Donnersbergkreis Münchweiler: Hotel-Restaurant Klostermühle feiert 25. Jubiläum
Seit zwei Jahren führt Erik Jennewein zusammen mit seiner Frau das Hotel-Restaurant, das seine Eltern 1992 als Pension gegründet haben.
Den Grundstein für die Erfolgsgeschichte der Klostermühle hat zumindest ein Stück weit das Pentagon in Washington gelegt. Hört sich verrückt an, ist aber so. Nach Ende des Kalten Krieges Anfang der 1990er Jahre hat das amerikanische Verteidigungsministerium beschlossen, den Flughafen der US-Air-Force in Sembach zu schließen. „Wir hatten damals drei Wohnungen an Amerikaner vermietet, zudem stand der Autobahn-Bau vor der Tür. Meine Eltern haben deshalb nachgedacht, wie es mit dem Anwesen weitergeht, und das auch mit uns Kindern besprochen“, erinnert sich Erik Jennewein, der damals ein Teenager war. Seit 1986 hatte die Familie „Ferien auf dem Bauernhof“ angeboten, „aber das war doch saisonal sehr begrenzt und führte nicht zu einer dauerhaften Auslastung“. Der drohende Wegfall der amerikanischen Mieter forcierte die Überlegungen, etwas Neues zu wagen. Schließlich entschieden Karl-Heinz und Claudia Jennewein, es neben der Landwirtschaft mit Übernachtungen inklusive Frühstück zu versuchen. Der Start erfolgte im Mai 1992 mit vier Zimmern – „Freundinnen meiner Mutter haben ihr damals geholfen, den Betrieb zu stemmen“, erzählt Erik Jennewein, der die Anfänge mehr aus der Ferne verfolgte: Der gelernte Landwirt und studierte Diplom-Betriebswirt war während seiner Ausbildung viel unterwegs, aber stets über die Entwicklung auf dem heimischen Hof informiert. Und die konnte sich sehen lassen: Rasch war die Klostermühle gut frequentiert, „in den ersten Jahren haben wir praktisch ständig erweitert“, berichtet Jennewein. Müßig, die vielen Umbauarbeiten der vergangenen 25 Jahre aufzuzählen (siehe auch „Chronologie“) – viel wichtiger ist ihm zu betonen, „dass wir immer auf das reagiert haben, was von unseren Gästen nachgefragt wurde“. Beispiel Essen: Zu Beginn kamen viele Geschäftsreisende – „sie wollten dann aber auch gerne am Abend hierbleiben. Also haben wir angefangen, für unsere Gäste zu kochen.“ Inzwischen ist das Restaurant auch für andere Besucher täglich geöffnet, verfügt über eine große Auswahl von über 90 Weinen sowie eine Küche, die seine Ehefrau Violaine – ehemalige Stewardess und ebenfalls diplomierte Betriebswirtin – als „raffiniert, aber trotzdem fein“ bezeichnet. Küchenchef Michael Brehm verstehe es ausgezeichnet, regionale Gerichte mit Einflüssen aus aller Welt zu verbinden, zudem lege er großen Wert auf heimische Produkte. Bei all dem setzen die Jenneweins auf eine klare Philosophie: „Für uns steht immer der Mensch im Vordergrund – das gilt für unsere Gäste ebenso wie für unsere Mitarbeiter.“ Das höre sich vielleicht nach einer Phrase an, „ist aber für uns das A und O in einer Zeit, in der das Zwischenmenschliche mehr und mehr verloren geht“. Auf individuelle Wünsche einzugehen, erfordere viel Zeit, Geduld und zahlreiche Gespräche, „aber es lohnt sich“, so Jennewein. Und es ist auch notwendig, weil das Klientel längst heterogen zusammengesetzt ist: Geschäftsreisende, Urlauber, Wochenend-Ausflügler, A-la-Carte-Gäste oder Veranstalter von Privat- und Firmenfeiern. Nicht zuletzt machen die Teilnehmer von Tagungen und Seminaren heute einen beträchtlichen Teil des Kunden-Stamms aus. Neben der respektablen DSL-Versorgung in Münchweiler profitiert die Klostermühle auch von der guten Lage und Verkehrsanbindung: Aus der Südpfalz oder dem Rhein-Main-Gebiet ist man in wenig mehr als einer Stunde angereist. Die Anzahl der Beschäftigten ist über die Jahre auf rund 25 angestiegen. Dennoch – und darauf sind die beiden Inhaber stolz – ist die Klostermühle immer ein Familienbetrieb geblieben. Eriks ältere Schwester Astrid arbeitet in der Küche mit, die jüngere Carla hat zusammen mit ihrer Frau Catie vor zwei Jahren einen Gemüsebau-Betrieb gegründet. Als „Fräulein Lenz“ bieten sie über Sommer jeden Samstag frische Produkte im Innenhof der Klostermühle an, deren „Qualität ein Traum ist“, so Erik Jennewein. Das Angebot kommt natürlich dem Restaurant zugute, ist aber unabhängig von den beiden Standbeinen der Klostermühle: Gastronomie und Landwirtschaft. Letztere umfasst rund 200 Hektar, die Erik Jennewein bewirtschaftet. Mit der momentanen Situation ist das Ehepaar rundum zufrieden: „Wir sind jetzt an einem Punkt, auf den wir jahrelang hingearbeitet haben“, sagt Erik Jennewein. Die vielen positiven Rückmeldungen der Gäste – „deren ehrliche Meinung uns sehr wichtig ist“ –, bestätigen ihm, auf dem richtigen Weg zu sein. Dennoch machen sich die Eltern zweier Söhne (neun und elf Jahre) Gedanken, wohin die Reise der Klostermühle in den nächsten zehn, 15 Jahren gehen soll. „Wie groß will, wie groß muss man sein? Ist es nicht besser, nur noch in der Qualität zu wachsen?“ – das sind zwei der Fragen, die Erik und Violaine Jennewein derzeit beschäftigen. Hier die Balance zu finden, sei eine wichtige Aufgabe für die Zukunft. Wie die Entscheidung auch ausfallen wird – eines darf angenommen werden: Washington wird dabei keine Rolle mehr spielen.