Dart RHEINPFALZ Plus Artikel Lohnsfelder jetzt zweithöchster Dart-Funktionär

Manuel Kramer aus Lohnsfeld wird als sogenannter Caller, einer Art Hallensprecher und Schiedsrichter im Dartsport, gebucht. Dabe
Manuel Kramer aus Lohnsfeld wird als sogenannter Caller, einer Art Hallensprecher und Schiedsrichter im Dartsport, gebucht. Dabei traf er bereits Legende Phil Taylor.

Bereits seit 1996 hat sich Manuel Kramer dem Dartsport verschrieben. Zu einer Zeit also, in der Dart noch von „Exoten“ in verrauchten Nebenzimmern gespielt wurde. Vor wenigen Tagen wurde der 40-jährige Lohnsfelder bei einem virtuellen Verbandstag zum Vizepräsidenten des Deutschen Dart-Verbandes (DDV) gewählt. Rund 15.700 Dartspieler sind aktuell im DDV organisiert.

Alles begann bei den „Bulltippers“ in Lohnsfeld. Gespielt wurde im Ponderosa, später im Score-Pub in Langmeil und bei den „Dartfreaks“ im Lohnsfelder Sportheim. Kneipensport at it's best. Damals konnte noch niemand erahnen, dass Dart einmal die Massen elektrisieren könnte. Der gelernte Metallbauer, der bei BorgWarner in Kirchheimbolanden beschäftigt ist, wechselte später zum DSV Donnersberg in die Landesliga, heute ist er begeisterter E-Dartspieler. Regelmäßig treffen sich die „Locos Diabolos“ des Dartvereins „Ghostdarters“, die in der DSAB-Westpfalz-Liga an den Start gehen, auf der ehemaligen Kegelbahn in Sembach.

Doch schon früh merkte Manuel Kramer, dass er auch mitgestalten möchte beim Aufbau der Strukturen einer aufstrebenden Sportart. Zwischen 2013 und 2019 fungierte er bereits als Verbandsgerichtsvorsitzender, nun folgte die „Beförderung“ zum DDV-Vizepräsidenten. Zudem wird Kramer von Veranstaltern auch als sogenannter „Caller“ gebucht, eine Art Hallensprecher und Schiedsrichter in Personalunion. Neben Weltranglisten-Turnieren gehört vor allem ein Showkampf mit Dart-Legende Phil Taylor im Jahr 2019 in Berlin zu den Höhepunkten seiner „Caller“-Karriere.

Dem gängigen Klischee, dass Dartspieler durchaus auch ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen haben dürfen, tritt Manuel Kramer energisch entgegen. Für sich hat er seit knapp zehn Jahren ein ganz besonderes „Fitness-Programm“ entdeckt: Fußball-Schiedsrichter. Bis zur Kreisliga leitet Kramer pro Saison rund 40 Spiele, hält sich so auch für das Dartspielen fit, wo Konzentration auch immer eine Frage der Kondition ist. Als Fußballer war er in Sippersfeld, Lohnsfeld, Dielkirchen und Münchweiler am Ball, „am liebsten als Libero“. Ein Begriff, den es im modernen Fußball längst nicht mehr gibt.

Der Libero hat sich überlebt, einer späten Karriere als Schiedsrichter stand also nichts im Weg. Kramer schmunzelt, wenn er über die Unterschiede zwischen Spieler und Unparteiischem nachdenkt: „Ich glaube, dass ich jetzt sicher doppelt soviel laufen muss wie früher.“ Nicht nur der Dartsport hat sich also in den vergangenen Jahren grundlegend verändert, sondern auch der Fußball. Und ein ganz kleines bisschen war daran immer auch Manuel Kramer beteiligt.

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