Donnersbergkreis Lücken nicht nur bei Hausärzten

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Mit der medizinischen Versorgung im Donnersbergkreis und ihrer künftigen Entwicklung befasst sich ein Forum, zu dem die Landtagsabgeordnete Jaqueline Rauschkolb für morgen, 19 Uhr, in den Roten Saal der Donnersberghalle in Rockenhausen einlädt. Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Landrat Winfried Werner werden das Thema aus Kreis- und Landessicht beleuchten. Mit Rauschkolb sprach Thomas Behnke.

Frau Rauschkolb, das Thema „ärztliche Versorgung“ hat sich erst unlängst mit der Schließung der Hausarztpraxis in Gerbach wieder bemerkbar gemacht. Welches Bild der Lage im Donnersbergkreis liegt denn dem Forum am Dienstag zugrunde?

Das ist über den Kreis hinweg unterschiedlich. Besonders in der Verbandsgemeinde Winnweiler ist die Versorgung zur Zeit nicht gut, dort ist die Anzahl der Einwohner pro Hausarzt im Landkreis am höchsten. In anderen Gebieten sieht es dagegen noch ganz gut aus. Der Blick muss aber wegen der Altersstruktur der Ärzteschaft im Kreis nach vorne gehen, wie wird das in fünf oder zehn Jahren aussehen? Da wird es Lücken nicht nur bei den Hausärzten geben, sondern auch bei Fachärzten. Es fehlt beispielsweise an Orthopäden oder Hautärzten. Es gibt seit 2007 einen „Masterplan“ auf Landesebene, wie einer drohenden Unterversorgung entgegengewirkt werden könnte, der wurde 2011 aktualisiert. Von welchen Maßnahmen kann man sich in einem Landkreis wie dem unseren Verbesserungen erhoffen? Im Masterplan haben Kassenärztliche Vereinigung, Landesärztekammer, Hausärzteverband, Landesregierung und andere allgemeinere Maßnahmen wie bessere Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Allgemeinmediziner vereinbart. In Mainz wird zum Beispiel eine neue Professur für Allgemeinmedizin eingerichtet, das soll das Berufsfeld für junge Mediziner attraktiver machen und für die Hausarzttätigkeit werben. Was auch schon geschieht, ist die Einrichtung von Nebenstellen von anderswo angesiedelten Praxen, das gibt es beispielsweise in Kerzenheim oder Kriegsfeld. Für Nebenpraxen in Verbandsgemeinden mit schlechter Versorgungslage gibt es im Masterplan auch finanzielle Förderprogramme. Es geht aber nicht nur um diesen Masterplan, mir sind auch andere Konzepte wie etwa „Gesundheit und Pflege 2020“ wichtig. Die Weiterbildung von Arzthelferinnen zu sogenannten Versorgungsassistentinnen ist ein guter Ansatz. Die sind den früheren Gemeindeschwestern vergleichbar und könnten die Ärzten etwa bei Hausbesuchen entlasten. Praxen in Eisenberg machen das schon. Wichtig ist die Zusammenarbeit mit dem Westpfalzklinikum, junge Assistenzärzte sollten die Möglichkeit bekommen, in niedergelassene Praxen reinzuschnuppern, und so für einen solchen Dienst interessiert werden. Was sollte vor Ort, in den Kommunen geschehen? Wichtig ist, dass es für interessierte Ärzte Ansprechpartner vor Ort gibt, die gut Bescheid wissen und Kontakte herstellen können. Natürlich hilft auch alles, was dem Miteinander von Beruf und Familie nützt – also ein gutes Wohnumfeld und Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Schulen – , damit auch die Partner interessierter Ärzte einem Job nachgehen können. Ärztehäuser sind ein weiteres Modell. Und wenn die kurzen Wege zum Arzt doch weiter werden sollten, muss auch über Beförderungsmöglichkeiten wie ein Patientenshuttle nachgedacht werden. Vor allem aber sollte man intensiv um Nachfolger werben, immerhin sind es in der Regel gut ausgestattete Praxen, die übernommen werden können. An welchen Personenkreis richtet sich das Forum in erster Linie? Wir haben vor allem kommunale Vertreter, Hausärzte, Fach und- Klinikärzte eingeladen, aber natürlich sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger willkommen. Es sind ja viele Ängste vorhanden, über die zu reden ist, die Leute machen sich ja ihre Gedanken. Aber auch von der Hausärzten wär es gut zu erfahren, welche Defizite und Probleme sie wahrnehmen, was sie stört oder welche Wünsche sie an die Politik haben.

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