Donnersberger Echo RHEINPFALZ Plus Artikel Lokale Lösungen für die großen Herausforderungen benötigt

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Die Sorge um nicht mehr ausreichend vorhandene – oder zumindest nicht mehr bezahlbare – Heizenergie für den Winter, um immer lückenhaftere medizinische Versorgung: Der Donnersbergkreis steht vor großen Herausforderungen.

Sorgen um unseren Geldbeutel machen wir uns derzeit (fast) alle. Besser gesagt, um dessen Inhalt. Die Preissteigerungen, mit denen wir uns tagtäglich auch im Donnersbergkreis konfrontiert sehen, die lassen uns bisweilen ratlos zurück. Und so wirklich weiß ja auch keiner, wo und wann der Wahnsinn denn endet.

Das Ende der Überflussgesellschaft?

Wer hätte sich noch vor einiger Zeit ernsthaft ausgemalt, dass sich selbst das Heizen der eigenen vier Wände zum Luxusgut entwickeln würde? Kaum vorstellbar noch vor einem Jahr – als wir alle uns die Frage gestellt haben, wann und wie denn endlich die Pandemielage in den Griff zu bekommen ist –, dass sich unsere Kommunalpolitik vorm Winter 2022/23 darum kümmern muss, Notfallpläne für die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Weil zu befürchten steht, dass Teile der Bevölkerung es sich nicht einmal mehr leisten können, für ein behagliches Zuhause zu sorgen, wenn es draußen unangenehm wird. Oder dass gar nicht mehr genügend Heizenergie zur Verfügung steht.

Gut so, dass die Verantwortlichen das Thema auf der Agenda haben – im wahrsten Wortsinne: Denn auf den Tagesordnungen fast aller Stadt- und Gemeinderäte findet sich derzeit das Krisenmanagement für die kommende Heizperiode. Erste Schritte sind gemacht. Gut möglich, dass es noch weiterer kreativer Lösungen bedarf. Die in den vergangenen Jahren vielfach angeführte und oft auch kritisierte Überflussgesellschaft ist mehr als geerdet worden.

Ärztemangel: Ein schleichender, vorhersehbarer Prozess

Viel länger als die Energieknappheit hat sich ein anderer Notstand angekündigt: Dass es mit der medizinischen Versorgung – gerade bei uns auf dem Land – irgendwann mal schwierig werden würde, diese Voraussage hätte sich schon vor vielen, vielen Jahren auch ohne Tüv-zertifizierte Glaskugel treffen lassen. Im Grunde genommen konnte man dem Verfall des Systems in aller Ruhe zusehen.

Und es scheint, als habe man das auch getan: in aller Ruhe zugesehen. Klar, immer hat mal ein Experte den Finger gehoben, hat die Politik versucht, an kleineren Stellschrauben zu drehen, haben auch die Menschen sich klar gemacht, dass da etwas auf uns zukommt. Es war ein schleichender Prozess: Über die Jahre hat es immer ein bisschen länger gedauert, bis ein Haus- oder Facharzttermin zu bekommen war; mussten weitere Anfahrtswege in Kauf genommen werden, weil Praxen dichtgemacht worden waren.

Aber auch da ging es irgendwann unerwartet und ungekannt schnell. Plötzlich dauerte es nicht mehr ein paar Wochen länger, plötzlich mussten Patienten beim einen oder anderen Facharzt gefühlte Ewigkeiten auf einen Termin warten. Inzwischen scheinen wir uns auch daran gewöhnt zu haben, legen wir schon mit einem Lächeln den Hörer auf (Achtung, eine Reminiszenz an „die gute, alte Zeit“...), wenn wir mal wieder einen Termin innerhalb eines Jahres haben ergattern können.

Probleme von höherer Ebene verlagert

Auch in diesem Bereich tut sich immerhin etwas. Das Mediziner-Camp vor Wochenfrist: eine wirklich gute Idee. Die angehenden Ärzte, denen die Protagonisten vor Ort versucht haben, den Donnersbergkreis schmackhaft zu machen, waren überwiegend angetan. Von den Lebensumständen rund um den höchsten Berg der Pfalz genau so wie von den Perspektiven und Möglichkeiten, die sich ihnen hier bieten können.

Eine kurzfristige Lösung für die Probleme bei der medizinischen Versorgung wären diese jungen Leute selbstredend nicht. Aber jetzt strategisch zu denken, sich Ärzte für die Zukunft zu sichern, ist der richtige Ansatz. Man darf – wie beim Thema Energiekrise – den Verantwortlichen auf kommunaler Ebene bescheinigen, dass sie händeringend nach Lösungen suchen für Probleme, die auf deutlich übergeordneter Ebene entstanden sind.

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