Donnersbergkreis Kreis feiert versöhnlichen Abschied

Viel Mittelfeldgeplänkel und nur wenige Torchancen – das erlebten die Zuschauer beim Abstiegsderby Appeltal gegen Dörnbach. Hier
Viel Mittelfeldgeplänkel und nur wenige Torchancen – das erlebten die Zuschauer beim Abstiegsderby Appeltal gegen Dörnbach. Hier zieht der Dörnbacher Sven Willenbacher (blaues Trikot) gerade an Appeltals Sebastian Schlemmer vorbei.

«Niederhausen.» Er habe in der Pause „deutliche Worte finden müssen“, sagte Appeltals Trainer Lothar Kreis nach dem A-Klasse-Abstiegsderby gegen den TSV Dörnbach. Bis zum Pausenpfiff hatte keine der beiden Mannschaften einen Treffer landen können. Die Ansprache des Trainers wirkte offenbar: In der 62. Minute markierte Appeltals Stürmer Hardy Leisenheimer den 1:0-Siegtreffer – und besiegelte damit endgültig den Abstieg des TSV.

Mit dem Heimsieg zum Saisonabschluss kletterte die SG Appeltal dagegen noch einen Tabellenplatz nach oben, sicherte sich endgültig den Klassenerhalt – und das, obwohl Trainer Kreis gegenüber der RHEINPFALZ rückblickend zugab: „Ich hatte mit dem Abstieg gerechnet.“ Schließlich hätten Verletzungen der Mannschaft eine „ganz schwere Saison“ beschert. Auch am Sonntag mussten die Gastgeber auf mehrere Akteure verzichten – ein Problem, mit dem aber auch der TSV Dörnbach zu kämpfen hatte. Lange Zeit lieferten sich beide Mannschaften kein ansehnliches Spiel, leisteten sich viele Fehlpässe. „Die Nervosität war sehr groß“, nahm Kreis seine Spieler in Schutz. Auch Dörnbachs Spielertrainer Daniel Münzel zeigte Verständnis: „Es ist klar, dass man in dieser Situation, in der es um einiges geht, Fehler macht.“ Der Druck war seiner Mannschaft, die hinten kompakt stand, nach vorne aber nicht viel zustande brachte, anzumerken. Nur ein Sieg hätte ihr mit Glück die Chance ermöglicht, ein Entscheidungsspiel gegen den FC Erlenbach zu bestreiten. Statt Torchancen erlebten die Zuschauer daher vor allem in Halbzeit eins Mittelfeldgeplänkel und wenige Torchancen, kurz: einen „Sommerkick“, wie Kreis es nannte. Nach der Pause schließlich fanden beide Mannschaften besser ins Spiel. „In der zweiten Hälfte hatten wir zwei hundertprozentige Torchancen, die wir hätten machen müssen“, haderte Münzel mit der Chancenverwertung seiner Elf. Die hatte bisweilen auch Pech, etwa, als der schnelle und wendige Stürmer Kevin Kerth eine verlängerte Flanke auf halber Höhe volley nahm – und nur den Pfosten traf. Aber auch die Gastgeber ließen so manche Gelegenheit liegen, schafften es in einer Spielszene gar, dreimal kurz vor dem Tor zu vergeben. Den entscheidenden Treffer markierte dennoch Appeltal. Stürmer Hardy Leisenheimer nutzte einen Abspielfehler in Dörnbachs Abwehr und hob den Ball in der 62. Minute über TSV-Torhüter Rayk Lehman. „Wir waren kurz geschockt, natürlich. Das war ein Rückstand, der schwer aufzuholen war“, sagte Münzel, dessen Mannschaft sich zwar noch einmal fing, die 18. Saisonniederlage und das Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz aber nicht mehr abwenden konnten. „Ein Unentschieden wäre nicht unverdient gewesen. Aber am Ende hätte uns das auch nichts gebracht“, bilanzierte Dörnbachs Spielertrainer. „Letztendlich haben wir die Punkte in Spielen davor liegen lassen.“ Natürlich sei die Stimmung in der Kabine nach dem Spiel gedrückt gewesen. „Aber ein bisschen konnte man sich ja schon davor darauf vorbereiten“, so Münzel, der anerkannte, dass seine Mannschaft „Bereitschaft zum Kämpfen“ gezeigt und bis zuletzt die Hoffnung nicht aufgegeben habe. Feierstimmung herrschte dagegen bei Gastgeber SG Appeltal. Den versöhnlichen Rundenabschluss habe seine Mannschaft nach dem Derby mit einem Grillfest gefeiert – das hätte man aber auch im Fall einer Niederlage getan, sagte Kreis. Sieben Punkte hatte seine Elf in den letzten drei Spieltagen geholt – eine beachtliche Leistung, die vor allem mit dem engeren Zusammenrücken von erster und zweiter Mannschaft zusammenhänge, so der Trainer. „Wir wollten unbedingt die Klasse halten“, erklärte Kreis, der somit einen schönen Abschied feiern konnte. Nach mehreren Jahren und mehreren Aufstiegen gibt er die Mannschaft an Patrick Schäffler ab (wir berichteten). So spielten sie SG Appeltal: Engert, Benjamin Meitzler, Bumb, Mecking, Berg, Fabian Meitzler, Kreis, Frantz, Lorenz (82. Iwers), Schlemmer (90.+2 Hölker), Leisenheimer. TSV Dörnbach: Lehman, Ülkü (67. Wilhelm), Bals, Kappesser, Willenbacher, Jahn, Walter, Münzel, Kaplan, Weiß, Kerth. Tor: 1:0 Leisenheimer (62.) - Zuschauer: 120 - Schiedsrichter: Krieger (Planig).

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