GÖLLHEIM RHEINPFALZ Plus Artikel Lieblingswanderstrecken: Auf den Pfaden der Könige – der Adolf-von-Nassau-Wanderweg

Der Rundweg lässt sich an manchen Stellen auch abkürzen. Wer den barrierefreien Dachsiweg gehen möchte, beginnt bei der Kriegsbe
Der Rundweg lässt sich an manchen Stellen auch abkürzen. Wer den barrierefreien Dachsiweg gehen möchte, beginnt bei der Kriegsberghütte.

Entlang an Wald, Acker und Wiesen – auf dem Prädikatswanderweg verbinden sich Fußmarsch und Geschichte miteinander. Wanderwart Klaus Jutzi kommt ins Schwärmen, wenn er über die Rundstrecke erzählt. Und mit einer barrierefreien Strecke können die Göllheimer noch zusätzlich punkten.

„Ich mag diese Strecke besonders, weil sie uns über sanfte Hügel, durch Wald, Feld und Wiesen führt und an vielen Aussichtspunkten und Rastmöglichkeiten immer wieder zum Verweilen und Genießen der schönen Landschaft einlädt“, macht der Göllheimer Wanderwart die königliche Tour schmackhaft, die 2018 vom Deutschen Wanderverband und dem Deutschen Wanderinstitut ausgezeichnet wurde. Ein weiteres großes Plus aus der Sicht Jutzis: Andere Wanderwege wie der „Äußere Rosenweg“ oder sogar der „Jacobs Pilgerweg“ begleiten in Teilen die Rundwanderung, die unterwegs je nach Lust und Laune abgekürzt oder – weil’s so schön ist – verlängert werden kann.

Wir beginnen unsere Wanderung, die mit der Markierung „Gelbes Königskreuz auf blauem Grund“ stets übersichtlich beschildert ist, am Königskreuz, in der Königskreuzstraße in Göllheim, wo es auch ausreichend Parkmöglichkeiten gibt. Das Königskreuz – eine frühgotische Christusstatue mit Nassauer Wappen, Reichsadler und einer Steintafel mit Inschrift – wurde in eine Sandsteinmauer eingefügt. Es gilt als das älteste erhaltene Steinkruzifix der Pfalz und steht in einer im fränkischen Stil erbauten Feldkapelle.

Vorbei am Jüdischen Friedhof und am Keßler Kreuz

Namensgeber der Tour ist König Adolf von Nassau, der vor den Toren Göllheims in einer Schlacht gegen König Albrecht von Österreich 1298 Krone und Leben verlor, informiert Jutzi. Der Königskreuzstraße folgend erreichen wir nach zirka 800 Meter den alten Jüdischen Friedhof. Von hier genießen wir einen herrlichen Blick zum Donnersberg, der mit 687 Meter (höchster Berg der Pfalz) in gewaltiger Masse über das niedrige Hügelland ragt. Nach weiteren zirka 800 Metern erreichen wir einen wunderschönen Laubwald mit altem Esskastanienbestand, den wir bis zum Wegweiserstandort „Röthe“ – auch hier gibt es Parkmöglichkeiten – durchwandern. Nach zirka drei Kilometern verlassen wir den Wald in Richtung Kerzenheim, überqueren die K 78 und gehen zirka 100 Meter parallel zur Straße, die nach Stauf führt (K 76). Nach einer Waldpassage erreichen wir den Bauern- und Selbstvermarkterhof „Arleshof“, bevor uns der Weg durch offene Acker- und Wiesenflächen wieder in den Wald zum Wegweiserstandort „Hollerwald“ führt. Von dort aus empfiehlt Jutzi einen kurzen Abstecher zum sagenumwobenen „Keßler Kreuz“. Dafür müssen wir etwa 100 Meter bergauf gehen. Was es genau mit diesem Kreuz auf sich hat, weiß niemand. Möglicherweise hat es mit dem Tod eines oder zweier Keßler zu tun, die sich an dieser Stelle gegenseitige erschlugen.

Im Zisterzienserkloster war Adolf von Nassau beerdigt

Zurück auf dem Hauptweg passieren wir den alten, sehenswerten Friedhof Rosenthal und erreichen kurz danach den romantischsten Ort der Tour, die Klosterruine Rosenthal. Das im 13. Jahrhundert erbaute ehemalige Zisterzienserkloster „Sankt Maria“, in dem von 1298 bis 1309 Adolf von Nassau beigesetzt war, zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der Nordpfalz. Vorbei an einem wunderschönen Landschaftsweiher verlassen wir den Rosenthalerhof und erreichen nach knapp zwei Kilometern das Göllheimer Häuschen, eines der ältesten Wirtshäuser der Nordpfalz. Ist es heute ein beliebtes Ausflugsziel mit unverfälschter Pfälzer Gastlichkeit, war es ursprünglich ein nassauisches Jagdschlösschen.

Der Premiumwanderweg führt uns jetzt über Pfade der L 396 entlang, bis wir nach zirka drei Kilometern den Parkplatz der Kriegsberghütte des Pfälzerwaldvereins Göllheim, die selbstbewirtschaftet an Sonn- und Feiertagen geöffnet hat, erreichen. Über einen Pfad gelangen wir zur Ludwigshalle, einem monumentalen Bauwerk im Stil eines griechischen Tempels, das im Jahr 1890 zu Ehren des Königs Ludwig II. von Bayern errichtet wurde.

Fast an unserem Ziel angekommen, durchwandern wir die letzte Station: das ehemalige Schlachtfeld „Hasenbühl“. Hier kämpften in der Ritterschlacht, bekannt als „Die Schlacht am Hasenbühl“ die beiden Könige um die Krone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Die Strecke:

Rund 17 Kilometer lang und mittelschwer.

Auf- und Abstieg jeweils zirka 287 Höhenmeter.

Der barrierefreie Dachsi-Weg

Besonders am Herzen liegt den Göllheimer Pfälzerwäldlern jedoch ein ganz spezieller Weg: der maximal zwei Kilometer lange barrierefreie Dachsi-Weg, der am Parkplatz unterhalb der Kriegsberghütte beginnt. „Der Rundwanderweg ist gut ausgebaut, besonders geeignet für ältere und gehbehinderte Menschen, und er kann mit dem Rollstuhl oder Rollator gut bewältigt werden. Beliebt ist er auch bei Familien mit Kindern. Die Strecke ist nicht so lang, und direkt an unserer Hütte ist ein gerne benutzter generationenverbindender Spielplatz“, ist die Vorsitzende Regina Pohl besonders stolz auf den einzigen barrierefreien Rundwanderweg im Kreis. An die Kleinen wurde auch bei der Ausschilderung gedacht: „Der Dachs, das Maskottchen des Weges, ist unser ständiger Wegbegleiter. Die Informationstafeln sind für Kinder und Rollstuhlfahrer in niedriger Höhe angebracht“, erklärt Pohl. Neben Fitnessmöglichkeiten und Ruhebänken lädt auch eine behindertengerechte Picknick-Station zur Pause ein. Die Strecke ist in zwei Schwierigkeitsgrade mit unterschiedlichen Längen eingeteilt und hat eine Anbindung an die markierten Wanderstrecken.

Die Strecken:

Rund 1,3 Kilometer und leicht.

Rund 2 Kilometer und anspruchsvoll.

Zahlen und Fakten: Die Pfälzerwald-Ortsgruppe Göllheim

Die Ortsgruppe wurde 1970 gegründet. Wesentliche Standbeine der 417 Mitglieder zählenden Ortsgruppe sind: monatliche Mittwochswanderungen, monatliche Wanderungen der Familiengruppe, Dachsi-Kids-Club, Nordic-Walking-Gruppe, Weitwandergruppe, Ferienspielnachmittage, monatliche Schlachtfeste (Oktober bis März). Die barrierefreie Kriegsberghütte gehört der Ortsgruppe, wird ehrenamtlich bewirtschaftet und ist an Sonn- und Feiertagen geöffnet. Kostenlose Lademöglichkeit für E-Bikes gibt es zu den Hüttenöffnungszeiten. Regina Pohl ist seit 2018 die Vorsitzende der Ortsgruppe.

Bereits erschienen:

Teil 1: Vom Achsnagel zum Königstuhl

Teil 2: Unterwegs im Alsenztal

Teil 3: Zum Retzbergweiher mit QR-Code und GPSTeil 4: Vom Moschellandsberg zum Silberberg

 Die Vorsitzende der Ortsgruppe Regina Pohl (rechts) mit Wanderwart Klaus Jutzi (links) und Hermann Angst, der die Wanderstrecke
Die Vorsitzende der Ortsgruppe Regina Pohl (rechts) mit Wanderwart Klaus Jutzi (links) und Hermann Angst, der die Wanderstrecke in Ordnung hält.
x