Donnersbergkreis Meine EM: Ob Polizisten im Dienst die Spiele schauen dürfen
Am Samstagabend, 21 Uhr, kämpfen die „Nagelsmänner“ gegen Dänemark um den Einzug ins EM-Viertelfinale. „Ganz Deutschland“, heißt es dann gerne, fiebere vor den Fernsehschirmen oder Leinwänden mit. Das stimmt so natürlich nicht: Zum einen gibt es genügend Menschen, denen das „Runde muss ins Eckige“ am Allerwertesten vorbei oder sogar auf den Wecker geht. Zum anderen müssen nicht wenige, die das Spiel vielleicht gerne sehen würden, ihrer Arbeit nachgehen. In der Pflege zum Beispiel, im Rettungsdienst – oder bei der Polizei. Dürfen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dienststelle in Rockenhausen – wenn nicht gerade ein Einsatz erforderlich ist – während ihrer Schicht das Spiel auf der Wache verfolgen? „Theoretisch ist das nicht verboten“, sagt der dortige Inspektionsleiter Matthias Ankner. „In der Praxis ist es allerdings so, dass die Kolleginnen und Kollegen doch meistens in der Fläche unterwegs sind.“ Denn getreu dem Motto „Irgendwas ist immer“ komme es nun mal selten vor, dass über einen längeren Zeitraum keine Meldung bei der Polizei eingehe. Zumal bei der EM die Partien zu Uhrzeiten angepfiffen werden, „an denen meistens was los ist. Wären sie nachts um drei, sähe das vermutlich etwas anders aus“, sagt Ankner. So könnten die Beamten in der Regel maximal 15, 20 Minuten etwas von den Spielen sehen, „während sie vielleicht gerade in ihr Brot beißen“.
Umgekehrt sei es bislang aber auch nicht so, dass die für die Verbandsgemeinden Nordpfälzer Land und Winnweiler zuständige Rockenhausener Polizei gerade während der Begegnungen besonders gefordert sei. „Wir haben in unserem Zuständigkeitsbereich weder größere Public-Viewing-Veranstaltungen noch besondere Schwerpunkte rivalisierender ethnischer Gruppen, wo je nach Ausgang zu befürchten wäre, dass es zu Auseinandersetzungen kommt.“ Im Gegenteil: Bis dato hat Ankner ausschließlich gute Erfahrungen mit dem Turnier gemacht: „Ich kann mich auf Anhieb an keinen Einsatz erinnern, der zumindest unmittelbar erkennbar mit der EM zu tun hatte.“ So erfreulich, wie bislang die gastgebenden Kicker aufgetreten seien, präsentierten sich nach seinen Beobachtungen auch die Schlachtenbummler aus allen Herren Länder: „Man hat den Eindruck, dass die Fans unterschiedlicher Nationen friedlich und harmonisch miteinander feiern, egal wer am Ende gewinnt oder verliert – ähnlich wie bei der WM 2006. Ich spüre einen positiven Vibe.“
Mitmachen
Die Fußball-EM in Deutschland: Das ist ein besonderes Ereignis. Bis zum Finale berichten wir jeden Tag an dieser Stelle über persönliche EM-Erlebnisse oder -Erinnerungen. Wir weisen auf besondere Veranstaltungen im Donnersbergkreis hin, erzählen von feiernden (oder weinenden) Fans, berichten über Public Viewing oder analysieren knallhart die Spiele der deutschen Elf als seien wir Bundestrainer. Wir fragen auch Menschen auf der Straße oder Promis, wie sie zum Turnier stehen. Wenn auch Sie liebe Leser, etwas zur EM zu sagen haben, etwas Kurioses, Verrücktes oder Emotionales erlebt haben: Schreiben Sie uns eine E-Mail an reddonn@rheinpfalz.de.