Donnersbergkreis Mit Kofferraum voll Wein über Grenze zur Partnerstadt

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Offizieller Höhepunkt der Feier zum 40-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Kirchheimbolanden und Louhans-Châteaurenaud war am Samstagvormittag in Frankreich der Festakt im Saal „Grenette“ mit rund 200 Teilnehmern aus beiden Kommunen. Redner hoben nicht nur die grundsätzliche Bedeutung der Jumelage angesichts der schicksalhaften Beziehung zwischen Deutschen und Franzosen in der Vergangenheit hervor, sondern beleuchteten auch die konkrete Historie dieser Partnerschaft.

1976 war die Urkunde darüber von den Bürgermeistern Georges Morey und Lothar Sießl zunächst in Louhans, ein Jahr später in Kirchheimbolanden unterzeichnet worden, wie der Louhaneser Bürgermeister Frédéric Bouchet zurückblickte. Vorangegangen war dem die zwischen Burgund und Rheinland-Pfalz besiegelte regionale Partnerschaft, der sich über einen längeren Zeitraum die Sondierung geeigneter Partnerstädte anschloss. Offiziellen Delegationen folgten aber auch aus Kirchheimbolander und Louhaneser Sicht bald die Bürger selbst: Sportler, Tanzgruppen, Feuerwehrleute etwa. Zu den Vorreitern gehörten 1978 die Rotarier beider Städte; die Kirchheimbolander besiegelten die Freundschaft, indem sie, wie launig kolportiert wurde, zum Begießen derselben mit einem vollen Kofferraum Pfälzer Wein anreisten, ohne an der Grenze behelligt worden zu sein. Längst sind regelmäßige Begegnungen, vor allem aber persönliche Freundschaften Alltag. Seit 2003 ist der Bund um die Partnerschaft der beiden Verbandsgemeinden erweitert, deren Chefs Axel Haas und Anthony Vadot darum ebenfalls an der Jubiläumsfeier teilnahmen. Er sei sicher, dass solche gewachsenen Freundschaften hilfreich seien, um die Zukunft, die sicher noch viele Probleme bereithalte, mit mehr Gleichmut zu meistern, schloss Bouchet seinen Rückblick. In diesem Sinne hatte auch sein Amtskollege Klaus Hartmüller von Deutschland und Frankreich als den Kernländern der europäischen Einigung bis heute gesprochen und die Notwendigkeit unterstrichen, beständig für enge Beziehungen zwischen den Menschen beider Länder und speziell der Jugend zu arbeiten; ein vereintes Europa könne nur von unten her wachsen, so Hartmüller. Dazu gehört aber auch die gemeinsame Arbeit am Haus Europa auf der Ebene des europäischen Parlaments – eine Facette, die dessen regionaler Abgeordneter Arnaud Danjean mit seinem Grußwort einbrachte. Marc Muchow, Präsident des Kirchheimbolander Partnerschaftskomitees, der seine Rede auf Deutsch und Französisch hielt, sprach – unter Bezug auf das jüngste Gedenken Merkels und Hollandes in Verdun und den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag von 1963 – vom großen Glück einer seit über 70 Jahren währenden Zeit des Friedens und der Freiheit. Sein Louhaneser Pendant Pascal Remy dankte in seiner ebenfalls zweisprachigen Rede all jenen, die die Partnerschaft einst begründeten und den vielen, „die geholfen haben, diese Flamme weiterzutragen“. Etliche von ihnen wurden während des Festaktes mit Urkunden geehrt. Für große Gefühle und Symbolkraft sorgten am Schluss die Nationalhymnen beider Länder: die deutsche intoniert vom Louhaneser Musikschulorchester, die „Marseillaise“ vom Musikverein Bolanden. (bti)

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