohlrabi in den großen Topf. Dazu jede Menge Wasser und schon begann sie zu rühren. Die Suppe fand bei Temperaturen um vier Grad einen reißenden Absatz. Viele der Besucher machten es sich in den Hütten gemütlich. „Wir sitzen da wie früher die Kelten“, bemerkte eine Besucherin, die auf der harten Holzbank Platz genommen hatte. „Ich habe eine Hose, extra für meinen Besuch im Keltendorf“, verriet der siebenjährige Luis aus Steinbach. Rot-weiß kariert war der Stoff, aus dem seine Mutter Christina das Beinkleid gefertigt hatte. Aus einer höher gelegenen Hütte erklang Musik. Unverkennbar, dass es sich um irische Folklore handelt. Die Irish-Folk-Band „Greengrass“ aus dem Odenwald wertete das Samhain-Fest auf, um sie herum gab es nur noch Stehplätze. Die drei kreativen Musiker Michael Böhler (Gesang, Gitarre, Whistle und Bodhran), Heidrun Holderbach (Gesang, Flöte, Bodhran und Gitarre) und Erich Fading (Gesang, Gitarre, Mandoline) brachten mit fetzigen und traditionellen Instrumentalstücken ebenso wie mit Songs und Balladen den Gästen das kulturelle Leben der grünen Insel näher. Ich komme im nächsten Jahr wieder“, versprach der fünfjährige Jonas Bauer aus Marienthal. Ihm hatten es die vielen Schwedenfeuer und das Stockbrot angetan. |llw

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