Donnersbergkreis Kritische Würdigung

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„In einer Zeit, in der das ,Friedensprojekt Europa’ auseinanderzubrechen droht, ist die Restaurierung des Adlerbogens und besonders das Aufstellen der Bismarck- und Moltke-Statuen das falsche Signal.“ Das erklärt der Grünen-Kreisverband Donnersberg in einer Stellungnahme, die die Redaktion vergangene Woche erreichte. „Verrostet und mit abgeblätterter Farbe“, so Vorsitzender Norbert Willenbacher, hätte der Donnersberger Adlerbogen stummer Zeuge sein können für die Überwindung von Nationalismus und Militarismus in Europa.

Zwar seien das ehrenamtliche Engagement der beteiligten Personen, ihre Geduld und Ausdauer an sich lobenswert, heißt es in der Stellungnahme, die Vorsitzender Norbert Willenbacher im Namen des Kreisverbands unterzeichnete. Gerade deshalb sei es aber auch angebracht, differenzierter über den Adlerbogen nachzudenken. „Den Adlerbogen als Wahrzeichen der Pfalz zu bezeichnen, wäre im historischen Zusammenhang anmaßend“, schreibt Willenbacher. Seit mehr als 2000 Jahren sei der Donnersberg und dessen Umgebung besiedelt. Den gut 100 Jahre alten Adlerbogen hätten die allermeisten Siedlergenerationen nie gesehen. „Wir unterstellen den Aktiven keine böse politische Absicht, aber bei so vielen beteiligten Personen, Firmen und Organisationen ist es erstaunlich, dass offenbar niemand die politische Bedeutung des Bauwerks, seine Symbolik und die Werte, die vor allem von neu aufgestellten Standbilder repräsentiert werden, hinterfragt hat“, schreibt Willenbacher im Namen des Grünen-Kreisverbands. Schließlich gehe es beim Adlerbogen nicht nur um eine erfolgreiche Reichsgründung, sondern auch darum, den militärischen Triumph über den vorgeblichen Erbfeind zu feiern. Bismarck habe Nationalismus und Kriegsstimmung angeheizt, Generalfeldmarschall von Moltke den Krieg maßgeblich gestaltet. „Als stolze, weltoffene Pfälzer sehen wir heute hierin keine Vorbildfunktion mehr“, so die Grünen. Die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft in einer globalisierten Welt seien mit dem überall aufkeimenden Nationalismus nicht zu bewältigen. Der Kreisverband schlage daher vor, am Denkmal eine Hinweistafel anzubringen, die den historischen Zusammenhang kritisch würdigt und eine zeitgemäße, friedliche Perspektive einbezieht. „Gerne tragen wir die Kosten für diese Informationstafel“, so die Grünen. „Wir möchten nicht, dass noch einmal Zeiten anbrechen, in denen dann wieder Freiwillige mit Hurra ,für Volk und Vaterland’ aus den Statuen begeistert Kanonen und Granaten gießen.“ |red

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