Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Literaturtage gehen in die Jubiläumsrunde

Kommt zu den Literaturtagen: die deutsch-georgische Theater- und Romanautorin Nino Haratischwilli.
Kommt zu den Literaturtagen: die deutsch-georgische Theater- und Romanautorin Nino Haratischwilli.

Ungerade Jahre sind im Donnersbergkreis Literaturtage-Jahre. 2025 wird das Schreib- und Lesefestival also wieder den Veranstaltungskalender des Kreis bunt sprenkeln mit Lesungen und anderen, nicht nur literarischen Aktivitäten. Es zeichnet sich schon jetzt Hochkarätiges ab.

Denn es werden besondere Donnersberger Literaturtage sein: Zum zehnten Mal werden sie 2025 über die Bühne gehen - 2007 gestartet, finden sie seither in zweijährigem Turnus statt. Dieses Jubiläum soll sich nach den Vorstellungen des Donnersberger Literaturvereins und ihres Vorsitzenden Thomas Mayr im Programm angemessen widerspiegeln.

Einer der großen Namen aus dem Literaturbetrieb wird im Programm der Literaturtage der von Nino Haratischwili sein. Die 41-jährige Deutsch-Georgierin, die in Berlin lebt, wurde für ihre gewaltigen Romane schon mit Tolstoi verglichen. Bücher wie „Das achte Leben (für Brilka)“ (2014), „Die Katze und der General“ (2018) oder zuletzt „Das mangelnde Licht“ (2020) sind kraftvoll-authentische, fesselnde, von der Geschichte und ihrem Niederschlag im menschlichen Miteinander tief durchtränkte Meisterwerke, die das Leben selbst sprechen lassen und trotz ihres fordernden Umfangs – „Das achte Leben“ etwa umfasst rund 1300 Seiten – kaum aus der Hand zu legen sind.

Faschon-Lesung in Jakobsweiler

Laut Mayr ist Haratischwilis Besuch – weitere Hochkaräter ähnlichen Formats sind angefragt – bei den 10. Donnersberger Literaturtagen noch nicht terminiert. Auch für die Debütpreisträgerin der Literaturwerks Rheinland-Pfalz/ Saar, Elena Fischer, muss noch der passende Tag gefunden werden. Ihr Debüt-Roman „Paradise Garden“ – eine Art Road-Movie, das eine 14-Jährige auf die Suche nach ihrem unbekannten Vater führt, und ein Beziehungsroman um drei Frauen aus drei Generationen, die in prekären Umständen in einer Hochhaussiedlung leben – war 2023 ein Kandidat für den Deutschen Buchpreis. Tijan Sila aus Kaiserslautern, der aktuelle Träger des Ingeborg-Bachmann-Preises, wird aus „Radio Sarajewo“ lesen. Zusagen liegen zudem von Kinderbuchautor Stefan Gemmel und dem Saarbrücker Autor Erhard Schmied vor.

Bereits fest terminiert ist eine Lesung, deren Anlass und Hintergrund eng mit den Donnersberger Literaturtagen verbunden ist: Rainer Furch und Madeleine Giese aus Kaiserslautern, bekannt für ihre vielen, eigenwillig komponierten Leseauftritte, werden am 3. Mai zum 100. Geburtstag von Susanne Faschon (1925-1995) im Bürgerhaus ihres letzten Wohnortes Jakobsweiler aus ihren Werken lesen. Nach der großen, unvergessenen pfälzischen Lyrikerin ist der Preis benannt, den der Donnersberger Literaturverein alle zwei Jahre für den Sieger oder die Siegerin seines großen, landesweiten Schülerschreibwettbewerbs vergibt – von Anfang an ein Kernbestandteil der Donnersberger Literaturtage.

10. Schülerwettbewerb ist gestartet

Die Ausschreibung für den nunmehr zehnten Wettbewerb um den Susanne-Faschon-Preis ist inzwischen an alle Schulen mit Sekundarstufe II in Rheinland-Pfalz versendet worden. Über die Schulen können sich die Schülerinnen und Schüler mit eigenen Prosa-Texten oder Gedichten um den Preis bewerben. Das Thema für ihre Beiträge, wie immer weit gefasst zu verstehen, lautet diesmal: „Wahl“. Die 13 Besten, von einer Jury bestimmt, werden zu einer öffentlichen Leseveranstaltung eingeladen und können später ihre Texte gedruckt in einer Anthologie wiederfinden. Neben dem mit 500 Euro dotierten Susanne-Faschon-Preis werden zweite und dritte Preise (300/200 Euro) vergeben, alle weiteren bis zum 13. Platz werden mit 100 Euro honoriert. Prämiert wird zudem die schreibkreativste Schule im Wettbewerb.

Diese Preisverleihung als Höhepunkt einer Leseveranstaltung mit dem Besten aus dem Wettbewerb ist ihrerseits bereits terminiert. Sie wird am 9. Mai in der Donnersberghalle in Rockenhausen stattfinden, in Zusammenarbeit mit der dortigen IGS. Weitere bereits fixierte Termine betreffen den Auftritt des Lyrikers Jan Wagner (23. Mai) und die Ausstellung „Verbrannte Orte“ zum Thema Bücherverbrennung in der NS-Zeit (14. Mai) - der Literaturverein hatte dazu im letzten Jahr eine Gedenktafel in Kirchheimbolanden vis-a-vis der katholischen Kirche angebracht, wo eine solche Bücherverbrennung 1933 stattfand und auch dokumentiert ist. Dem Anspruch dieser Gedenktafel will der Literaturverein jährlich auch mit einer Veranstaltung zum Thema gerecht werden.

Fest steht am Programm ebenfalls, dass wieder ein Poetry Slam ausgetragen wird mit den Slam-Meistern Markus Becherer und Aileen Schneider.

Info

Stetig aktualisierte Infos zu den Literaturtagen sind zu finden auf der Homepage des Donnersberger Literaturvereins unter der Adresse: https://dltage.de

Die Mainzer Autorin Elena Fischer bei einer Lesung in Rockenhausen.
Die Mainzer Autorin Elena Fischer bei einer Lesung in Rockenhausen.
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