Donnersbergkreis Landrat Guth gewinnt mit exakt gleichem Ergebnis wie 2017

In der Keltenhütte auf dem Donnersberg wurde bis in die Nacht hinein gefeiert. In der Mitte: der neue und alte Landrat Rainer Gu
In der Keltenhütte auf dem Donnersberg wurde bis in die Nacht hinein gefeiert. In der Mitte: der neue und alte Landrat Rainer Guth.

Er hat es wieder im ersten Anlauf geschafft: Rainer Guth bleibt auch die nächsten acht Jahre Landrat des Donnersbergkreises. Der 55-Jährige holte 51,9 Prozent der Stimmen.

Am Ende des Abends rief der höchste Berg der Pfalz: der Gipfel des Donnersbergs. In der dortigen Keltenhütte feierte der wiedergewählte Landrat Rainer Guth mit Wegbegleitern und Freunden seinen Triumph. Er bleibt weitere acht Jahre Landrat. Mit dabei bei der rauschenden Party: Entertainer Kalli Koppold, mit dem Guth kürzlich einen Song aufnahm, der in den sozialen Netzwerken viral ging, aber nicht jedem gefiel. Auch 2017 hatten Guth und Koppold „zusammengearbeitet“. Überhaupt erinnerte vieles an die Wahl vor acht Jahren. Damals traten ebenfalls drei Kandidaten an, Rainer Guth siegte im ersten Wahlgang, die SPD hatte das Nachsehen. Kurios ist allerdings: Guth kam am Sonntagabend nun auf das exakt gleiche Ergebnis wie 2017 – nämlich die 51,9 Prozent. Nur die Wahlbeteiligung war damals deutlich niedriger – sie lag bei nur knapp 43 Prozent. Diesmal setzten 78,5 Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuzchen auf dem Stimmzettel.

„Ich bin heilfroh, nicht in die Stichwahl zu müssen“, sagte ein sichtlich erleichterter Guth zum Ergebnis. Seinen Erfolg begründete er mit dem „Vertrauen der Menschen in mich und die geleistete Arbeit“. „Wir haben viel im Donnersbergkreis bewegt – und wir werden weiter viel bewegen“, versprach er.

Erst Fasnacht, dann Wahlparty

Ziemlich närrisch war er ins Wahlwochenende gestartet. Am Freitagabend besuchte er die Fasnachtssitzung in Göllheim, am Samstag feierte er mit den Narren im Mainzer Schloss und am Sonntagnachmittag nahm der 55-Jährige bei strahlendem Sonnenschein am Morschheimer Umzug teil. Er sei weder nervös, noch angespannt, „sondern nur gespannt“, erzählte er am Abend im Kreishaus, wo er ab 18 Uhr die Auszählung verfolgte. In fast allen Gemeinden lag er dabei vor seinen beiden Herausforderern.

Der Amtsinhaber wird also auch die kommenden acht Jahre die Geschicke des Kreises vom Chefsessel in Kirchheimbolanden aus lenken. Er will dabei deutliche Schwerpunkte für die Zukunft des Donnersbergkreises setzen. Auf seiner Prioritätenliste stehen die Digitalisierung und Entbürokratisierung der Verwaltung, die weitere Sanierung der Kreisstraßen, die Sicherung der medizinischen Versorgung für die Menschen im ländlichen Raum und Ankurbelung der Wirtschaft rund um den Donnersberg. Außerdem wolle er sich für die Modernisierung der Schulen stark machen. „Wir haben hier so viel Potenzial, wir müssen es nur nutzen und die richtigen Ansätze wählen“, hatte der Kreischef vor einigen Wochen im Gespräch mit der RHEINPFALZ gesagt.

Liebe zu Wald, Mountainbike und Hündin Klara

„Wir müssen die Dinge anpacken“, so der Mann, der vor seiner Zeit als Landrat als Prokurist eines internationalen Zellstoffkonzerns tätig war. Guth ist ein Naturmensch. Er lebt in Eisenberg, ist von Hause aus Förster, fährt leidenschaftlich gern Mountainbike, geht gern mit seiner temperamentvollen Hündin Klara spazieren – und liebt den Wald fast so sehr wie seine Lebensgefährtin, die er in diesem Sommer heiraten will.

Hunderte Termine hat Guth in den vergangenen Monaten im Kreis absolviert, war quasi seit Anfang 2023 unentwegt unterwegs – nicht nur im Wahlkampf. Eine 60-Stunden-Woche ist bei ihm nicht die Ausnahme, sondern die Regel. In jeder noch so kleinen Gemeinde schlug Guth auf, um mit den Menschen über Probleme, Fortschritte und ihre Wünsche zu sprechen. Ihre Sorgen nahm er mit ins Kreishaus und bis nach Mainz. Guth ist einer, der sowohl in der Verwaltung präsent war (und ist) als auch vor Ort rund um den Donnersberg. Er ist das Gesicht des Kreises, 88 Prozent der Menschen kennen ihn hier.

Titelverteidigung schwieriger als erster Triumph

Auch in der Telefonumfrage des Mannheimer Meinungsforschungsinstitutes Communication- & Marketing-Research (CMR), die die RHEINPFALZ vorab in Auftrag gegeben hatte, lag Guth in der Gunst der Wähler vorn. Anfang Februar gaben 54 Prozent der Befragten dem Eisenberger ihre Stimme; Rauschkolb kam auf 25 Prozent; Raab nur auf sechs Prozent. Zum Zeitpunkt der Umfrage, zwischen 3. und 10. Februar, waren allerdings noch 15 Prozent der Wähler unentschlossen.

Vor acht Jahren hatte sich Guth, damals neu in der Politik, gegen Michael Cullmann (SPD) durchgesetzt. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land kam 2017 auf knapp über 40 Prozent; der parteilose Joachim Bayer erreichte 7,5 Prozent. Auch damals trat Rainer Guth als parteiloser Kandidat an, wurde aber ebenso wie diesmal von der CDU und der FWG unterstützt. Damals ging’s am erfolgreichen Wahlabend allerdings nicht auf den höchsten Berg der Pfalz, gefeiert wurde im Braustübchen der Winnweilerer Privatbrauerei Bischoff. Jetzt also ist er ganz oben angekommen – und einen Titel zu verteidigen ist schließlich viel schwieriger.

Am Mittag bei der Stimmabgabe: der alte (und neue?) Landrat Rainer Guth in Eisenberg
Am Mittag bei der Stimmabgabe: der alte (und neue?) Landrat Rainer Guth in Eisenberg
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