Donnersbergkreis „Krake“ Kolbin die Nummer eins im Kreis

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Winnweiler. Es kam nicht überraschend, es kam nicht unerwartet. Thomas Kolbin hat es nur mal wieder bestätigt – und das in bestechender Form: Der Punktegarant von Pfalzligist SV Alsenbrück-Langmeil ist der stärkste Tischtennis-Spieler, den der Donnersbergkreis bieten kann. Ein 3:0-Finalsieg über Michael Albus bescherte der „Krake“, im ganzen Turnier mit einem Satzverlust, die Goldmedaille in der stark besetzten Königsklasse Herren A. Den Damenwettbewerb gewann Katharina Dinges.

Genervt haderte Michael Albus mit seinem Spiel. Die Mine war verzogen, gequält schüttelte er den Kopf, seufzte. „Das ist zu einfach!“, wetterte der Ex-Börrstadter, jetzt im Trikot von Pfalzliga-Aufsteiger SV Alsenbrück-Langmeil. Einen Rückhand-Topspin hatte er gerade ins Netz gesetzt. Der Flip war zu sanft, die Celluloid-Kugel verhungerte. Besonders bitter aber: Seine sichere 7:3-Führung im zweiten Satz hatte Albus noch verschenkt und 8:11 verloren. Der Knackpunkt eines Endspiels, in dem Teamkollege Thomas Kolbin auf zwei Rezepte vertrauen konnte: Erstens die hohe Fehlerquote bei den gegnerischen Angriffsschlägen, die zu oft im Netz zappelten oder über die Platte segelten. Und zweitens die Reichweite seiner langen Arme, mit denen er die Bälle artistisch vom Boden kratzte. Thomas Kolbin profitierte, versenkte aber auch gnadenlos. „Im ersten Satz war ich relativ zufrieden. Dann hab′ ich die Aufschläge nicht bekommen. Die Ausdauer war entscheidend. Ich bin fit“, meinte Langmeils Nummer eins, die in der Halbdistanz alle Ecken abdeckte. Michael Albus spielte eine herausragende Kreismeisterschaft: Im Viertelfinale bezwang er Gerbachs Top-Mann Oliver Koch mit 3:2, darauf schaltete er auch Favorit Carsten Wiegand (TTC Winnweiler) aus, eigentlich mit Kolbin der Anwärter auf die Krone. „Bälle zurückspielen kann ich immer, aber heute konnte ich keinen Druck machen. Ich hatte Probleme mit der Hüfte“, beklagte Winnweilers Spitze Wiegand nach dem Turnieraus. Doch ein Vorbeikommen an „Krake“ Kolbin? Auch für einen Michael Albus in Hochform fast unmöglich. Der Langmeiler bewies, dass er zurecht als bester Akteur des Kreises gilt: In seinen sechs Spielen gab er nur einen Satz ab. Er schoss knallharte Topspins mit Wucht zurück, verteilte in die Winkel, stach Angriffe mit Unterschnitt ab. Das Finale holte er sich souverän mit 3:0. „So ein Turnier kurz vor der Runde ist wunderbar. Vor allem, wenn man gut abschneidet. Das gibt jetzt Auftrieb für die Liga, auch für Albus“, sagte der Sieger. Alle letztjährigen Bezirksligisten waren in Winnweiler gut vertreten. Kolbins Triumph in der Herren-A-Klasse ist eine Woche vor Saisonbeginn eine Duftmarke. Eine solche hat auch Katharina Dinges vom TTC Winnweiler gesetzt. Sie holte sich den Damen-Cup. Nach dem 3:1-Halbfinalerfolg über Mitspielerin Angela Radetz markierte sie im Showdown ein 3:0 gegen Routinier Jane Franck. „Ich dachte eigentlich, dass mich Angela nass macht. Aber ich war ganz gut drauf. Hier konnte jede gegen jede gewinnen“, meinte Dinges. Mit Francks kurzen Noppen auf der Rückhand hatte sie zeitweise Probleme: Ihre lockeren Lupfer fielen runter, scharf geschnitten kamen die Power-Schupfbälle. Sobald das Spiel offen war, konterte Dinges – schnell und platziert. „Man gewöhnt sich eben an die Noppen“, erklärte sie. Ein Konzentrationsloch im dritten Satz, 3:8 lag Dinges hinten, bügelte sie aus. 11:8, 11:5, 11:9 – ein ungefährdetes 3:0. Überraschend: Marcella Franck, aktuelle Bezirksranglistenerste, schied bereits in der Vorrunde aus. Sie scheiterte an Radetz. Und an einer stark aufgelegten Lea Zielonka vom SV Kirchheimbolanden. Trotz der überraschenden Siege über Radetz und Franck war für die 17-Jährige im Halbfinale Endstation. 2:3 gegen die spätere Finalistin. „Die Gruppe war gut. Da dachte ich, ich hab’ keine Chance und kann ohne Druck aufspielen“, bedauerte Zielonka, gefährlich durch ihre unorthodoxen Sidespin-Schupfs. „Wenn ich aber merke, dass was geht, verkrampfe ich und kann nichts mehr machen.“ Sie war eine der wenigen Überraschungen der Donnersberger Meisterschaften. Die Turniersiege sind keine Sensationen. Es waren Wettkämpfe der Favoriten.

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