Donnersbergkreis Mit Biss, mit Wille, mit Herz – so wie früher

Winnweiler. Der TTC Winnweiler hat die magische Grenze überschritten. Er ist definitiv für die Relegation zur 2. Pfalzliga West qualifiziert, drei Spieltage vor Saisonende: Durch das 9:4 im Lokalkampf gegen den ASV Höringen hat der TTC den „Vize“-Titel in Stein gemeißelt. Für die Höringer dagegen verdunkelt sich der Horizont. Nach der zweiten Derby-Niederlage innerhalb einer Woche steht der ASV weiter auf dem Abstellgleis zur Bezirksklasse. Er muss alles gewinnen – und nebenbei auf Schützenhilfe hoffen.
Die Luft wird dünner. Unverblümt, ohne Schönrederei: Der ASV steht mit dem Rücken zur Wand. „Ich zweifle daran, dass wir das schaffen. Andere punkten ja auch noch. Wenn wir absteigen, liegt es eindeutig an der Vorrunde, als wir die entscheidenden Spiele mit Ersatz bestritten haben“, sieht Mannschaftsführer Wolfgang Frohs schwarz. Nicht unbegründet. Nach dem 4:9 beim Ortsnachbarn in Winnweiler hat sich die Lage verschärft – nur noch zwei Partien bleiben, um das Unglück abzuwenden, vom drittletzten Rang zu rutschen. Ein Punkt beim TTC hätte geholfen. Früh fiel aber die Vorentscheidung, früh zeichnete sich die nächste Derby-Pleite für Höringen ab: Christian Müllers 3:1 über ASV-Garant Marcel Dohmen zum 4:1 – und der TTC stapelte weiter. „Das war der Knackpunkt“, bestätigte Gunter Franck, Kapitän des Favoriten, der – auf das kurze Höringer Aufbäumen gegen Ende angesprochen – abwinkte: „Ich glaube nicht, dass das noch mal gefährlich geworden wäre.“ Herbert Denzer, Florian Haag und Marcel Dohmen hatten aus einem 1:7 ein 4:7 gemacht. Zu spät. „Wir hätten in der Mitte punkten müssen“, haderte Frohs und sieht seinen ASV stark bedroht. Winnweiler hingegen kann sich auf Relegationsluft einstellen. Die „Vize“-Krone ist nach dem 9:4 perfekt.Punkte TTC: Müller/Franck, Haag/Böttger, Wiegand, Müller, Böttger (2), Haag (2), Franck.Punkte ASV: Florian Haag/Dohmen, Denzer, Dohmen, Florian Haag.TTF Rockenhausen – TuS Hochspeyer 8:8. Michael Nehm riss eine ganze Partie um. Eine verlorengeglaubte, eine völlig einseitige. 1:5, 4:8 – die TTF standen in der Sackgasse. Dann spielte Nehm auf. Mit Biss, mit Wille, mit Herz. „Das war so wie früher“, sagte Rockenhausens Spielführer, der Monate in einer Krise steckte. Am Samstag befreite er sich: erst ein starkes 3:1 über Christian Esch, danach das 3:2 gegen Marco Quednau, das den TTF überhaupt die Chance auf ein Remis gewährte. Pure Nervenstärke. 0:2 lag Nehm zurück, im Vierten dann 8:10. Er kämpfte sich rein in ein Einzel, das schon abgeschrieben war. Und er siegte. Über Quednau. Über sein Formtief. Nehms 5:8 war der Startschuss einer TTF-Aufholjagd, die im 8:8 gipfelte. „Ich bin hochzufrieden. Das Unentschieden ist meiner Meinung nach noch schöner als der Sieg gegen Höringen letzte Woche“, adelte Nehm die Leistung seiner Mannschaft. Günther Rutz – der nach desaströsem Einzel gegen Bernd Egelhof (0:3) auf kurze Noppen wechselte – und Niclas Bauer trumpften im Schlussdoppel auf, veredelten den furiosen Schlusssprint. Zuvor bereits glänzend: Daniel Heintz, der zwei Einzel glatt mit 3:0 einfuhr. Ein Zähler, der die TTF jetzt auch rechnerisch endgültig in der Bezirksliga hält.Punkte TTF: Rutz/Bauer, Nehm (2), Heintz (2), Rutz, Harz, Rutz/Bauer.Bezirksliga Vorderpfalz NordSV Pfingstweide – TSG Zellertal 9:1. Kampf um jeden Punkt forderte Harald Zinser. Nach dem 8:8 in Hettenleidelheim war das, in der Vorwoche, als die TSG die Chance verpasste, sich einen Vorsprung zu erspielen. Das 1:9 beim Zweiten in der Pfingstweide – alleine Mathias Ermel rang Abwehrspezialist Sebastian Stumptner nieder – ist jetzt nicht nur schlecht für die Spiele-Bilanz. Es wirft die Zellertaler auch insofern zurück, weil der VfR punktete. Er schlug Grünstadt II, ist vorbei an der TSG. Zwei Zähler. Passiert nicht noch irgendwas Verrücktes, bleibt das Zinser-Sextett in der Abstiegszone kleben. Dann entscheiden andere Faktoren über die Zukunft des TraditionsclubsPunkt TSG: Ermel. (ppp)