Donnersbergkreis
Mehr Schwimmmöglichkeiten: Bloß nicht unter den Tisch fallen lassen
Gerne werden Großprojekte angepriesen, um dann heimlich, still und leise unter den Tisch fallen gelassen zu werden. Hauptsache, die Idee hat Aufmerksamkeit gebracht. Das ist im politischen Geschäft ja kein so unbekanntes Vorgehen. Dass aber die vor gut zwölf Monaten angekündigten intensiven Gedanken um eine Traglufthalle für eines der Schwimmbäder im Kreis nun noch nicht zum Tragen gekommen sind, ist völlig nachvollziehbar.
Zum einen hat die weltpolitische Entwicklung der vergangenen Monate auch den Donnersbergkreis vor eine Vielzahl akuter Aufgaben gestellt, beispielsweise bei der Suche nach Wohnraum für aus der Ukraine geflüchtete Menschen. Zum anderen eignet sich die Energiekrise – als Folge des russischen Angriffskriegs – sicherlich nicht, um ein solch energieintensives Projekt an den Start zu bringen. Da wären einerseits die Betriebskosten, die immens höher als geplant ausfallen würden aufgrund der deutlich gestiegenen Energiepreise. Und andererseits ist ja auch das Thema Energiemangellage noch nicht durch: eine Traglufthalle einweihen, während zu Hause keinesfalls zu viel Energie verbraucht werden soll – schwierig, den Menschen zu vermitteln.
Unabhängig davon: Mehr Schwimmkapazitäten für Schulen und Vereine sind im Kreis vonnöten. Der Präsident des Deutschen Schwimmlehrerverbands, Alexander Gallitz, hatte schon 2021 davor gewarnt, dass immer weniger Kinder schwimmen könnten. Die Pandemie hat das Problem verstärkt. Insofern: Bitte das Projekt gerne wieder hervorholen, sobald die Rahmenbedingungen es zulassen! Womöglich finden sich am Ende ja auch noch andere Optionen als eine Traglufthalle.