Donnersbergkreis Meine EM: Späte Rache aus Katar? Stänkern übers Wetter
Während im Donnersbergkreis und anderswo in Fußballdeutschland hemmungslos EM gefeiert wird, tut das Internet, was es am besten kann: stänkern. Das sind diesmal aber ausnahmsweise keine nörgelnden Deutschen – die Beschwerden über das pinkfarbene Trikot haben wir ja bereits hinter uns gelassen, und die Verkaufszahlen zeigen, dass Lautstärke noch keine Mehrheit macht. Nein, diesmal kommen sie aus der Wüste, genauer gesagt aus Katar. Ob es sich dabei um die Rache für 2022 handelt? Wir erinnern uns: WM im Wüstenstaat, die umstrittenste Weltmeisterschaft seit langem. Mindestens. Gerade aus Deutschland kam Kritik. An den Spielzeiten, den Stadien, die runtergekühlt werden mussten, vor allem aber an der Lage der Menschenrechte in dem Öl-Emirat. Boykottaufrufe liefen ins Leere, für ihre „Mund zu“-Aktion erntete die Nationalmannschaft vielfach Spott. Nach dem frühen Ausscheiden der Nationalelf gab es in Katar Häme.
Wenn das Wetter das größte Problem ist...
Jetzt sieht es nach einer Neuauflage aus. Dreck, Stau oder politische Parolen – zu kritisieren hat der Golfstaat scheinbar wieder genug. Nachdem georgische und türkische Fans bei ihrem Spiel aufeinander losgegangen waren, schrieb ein katarischer Sportjournalist in dem sozialen Netzwerk X: „Hallo Deutsche. Wie man ein guter Gastgeber ist? Fragt einfach Katar.“ Und schon zuvor, es hatte vor dem Spiel so heftig geregnet, dass Wassermassen das Stadiondach hinabgestürzt waren, schrieb ein anderer: „Hallo Deutsche. Erinnert ihr euch noch an die WM in Katar?“
Das tun wohl die meisten, und das Internet tut es auch. Immer wieder werden die Stänkerer an ihre eigenen Baustellen und die nicht nur sprichwörtlichen Leichen im Keller erinnert. Viele Gastarbeiter kamen und kommen in dem Land zu Tode, in dem Franz Beckenbauer damals keinen einzigen Sklaven erkannt haben wollte. Was auch immer man von der deutschen Kritik hielt: Wenn das Wetter das größte Problem zu sein scheint, dann können die anderen ja nicht so groß sein.
Mitmachen
Die Fußball-EM in Deutschland: Das ist ein besonderes Ereignis. Bis zum Finale berichten wir jeden Tag an dieser Stelle über persönliche EM-Erlebnisse oder -Erinnerungen. Wir weisen auf besondere Veranstaltungen im Donnersbergkreis hin, erzählen von feiernden (oder weinenden) Fans, berichten über Public Viewing oder analysieren knallhart die Spiele der deutschen Elf als seien wir Bundestrainer. Wir fragen auch Menschen auf der Straße oder Promis, wie sie zum Turnier stehen. Wenn auch Sie liebe Leser, etwas zur EM zu sagen haben, etwas Kurioses, Verrücktes oder Emotionales erlebt haben: Schreiben Sie uns eine E-Mail an reddonn@rheinpfalz.de.