Dannenfels RHEINPFALZ Plus Artikel Luftkurort mit Haushaltsproblemen

Die Kastanien sind ein Markenzeichen von Dannenfels und sollen auch beim touristischen Leitbild eine Rolle spielen.
Die Kastanien sind ein Markenzeichen von Dannenfels und sollen auch beim touristischen Leitbild eine Rolle spielen.

Im Februar 2024 läuft das Prädikat Luftkurort für Dannenfels aus. Wie es damit weitergehen soll, war einer der Tagesordnungspunkte bei der Ratssitzung in Dannenfels, die zum ersten Mal nach der coronabedingten Verlegung wieder im Rathaus abgehalten wurde.

Für eine Verlängerung bedarf es zunächst einiger Gutachten, deren Kosten sich voraussichtlich im Bereich von rund 20.000 bis 25.000 Euro bewegen. Dabei fällt die Begutachtung der klimatischen Bedingungen besonders teuer aus. Ortsbürgermeister Ernst-Ludwig Huy und Wolfgang Hofmeister (Wählergruppe Hofmeister) sprachen sich vehement für eine Fortführung aus. Abgesehen davon, dass es sich im Donnersbergkreis um ein Alleinstellungsmerkmal handelt, sind noch weitere Vorteile damit verbunden: Ein Imagegewinn für den gesamten Ort sowie wirtschaftliche Vorteile beispielsweise für Gaststätten und den ortsansässigen Lebensmittelladen, der dann auch am Sonntag öffnen könnte. Nach Meinung von Hofmeister könnte man einen Großteil der Unkosten sicher wieder hereinholen, zum Beispiel durch öffentliche Gelder, Fundraising oder durch Spenden. Der Rat fasste schließlich einstimmig den Beschluss zur Fortführung, allerdings müssten im Vorfeld noch zwei Dinge geklärt werden: „Wie hoch sind die genauen Kosten?“ und „Wo kann man entsprechende Mittel akquirieren?“

Touristisches Leitbild formulieren

In Zusammenhang damit stehen auch die Themen Touristik und Verkehr. Huy informierte über eine Sitzung des Ausschusses für Dorfentwicklung und Infrastruktur und las das Protokoll vor. Das zukünftige touristische Leitbild lässt sich mit den vier Stichworten „Luft, Wald, Kelten und Keschde (Kastanien)“ beschreiben, die natürlich noch mehr ausgeformt werden müssten. Außerdem sollen weitere Bergdörfer wie Steinbach, Imsbach, Falkenstein, Marienthal mit ins Boot geholt werden, um einen zu ihnen passenden Schwerpunkt zu vertreten. Zum Beispiel könnte sich Steinbach mit seinem Keltendorf um die Kelten kümmern.

Ein weiteres Anliegen besteht darin, die Dannenfelser Neubürger mehr für ihren neuen Wohnort zu interessieren und in die Dorfgemeinschaft einzubinden. Als einen ersten Schritt bietet Hofmeister am 5. Dezember einen Dorfspaziergang für alle – nicht nur für die neu Zugezogenen – an, bei dem er viel Interessantes über den Ort vermitteln will. Treffpunkt ist um 14 Uhr vor dem Rathaus. Ein Flyer dazu wurde im Rat ausgeteilt.

Gewerbesteuer zähneknirschend erhöht

Schon seit Jahren ist der Haushalt mit seinem nicht ausgeglichenen Etat ein heikles Thema in der Kommune. Der Nachtragshaushalt für 2021 wurde diesmal von der Kommunalaufsicht nochmal genehmigt. Allerdings wird deutlich darauf hingewiesen, dass für den zukünftigen neuen Haushaltsplan 2022 eine Genehmigung nur erfolgen kann, falls er ausgeglichen ist. Da man aber auch für die nächsten Jahre nicht mit einem Ausgleich rechnen kann, wird der Gemeinderat zur Anhebung der Realsteuersätze aufgefordert, insbesondere der Grundsteuer B von derzeit 400 auf 500 Prozent.

Huy machte aus seiner Verärgerung über diese Forderung keinen Hehl und bezeichnete sie als Erpressung. Insbesondere auch deshalb, da das Land seit Jahren die kleinen Kommunen finanziell vernachlässige und eine schon lange versprochene finanzielle Entlastung nicht realisiere. Bei der Abstimmung gab es eine Gegenstimme, alle anderen Ratsmitglieder stimmten „zähneknirschend“ dafür. Die Anhebung wird ab 1. Januar 2022 erfolgen.

Weitere Themen

  • Der Bebauungsplan der Innenentwicklung, der den Bereich um das ehemalige BASF-Gelände regelt und schon seit mehreren Jahren ausgearbeitet ist, wurde einstimmig gebilligt.
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