Donnersbergkreis Lachmuskeln voll beansprucht
STEINBACH. Das Theater-Ensemble des Turn- und Sportvereins Steinbach hat es wieder getan. Mit dem Stück „Muscheldiekuschel“ – ein Schwank von Erich Koch – sorgten die diesmal elf Hobbyschauspieler auch in der 34. Saison für beste Unterhaltung und starke Beanspruchung der Lachmuskulatur. Die Premiere am Freitag war – wie die restlichen vier Aufführungen – mit über 200 Besuchern ausverkauft.
„Muscheldiekuschel“ bekommen die Zuschauer also präsentiert. Schon der Titel lässt einen in alle Richtungen offenen Liebesklamauk erahnen, der von den Steinbacher Feierabendkünstlern unter der Regie von Manfred Lehrmoser exzellent vorgespielt wurde. Sticheleien und dreiste Sprüche gegen die Nachbarschaftsorte Börrstadt, Dannenfels und Standenbühl durften nicht fehlen. Kurz zum Inhalt der Vorstellung: Im Mittelpunkt aller Verwicklungen, Missverständnisse, Verwechslungen, Liebe und Eifersüchteleien steht eine schlecht gehende Pension, dessen Besitzer Hans (Ralf Becker) vor dem Ende steht. Wäre da nicht sein Freund Gustav (Wolfgang Bauer) – gleichzeitig Bürgermeister – gewesen, der dazu rät, die Pension zu je einem Teil in ein Betreutes Wohnen und in Separees für intime Stunden umzuwandeln. Gesagt, getan. Und nachdem Gustav die türkischstämmige Aise (Nicole Geißler) als Reinigungskraft für das Wohnen und die charmante, unwiderstehliche Französin Chantal (Sabrina Ciara) als Einfädlerin für „Kuschelmuschel“ engagiert hat, nimmt der Wahnsinn seinen Lauf. Gustav, obwohl mit Erika verheiratet, nutzt die Separees für schöne Stunden mit seiner Geliebten Nina (Sophia Selzer). Gleiches tut Erika (Sandra Werner) mit Arnold Schwarzenbäcker (Volker Bauer), der wiederum mit Lea (Sonja Ciara), welche sich General a.D. Pfeiffer (Christian Ciara) angelt, verheiratet ist. Alle nichts wissend vom Vorgehen des jeweils anderen. Zunächst. Doch wie es der Zufall so will, fliegt am Ende jegliches Techtelmechtel auf und plötzlich wird aus dem Ehemann der „Ex“ und aus der Geliebten die Verlobte. General a. D. Pfeiffer, der Soldat „mit drei F und einem harten Ei“ avancierte in seiner unvergleichlichen militärischen Art und Ausdrucksweise, gepaart mit ostdeutschem Dialekt, zum Publikumsliebling. Nicht zu vergessen: das Rentnerehepaar Balu (Gerald Heeger) und Momo (Birgit Schmidt), die beide in dieser Art von Betreutem Wohnen eher fehl am Platz sind, dennoch eine ereignisreiche Nacht hinter sich haben. So verwechselte Monika Büstenhalter mit Unterhose und Balu parkte sein Gebiss fälschlicherweise im Nachttopf. Und ihre Wärmflasche im Bett soll Monika doch gefälligst mit einem gescheiten Furz anstatt mit heißem Wasser wieder aufheizen. Abschließend stellte sich die Frage, was nun mit der Pension und Hans passiert? Die Separees sind ja ab sofort quasi nutzlos, wo doch alle Heimlichkeiten und Betrügereien ans Licht gekommen sind. Die Antwort: Aise kauft Hans seinen Besitz ab und eröffnet ein Betreutes Wohnen für Türken. Freie Bahn für Chantal, die mit Hans nach Paris ziehen will, um dort eine Pension zu betreiben, die keinen anderen Namen als „Muscheldiekuschel“ tragen wird. Das Steinbacher Dorftheater schaffte es wieder, mit optimaler Rollenbesetzung den Geschmack des Publikums zu treffen. Es schien, als fanden die elf Darsteller in ihren Figuren ein Stück von sich selbst wieder, was zur schauspielerischen Glanzleistung mit Sicherheit beitrug. (fsm)