Alsenz Konzept gegen knappe Kassen: Ratsfraktionen finanzieren Brunnenreparatur selbst
Die Frage, warum der Springbrunnen am Marktplatz trocken liegt, beschäftigt derzeit viele Alsenzer. Das Problem ist die Pumpe des Brunnens – diese ist defekt, wie sich im Mai zeigte, als der Brunnen nach mehreren Monaten Winterschlaf in den Sommerbetrieb gehen sollte. Die Kosten für eine neue Pumpe liegen bei rund 400 Euro. Auf dem Trockenen sitzen in diesem Sommer aber auch die Gemeindekassen: Weil Alsenz – wie eine Vielzahl der Ortsgemeinden im Donnersbergkreis – bis zuletzt um einen ausgeglichenen Haushalt rang, musste eine andere Lösung her. Denn einen Haushaltsausgleich fordert das Land Rheinland-Pfalz im Jahr 2023 mit Nachdruck, weigert sich – entgegen der bisherigen Praxis –, nicht ausgeglichene Haushalte durch die ADD zu genehmigen, und droht damit, Gemeinden unter ständige vorläufige Haushaltsführung zu stellen. In der Konsequenz dürfte nur noch im absoluten Ausnahmefall Geld ausgegeben werden.
Um dem besonders von Kindern im Sommer gerne zum Spielen genutzten Brunnen neues Leben einzuhauchen, haben sich die drei Gemeinderatsfraktionen aus CDU, SPD und WG Landfried kurzerhand unbürokratisch zusammengetan und beschlossen, die kaputte Pumpe gemeinsam zu bezahlen. Und so konnte ein neues Exemplar bereits bestellt werden – als „ungefähres Lieferdatum“ sei der Juli genannt worden, schildert SPD-Ortschef Michael Bauer.
Einen ausgeglichenen Haushaltsplan konnte der Alsenzer Rat übrigens nach seiner jüngsten Sitzung dann auch noch vorlegen – dazu mussten die Gemeindevertreter den Hebesatz für die Grundsteuer B zähneknirschend auf 660 Prozent anheben. Damit sollte der Haushalt genehmigungsfähig sein – Wasser auf dem Marktplatz wird demnächst aber so oder so wieder fließen ...