Zellertal
Kostenfreie musikalische Früherziehung – Kita Zellertal nimmt an dem Angebot teil
Kita-Leiterin Marianne Benning ist begeistert: „Von unseren mehr als 40 Vier- bis Sechsjährigen nehmen ausnahmslos alle an der musikalischen Früherziehung teil. Wir hatten das Interesse bei den Eltern abgefragt, und das Resultat lag bei 100 Prozent.“ Konkret sieht das so aus, dass es für die Kleinen, aufgeteilt in vier Gruppen, wöchentlich 45 Minuten Musikunterricht gibt. Wobei von „Unterricht“ im Sinne von strengem Lernen natürlich nicht die Rede sein kann – die Kinder lernen spielerisch, Rhythmus und Bewegung stehen im Vordergrund. „Sie empfinden es auch nicht als Lernen“, sagt Benning.
Zu verdanken ist das dem Förderprogramm „Kultur macht stark“, abgekürzt Kumasta, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Seit mehr als zehn Jahren stellt das Ministerium Fördergeld dafür zur Verfügung – im Fall Zellertal sind das für 2024 genau 6872 Euro. Der Grundgedanke dahinter ist, Projekte zu ermöglichen, die sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen Bildungschancen eröffnen. Das muss nicht unbedingt musikalische Früherziehung sein, in Frage kommen laut dem Kulturbüro Rheinland-Pfalz, das als Mittler auftritt, auch beispielsweise Freizeiten, Ferienakademien, Patenschafts- oder Mentorenprogramme. Die soziale Benachteiligung kann individuell sein, sich aber auch, wie im Fall des Donnersbergkreises, auf die Strukturschwäche einer ganzen Region beziehen.
Partner ist die Kreismusikschule
Als Partner für das BMBF kommen grundsätzlich unterschiedliche Einrichtungen in Frage, die aber zwingend über Kompetenzen in der außerschulischen Bildung verfügen müssen. Im Donnersbergkreis ist das die Musikschule Donnersberg, besser bekannt unter ihrem früheren Namen Kreismusikschule. Da das Programm auf lokaler Ebene mindestens drei Partner braucht, von denen einer möglichst im kulturellen Bereich tätig sein sollte, ist im Fall der Ortsgemeinde Zellertal neben der Kita noch der Männergesangverein Niefernheim im Boot. Als Vermittler war die Ortsgemeinde tätig. Deshalb wurde die Kooperation zwischen den drei Partnern auch offiziell im Rahmen einer Gemeinderatssitzung geschlossen.
Wie Musikschulleiter Viktor Wendtner, der das Projekt anschließend im Gemeinderat vorstellte, im Gespräch mit der RHEINPFALZ erläuterte, sieht die Zusammenarbeit so aus, dass die Musikschule das Programm initiiert hat, die Fördergelder besorgt, die Lehrkräfte stellt und den Unterricht in der Kita hält. „Wenn sich eine Kita qualifizieren möchte, muss sie darlegen, warum die Kinder das umsonst bekommen sollen.“ Ein gutes Kriterium ist beispielsweise die Entfernung, die andernfalls zurückgelegt werden müsste, um privat Musikunterricht zu nehmen. Im konkreten Fall haben es Kitas leichter, je weiter entfernt sie sich von Kirchheimbolanden, dem Hauptsitz der Musikschule, befinden. Deshalb ist es kein Zufall, dass im westlichen Donnersbergkreis bereits etliche Kitas an dem Programm teilnehmen, im Ostkreis deutlich weniger. Eine Bewerbung bei der Musikschule steht jedoch jeder Kita grundsätzlich offen.
Angebot für Grundschulen ist in Planung
„Das Programm ist zunächst auf ein Jahr beschränkt, Verlängerungen sind aber möglich“, erklärt Wendtner. Wobei im Hintergrund natürlich immer der Gedanke hineinspiele, dass vielleicht auch Ortsgemeinden die Anschlussfinanzierung übernehmen könnten, wenn es die Finanzen erlauben. Darüber hinaus ist die Musikschule gerade dabei, ein ähnliches Angebot für Grundschulen auszuarbeiten. Mit der Grundschule Kerzenheim sei bereits ein Partner gefunden, so Wendtner.
In der Kita Zellertal hat das Angebot jedenfalls gleich eingeschlagen. „Die Kinder sind ganz heiß drauf“, sagt Marianne Benning. „Man merkt die Auswirkungen auf die Kinder direkt. Sie sind hinterher unglaublich entspannt, setzen dann auch im weiteren Tagesverlauf um, was sie gelernt haben.“ Und weil mit dem MGV Niefernheim ja noch ein weiterer Partner im Boot ist, wollen die Kita-Kinder das Gelernte bei der diesjährigen Adventsfeier des Vereins einem größeren Publikum präsentieren.