Winnweiler
Kostenlose Schwimmkurse für Kita-Kinder
„Wir hatten schon vor einigen Jahren, zu Beginn der Schwimmbadsanierung, kritisiert, dass immer weniger Kinder schwimmen können“, sagt Bürgermeister Rudolf Jacob. „Deshalb hatten wir schon damals beschlossen, den Kita-Kindern in unserer Verbandsgemeinde ein Angebot für kostenlosen Schwimmunterricht während der Kita-Betreuungszeiten zu machen.“ Die Verwaltung habe sich deshalb nach den Rahmenbedingungen erkundigt und sei zu dem Schluss gekommen, „dass der praktische Unterricht von Schwimmbadmitarbeitern gemacht werden soll, während die Kita-Mitarbeiterinnen anwesend sind, die Aufsicht führen und beim Unterricht im Becken assistieren“.
Erzieherinnen müssen sich erst qualifizieren
Um das leisten zu können, mussten die Erzieherinnen allerdings erst noch qualifiziert werden. Die Verbandsgemeinde nahm deshalb Kontakt zur Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auf und stellte fest, dass diese eine passende Fortbildungsmaßnahme im Angebot hatte. Normalerweise hätte sich ein solcher Kurs über mehrere Wochenenden erstreckt. „Die Kurse umfassen allerdings einen pädagogischen Teil, den unsere Erzieherinnen natürlich nicht benötigen, da sie diese Ausbildung schon haben. Deshalb konnten wir ihn wegfallen lassen“, berichtet Jacob. Der Kurs wurde dann kompakt an drei Tagen abgehalten, mit dem praktischen Teil im Schwimmbecken jeweils vormittags und der Theorie nachmittags im Festhaus.
„Erzieherinnen fühlen sich gut gerüstet“
„Ich war selbst im Bad, und mein Eindruck ist sehr positiv. Die Erzieherinnen nehmen das gut an und fühlen sich für ihre Aufgabe auch gut gerüstet“, schildert Jacob.
Den Löwenanteil des praktischen Unterrichts übernehmen später die Schwimmbad-Mitarbeiter. Die Erzieherinnen helfen beim Umziehen, führen die Aufsicht, sprechen auch mal einem Kind gut zu, wenn es Angst hat, oder helfen im Becken selbst bei den Übungen. Das Konzept sieht vor, dass auf drei Kinder ein Erwachsener kommt. Bei neun Kindern wären dann entsprechend drei Erwachsene im Becken, zwei davon Erzieherinnen.
Die gesamten Kurse selbstständig abhalten dürfen die Kita-Mitarbeiterinnen dann, wenn sie auch eine Lehrprobe erfolgreich absolviert und die sogenannte Rettungsfähigkeit erworben haben. Das ist derzeit noch nicht der Fall – aber geplant. Jacob hofft, dass es schon 2022 soweit sein könnte.
Kurs hat drei Vorteile
An dem Projekt nehmen alle derzeit sieben Kindertagesstätten in Trägerschaft der Verbandsgemeinde Winnweiler teil. Ab Anfang September werden es acht sein, da die zweite Kita in Winnweiler dann in Betrieb geht. „Den drei konfessionellen Tagesstätten hatten wir es auch angeboten, allerdings haben sie mit Hinweis auf ihre Personalknappheit abgelehnt“, sagt Jacob.
Der Schwimmkurs wird in jeder Kita für den Abschlussjahrgang angeboten. Die Kinder sind also fünf oder sechs Jahre alt, und wenn alle teilnehmen würden, würde es rund 100 Kinder betreffen.
„Als Erstes fragen wir jetzt das Elterninteresse ab“, erläutert Jacob. Er ist optimistisch, dass die meisten Eltern das Angebot annehmen werden. „Es hat – auch gegenüber den herkömmlichen Schwimmkursen – gleich drei Vorteile: Der Kurs kostet nichts, die Eltern müssen ihr Kind nicht hin- und herfahren, und es ist kein zusätzliches Aufsichtspersonal nötig.“