Donnersbergkreis Krieg in der Ukraine: Ist die Energieversorgung im Donnersbergkreis in Gefahr?

Woher das Gas stammt, das durch die Rohre im Donnersbergkreis fließt, das lässt sich nicht nachvollziehen.
Woher das Gas stammt, das durch die Rohre im Donnersbergkreis fließt, das lässt sich nicht nachvollziehen.

Durch den Krieg in der Ukraine werden Gas und Strom immer teurer. Was das für den Endverbraucher bedeutet und ob die Gasversorgung im Landkreis noch sicher ist, das haben wir beim Wormser Energieversorger EWR nachgefragt.

Droht uns wegen des Kriegs das Gas auszugehen?
Aktuell liege kein Versorgungsengpass des Energieträgers Gas vor, versichert Dominik Nagel, der Pressesprecher der EWR AG. Das Unternehmen mit Sitz in Worms ist neben Pfalzgas einer der Hauptversorger für Kunden im Donnersbergkreis, vor allem im Raum Kirchheimbolanden. Die Energiebranche „will und muss Vorsorge betreiben“, bekennt Nagel. Daher hatten mehrere Unternehmen gemeinsam mit dem Branchenverband BDEW die Bundesregierung aufgefordert, die Frühwarnstufe aus dem Notfallplan Gas auszurufen – was diese auch getan hat. In Europa gebe es Sicherungsmechanismen, die in einer Engpasssituation greifen, sagt der Pressesprecher.

Was wären die Konsequenzen für Verbraucher und Energieversorger?
„In jedem Fall sind Haushaltskunden, grundlegende soziale Dienste, wie beispielsweise Krankenhäuser, durch gesetzliche Bestimmungen besonders geschützt“, schildert Nagel. Das gelte nicht für Industrie- und Gewerbekunden: Diese müssten im Ernstfall von der Versorgung getrennt werden.

Wo kommt denn das Gas in den Leitungen im Donnersbergkreis her?
Strom und Gas würden am Großhandelsmarkt beschafft, sagt Nagel. Eine prozentuale Aufteilung nach Herkunftsländern sei daher nicht möglich. Klar ist allerdings, dass Deutschland als Energie-Import-Land aktuell rund 50 Prozent des Gasbedarfs aus Russland bezieht.

Müssen sich Verbraucher Sorgen machen, bei der Abschlussrechnung nächstes Jahr kräftig drauflegen zu müssen?
Ziel sei es, „Preisspitzen für die Kunden abzufedern“. Um das Risiko stark schwankender Börsenpreise zu minimieren, beschaffe EWR die benötigte Energie „in Teilmengen und Schritt für Schritt zu verschiedenen Zeitpunkten“. Allerdings habe das Ausmaß der Preisbewegung am Großhandelsmarkt zuletzt „nur noch bedingt aufgefangen werden“ können. In der Konsequenz haben bei EWR – wie bei etlichen Marktteilnehmern – die Preise angezogen.

Lässt sich abschätzen, wohin die Reise bei den Energiepreisen geht? Müssen sich Verbraucher auf weitere Erhöhungen vorbereiten?
„Die mittel- und langfristigen Auswirkungen sind weder geo-, energie- noch wirtschaftspolitisch zurzeit absehbar“, sagt Nagel. „Bei aller Sorge über den Frieden in Europa und die Folgen für die weltweite Wirtschaft müssen wir den Krieg zum Anlass nehmen, die Abhängigkeit von fossiler Energie und von einzelnen Exportländern weiter zu verringern.“ Die aktuelle Situation zeige, dass der „beschleunigte Auf- und Ausbau von mehr regenerativen und somit unabhängigeren Energiequellen“ notwendig sei. Dies wolle sein Unternehmen weiter vorantreiben. Natürlich ist es auch vorstellbar, dass sich die Beschaffungsmärkte für die Versorger wieder beruhigen. In dem Fall würden sinkende Energiekosten auch wieder zu Preissenkungen für Endverbraucher führen, sagt Nagel.

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