Donnersbergkreis Medaillons, Töpferei und bunte Zauberkugeln

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Lernen durch Anfassen und Ausprobieren – das war die Devise im Keltendorf in Steinbach beim ersten Kindertag der Saison. Und das kam bei den kleinen Gästen gut an: Knapp 60 Kinder nahmen an dem Mitmachprogramm teil – und sie waren begeistert.

Grauer Himmel über dem Keltendorf, der Regen plätschert an den Dächern der Hütten herunter. Beim Betreten der Anlage war weit und breit kein Kind zu sehen, aber die kleinen Gäste waren zu hören. Alle hatten sich in die originalgetreuen Keltenhütten zurückgezogen. So trüb das Wetter auch war: In den Gebäuden war von Trübsalblasen keine Spur. Die Kinderstimmen wurden von lautem Hämmern und Kratzgeräuschen übertönt. Eine Kindergruppe war dabei, Medaillons aus Kupfer zu basteln. In der einen Hand einen Stein, in den tiefe Rillen gefräst waren, in der anderen Hand das Kupferplättchen, und dann legten die kleinen „Kelten“ los: Das Medaillon wurde so lange im Stein gerieben, bis die scharfkantigen Seiten abgestumpft waren. Anschließend wurden mit Hammer und Meißel Motive in das Medaillon gestanzt. Voll konzentriert und mit aller Kraft hämmerte auch Selina ein Motiv in ihr Medaillon. Der Neunjährigen aus Göllheim sah man an, dass sie Spaß bei ihrer Arbeit hatte. „Ich wollte wissen, wie die Kelten früher so gelebt haben“, erklärte Selina. „Medaillons machen ist aber gar nicht so anstrengend, wie ich dachte.“ Wenige Meter weiter stieß man auf noch mehr begeisterte Gesichter. Beim Töpfern zeigten die Kinder ihre Kreativität. Es wurden kleine Schälchen geformt und zur Verzierung Dreiecke aus den Rändern herausgeschnitten. Das erforderte viel Fingerspitzengefühl. War man unvorsichtig beim Motivausschneiden, ging der Rand des Schälchens kaputt, und alles musste neu gemacht werden. Doch das schreckte die kleinen Besucher nicht ab. Feinfühlig arbeiteten sie an ihren Töpfereien. Zuvor erhielten sie eine Führung im Keltendorf. Auf dem Turm der Anlage konnte man an diesem Tag durch die nasse Witterung keine gute Aussicht genießen. Aber die kleinen Besucher behielten trotzdem zahlreiche historische Fakten in ihren Köpfen. Sie hatten gelernt, wie die Kelten lebten und arbeiteten. „Es gab drei Handwerksberufe“, begann ein kleiner Besucher zu erzählen. „Köhler“, „Bergarbeiter“ „und Schmiede“, ergänzten die Kinder sich gegenseitig. Dass ihr Wissen so bereichert wurde, lag sicherlich auch an der kindgerechten Art und Weise der Führungen. Im Keltendorf gibt es etwa keine Tabus, was das Anfassen von Gegenständen und das Ausprobieren betrifft. So trugen sie auch einen Holzeimer, mit dem die Kelten Wasser transportierten, herum. Sie erfuhren, welches Gewicht der leere Eimer bereits hat, und konnten sich die körperlichen Anstrengungen der ersten Bewohner des Donnersberges viel besser vorstellen. Am Tisch nebenan war ein Besucher deutlich unter den vielen Kindern zu erkennen: Nils Nager, das RHEINPFALZ-Maskottchen, war zu Gast – sehr zur Freude der kleinen „Kelten“. Beim Pfeilbau testeten sie nämlich direkt seine handwerkliche Begabung. Der sechsjährige Paul drückte Nils seinen Stock in die Hand und bat ihn, ihm beim Feilen zu helfen. „Das Bauen macht Spaß, aber ich glaube, wenn wir später unsere Pfeile mit dem Bogen schießen, ist das noch viel besser“, erklärte Paul, während er Nils Nager, der seinen Pfeil bearbeitete, keine Sekunde aus den Augen ließ. Mit dem Ergebnis des Maskottchens war er dann sehr zufrieden. In der Hütte nebenan ging es bunt zu: Es wurden Zauber- oder Freundschaftskugeln gefilzt. Stolz zeigte Lena aus Dreisen ihre Kugel, bei der sich die Farben rot, gelb, grün, blau und orange aneinanderschmiegten. „Mir macht es hier im Keltendorf richtig viel Spaß“, berichtete die Neunjährige, die vorsichtig ihre bunte Kugel in den Händen rollte. Nach all den Anstrengungen am Vormittag gab es zum Mittagessen eine keltische Gemüsesuppe zur Stärkung. (lcw)

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